Ein Mann mit orientalischem Kopfschmuck, es muss jemand Bedeutendes sein. Und so ist er wohl ein Herrscher, vielleicht König Ahab, der mit seiner Frau Isebel das Königreich Juda mit harter Hand regiert. Seine Regentschaft war durchwachsen, die Auseinandersetzungen mit dem Propheten Elia zeugen von einem Streit, der immer wieder neue Nahrung bekommen hat. Besonders als es um die Frage nach der Verehrung des Gottes Baal ging. Seine Frau hatte diesen Kult mitgebracht und setzte alle Hebel in Bewegung, um einen Gegenpol zur Verehrung des jüdischen Gottes zu setzen. Schließlich setzte sich Elia durch und konnte die Verehrung von Baal grausam zurückweisen. Die Frage die sich uns heute dazu stellt ist: Was darf ein König tun? Oder anders gefragt: Wann ist ein König ein guter König? Elia weist immer wieder darauf hin, dass die entscheidende Frage die nach der Gerechtigkeit ist.
Bilderweltarchiv 2026
Paulus, die Missgeburt
Paulus gilt als der eigentliche Begründer des Christentums. Er hat den wichtigen Schritt getan, die neue Lehre in den hellenistischen Kulturraum zu öffnen. Er hat die Beschränkung auf die jüdischen Gemeinden aufgehoben und die Botschaft Jesu Christi so formuliert, dass sie für alle Menschen in der bekannten Welt nachvollzogen und übernommen werden konnte. Mit Paulus wurde das Christentum zur Weltreligion. Das war aber nicht abzusehen, Paulus hatte bekanntlich das Gegenteil im Sinn, er wollte die Lehre an diesen Jesus Christus ausrotten. Er geht später mit sich und seiner damaligen Einstellung sehr hart ins Gericht: »8 Zuletzt erschien Christus auch mir, gleichsam der Missgeburt. 9 Denn ich bin der Geringste von den Aposteln; ich bin nicht wert, Apostel genannt zu werden, weil ich die Kirche Gottes verfolgt habe. 10 Doch durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin, und sein gnädiges Handeln an mir ist nicht ohne Wirkung geblieben. Mehr als sie alle habe ich mich abgemüht - nicht ich, sondern die Gnade Gottes zusammen mit mir.« (1 Korinther 15,8-10, Einheitsübersetzung)
Dazugehören
Wenn Abraham alle Menschen als Stammvater umfasst, kommt eine Botschaft heraus, wie sie besser nicht formuliert werden kann. Sie zieht sich durch die Heilige Schrift wie ein roter Faden. Beim Propheten Jesaja hört sie sich so an: »18b Der HERR sagt: »Die Zeit kommt, dass ich die Menschen aller Völker und Sprachen versammle. Sie alle werden zu mir kommen und meine Herrlichkeit sehen. 19 Ich werde ein Zeichen unter ihnen aufrichten und Boten zu ihnen senden – Menschen aus allen Völkern, die sich mir angeschlossen haben. Zu den fernsten Küsten sende ich meine Boten, nach Tarschisch, Put und Lud, nach Meschech, Tubal und Jawan. Unter den Völkern, die noch nichts von mir gehört und meine herrlichen Taten nicht gesehen haben, sollen sie meinen Ruhm bekannt machen. 20 Wenn sie zurückkehren, werden sie alle eure Brüder und Schwestern mitbringen, die noch unter den Völkern zerstreut sind. Auf Pferden, Maultieren und Dromedaren, in Wagen und Sänften werden dann aus aller Welt die Zerstreuten meines Volkes zu meinem heiligen Berg nach Jerusalem gebracht werden, als eine Opfergabe der Völker für mich, den HERRN – so wie ihr Israeliten eure Speiseopfer in reinen Gefäßen zu meinem Tempel bringt. « (Jesaja 66,18b-20, Übersetzung Gute Nachricht).
