Bilderweltarchiv 2026

  

Das Recht auf Arbeit

Ganz oben am Noah-Turm, wird an ein wichtiges Menschenrecht erinnert: Das Recht auf Arbeit. Eine politische Aussage an einem Bauwerk, an dem es um die Schöpfung und den Neuanfang nach der Sintflut geht? Die geballte Faust verschafft diesem Schlachtruf weitere Geltung. Zwar haben Menschen immer gearbeitet, aber die meiste Zeit war es ein Schaffen, um den Lebensunterhalt zu verdienen. Arbeitsverträge gibt es noch gar nicht so lange. Wenn sich die gesellschaftlichen Bedingungen verändern, dann hat das auch Auswirkungen darauf, wie wir unser Arbeitsleben strukturieren. Zu Zeiten der Jäger und Sammler haben ein paar Stunden am Tag ausgereicht, um das notwendige zum Essen zu haben und das zu tun, was für den Lebensunterhalt nötig war. Erst durch den Besitz von Herden bei den Nomaden, die Sesshaftwerdung mit dem Ackerbau, die Arbeitsteilung in den Städten musste immer mehr Zeit aufgewendet werden, um das zu verdienen, was man zum Leben braucht. Heute wird Arbeit zu einem ganz zentralen Element der Lebensplanung.

Wertvolle Erinnerung

Die meisten Menschen im christlichen Kulturkreis verbinden mit Weihnachten schöne Erinnerungen. Das Kind in der Krippe lässt die eigene Kindheit aufleben, man denkt an Spannung und Feierlichkeit, Wärme und Geborgenheit, an eine ganz besondere Zeit, als man selbst noch Kind war. Manchmal ist es auch das Gegenteil davon, wenn diese Wünsche ins Gegenteil umgeschlagen sind und die Vorstellung von Weihnachten eher Angst und Fluchttendenzen auslöst. Wie auch immer, Weihnachten ist wie kein anderes Fest im Jahreskreis so sehr mit Erinnerungen verbunden, die wir immer wieder versuchen einzuholen. Es werden Traditionen gepflegt und beschworen, die gerne hinterfragt werden können, die aber eine wichtige Funktion in unserem Leben haben, weil sie durch die ständige Wiederholung Sicherheit und Geborgenheit bieten. 

Schlangenzauber

Wie ringt man einem störrischen Pharao Zugeständnisse für das eigene unterdrückte Volk ab? Mose und Aaron versuchen es mit verschiedenen Mitteln und dringen mit Vernunft nicht zum verstockten Herz des Pharaos durch. Sie wenden also einen Zaubertrick an. Es ist lediglich ein kleines Vorspiel, für all das, was noch kommen soll. Und es macht Eindruck, besonders wenn sich Magier miteinander messen:
»8 Der HERR sagte zu Mose und Aaron: 9 »Wenn euch der Pharao auffordert, euch durch ein Wunder auszuweisen, dann sagst du, Mose, zu Aaron: ›Nimm deinen Stock und wirf ihn vor dem Pharao auf den Boden!‹ Dann wird er zu einer Schlange werden.« 10 Mose und Aaron gingen zum Pharao und taten, was ihnen der HERR aufgetragen hatte. Aaron warf seinen Stock vor dem Pharao und seinen Ministern auf den Boden und er wurde zur Schlange. 11 Aber der Pharao rief seine Magier und Beschwörer, und sie vollbrachten mit ihren Zauberkünsten dasselbe. 12 Jeder von ihnen warf seinen Stock auf den Boden und er wurde zu einer Schlange. Doch Aarons Stock verschlang die Stöcke der Ägypter. 13 Trotzdem blieb der Pharao starrsinnig und schlug ihre Forderung ab, genau wie der HERR es vorausgesagt hatte.« (Exodus 7,8-13, Übersetzung Gute Nachricht)

Der Schriftgelehrte

 
So sehen Menschen aus, die von sich überzeugt sind. Profiliert, mit einem ausdrucksstarken Gesicht, ihre Standfestigkeit und Meinungsstärke ist ihnen ins Gesicht geschrieben. Um wen es sich handelt, ist nicht erkennbar, aber