Aneinander vorbei
Dieses Relief am Noah-Turm zeigt etwas ganz Typisches für unsere Zeit. Wahrscheinlich hat sich das schon Ende der 70er Jahre, als Emil Wachter dieses Relief entwarf, abgezeichnet. Zwei Menschen haben zwar engen Kontakt zueinander, doch sie schauen in entgegengesetzte Richtungen. Ihre beiden Köpfe sind auch noch um 180 Grad verdreht, so dass sie die Welt unterschiedlich wahrnehmen, die eine schaut nach unten, der andere nach oben. Schließlich sind ihre Augen nicht sichtbar, es scheint, als tragen sie Brillen. Sie können die Welt nicht wirklich wahrnehmen, es ist zu vermuten, dass es Sonnenbrillen sind. Es sind zwei Menschen, die zwar eng beisammen sind, aber doch so weit wie irgend möglich von einander getrennt. Sie können sich nicht unterhalten, es gibt nichts, das sie verbindet. Vielleicht sind es die Menschen, die nicht mehr auf Gott und aufeinander hören und sich nach dem Bericht aus dem Buch Genesis von Gott abgewandt haben: »5 Der HERR sah, dass die Menschen auf der Erde völlig verdorben waren. Alles, was aus ihrem Herzen kam, ihr ganzes Denken und Planen, war durch und durch böse.« (Genesis 6,5, Übersetzung Gute Nachricht) Für Gott war es Anlass, die Verhältnisse neu zu ordnen und einen Neuanfang zu setzen.
Rasender Stillstand
An der Rückseite des Noah-Turmes sehen wir ein einzelnes Auto. Es sieht so aus, als sei es in voller Fahrt, aber auf dem Stein im Moment erstarrt, es steht still. Kaum ein anderes Symbol für unser Mobilitätszeitalter ist so sprechend wie das Automobil. Schon 1978, als Emil Wachter den Noah-Turm schuf, kritisierte er unser Verhältnis zum Auto. Es ist verantwortlich für die neue Sintflut. Nicht mehr das Wasser bedroht die Erde und alles Leben darauf, sondern der Verkehr und die moderne Technik, die durch die individuelle Mobilität ausgelöst wurde. Emil Wachter hat das schon 1978 erkannt, als nur ein Bruchteil der Fahrzeuge von heute auf den Straßen unterwegs waren. Sie überfluten die Erde. Längst ist die Automobilbranche zu einer weltweiten Schlüsseltechnologie geworden.
Am Boden zerstört
Es ist die pure Verzweiflung, die am Fenster aus dem Passionszyklus in der Autobahnkirche dem Betrachtenden entgegen schreit. Eine blutende, verkrümmte Person wendet sich in ihrer Not nach oben und schreit um Hilfe. Im Psalm 130 wird das sehr anschaulich geschildert: »1 (...)Aus der Tiefe meiner Not schreie ich zu dir. 2 HERR, höre mich doch! Sei nicht taub für meinen Hilferuf!« (Psalm 130, Übersetzung Gute Nachricht) Immer wieder haben Menschen in ausweglosen Situationen ihrer Verzweiflung Ausdruck gegeben, viele Hilferufe sind ungehört verhallt und haben keinen Niederschlag in der Geschichtsschreibung gefunden. Im besten Fall tauch ihr Leid in anonymen Opferzahlen aus, die das unermessliche Leid nichtannähernd widerspiegeln.
Was willst du mitnehmen?
Vor der Fahrt in den Urlaub steht das Packen. Ob mit dem Auto oder Flugzeug, ob mit Bus oder Bahn, immer kann man nur begrenzt Dinge mitnehmen. Fragen nach der richtigen Kleidung, den notwendigen Schuhen, Regenschutz, Wasch- und Freizeitutensilien, vielleicht noch ein Buch. Ganz schnell hat man eine Grenze erreicht und muss sich entscheiden, was daheimbleiben muss und was ich mitnehmen kann. Wenn es den Urlaub betrifft, dann fällt die Entscheidung nicht gar so schwer, weil man spätestens nach ein paar Wochen wieder auf alles, was man zum Leben braucht, zurückgreifen kann. Da kann man gerne mal auf etwas verzichten. Ganz anders sieht es aus, wenn man seine Heimat verlassen muss. Was packe ich ein, wenn ich nur einen kleinen Koffer mitnehmen kann? Wie packe ich, wenn ich nur ein paar Minuten Zeit habe, um das Haus zu verlassen vor einer drohenden Katastrophe. Es bleibt kaum Zeit, eine Auswahl zu treffen. Das, was man zurücklässt, ist in der Regel verloren. Ganz schlimm ist es, wenn man nur das retten kann, was man am Leib trägt. Man konnte nichts mehr packen, man hatte gar keine Entscheidungsmöglichkeit bekommen, sondern musste Hals über Kopf fliehen.
Das Recht auf Arbeit
Ganz oben am Noah-Turm, wird an ein wichtiges Menschenrecht erinnert: Das Recht auf Arbeit. Eine politische Aussage an einem Bauwerk, an dem es um die Schöpfung und den Neuanfang nach der Sintflut geht? Die geballte Faust verschafft diesem Schlachtruf weitere Geltung. Zwar haben Menschen immer gearbeitet, aber die meiste Zeit war es ein Schaffen, um den Lebensunterhalt zu verdienen. Arbeitsverträge gibt es noch gar nicht so lange. Wenn sich die gesellschaftlichen Bedingungen verändern, dann hat das auch Auswirkungen darauf, wie wir unser Arbeitsleben strukturieren. Zu Zeiten der Jäger und Sammler haben ein paar Stunden am Tag ausgereicht, um das notwendige zum Essen zu haben und das zu tun, was für den Lebensunterhalt nötig war. Erst durch den Besitz von Herden bei den Nomaden, die Sesshaftwerdung mit dem Ackerbau, die Arbeitsteilung in den Städten musste immer mehr Zeit aufgewendet werden, um das zu verdienen, was man zum Leben braucht. Heute wird Arbeit zu einem ganz zentralen Element der Lebensplanung.
Wertvolle Erinnerung
Die meisten Menschen im christlichen Kulturkreis verbinden mit Weihnachten schöne Erinnerungen. Das Kind in der Krippe lässt die eigene Kindheit aufleben, man denkt an Spannung und Feierlichkeit, Wärme und Geborgenheit, an eine ganz besondere Zeit, als man selbst noch Kind war. Manchmal ist es auch das Gegenteil davon, wenn diese Wünsche ins Gegenteil umgeschlagen sind und die Vorstellung von Weihnachten eher Angst und Fluchttendenzen auslöst. Wie auch immer, Weihnachten ist wie kein anderes Fest im Jahreskreis so sehr mit Erinnerungen verbunden, die wir immer wieder versuchen einzuholen. Es werden Traditionen gepflegt und beschworen, die gerne hinterfragt werden können, die aber eine wichtige Funktion in unserem Leben haben, weil sie durch die ständige Wiederholung Sicherheit und Geborgenheit bieten.
Schlangenzauber
Wie ringt man einem störrischen Pharao Zugeständnisse für das eigene unterdrückte Volk ab? Mose und Aaron versuchen es mit verschiedenen Mitteln und dringen mit Vernunft nicht zum verstockten Herz des Pharaos durch. Sie wenden also einen Zaubertrick an. Es ist lediglich ein kleines Vorspiel, für all das, was noch kommen soll. Und es macht Eindruck, besonders wenn sich Magier miteinander messen:
»8 Der HERR sagte zu Mose und Aaron: 9 »Wenn euch der Pharao auffordert, euch durch ein Wunder auszuweisen, dann sagst du, Mose, zu Aaron: ›Nimm deinen Stock und wirf ihn vor dem Pharao auf den Boden!‹ Dann wird er zu einer Schlange werden.« 10 Mose und Aaron gingen zum Pharao und taten, was ihnen der HERR aufgetragen hatte. Aaron warf seinen Stock vor dem Pharao und seinen Ministern auf den Boden und er wurde zur Schlange. 11 Aber der Pharao rief seine Magier und Beschwörer, und sie vollbrachten mit ihren Zauberkünsten dasselbe. 12 Jeder von ihnen warf seinen Stock auf den Boden und er wurde zu einer Schlange. Doch Aarons Stock verschlang die Stöcke der Ägypter. 13 Trotzdem blieb der Pharao starrsinnig und schlug ihre Forderung ab, genau wie der HERR es vorausgesagt hatte.« (Exodus 7,8-13, Übersetzung Gute Nachricht)
»8 Der HERR sagte zu Mose und Aaron: 9 »Wenn euch der Pharao auffordert, euch durch ein Wunder auszuweisen, dann sagst du, Mose, zu Aaron: ›Nimm deinen Stock und wirf ihn vor dem Pharao auf den Boden!‹ Dann wird er zu einer Schlange werden.« 10 Mose und Aaron gingen zum Pharao und taten, was ihnen der HERR aufgetragen hatte. Aaron warf seinen Stock vor dem Pharao und seinen Ministern auf den Boden und er wurde zur Schlange. 11 Aber der Pharao rief seine Magier und Beschwörer, und sie vollbrachten mit ihren Zauberkünsten dasselbe. 12 Jeder von ihnen warf seinen Stock auf den Boden und er wurde zu einer Schlange. Doch Aarons Stock verschlang die Stöcke der Ägypter. 13 Trotzdem blieb der Pharao starrsinnig und schlug ihre Forderung ab, genau wie der HERR es vorausgesagt hatte.« (Exodus 7,8-13, Übersetzung Gute Nachricht)
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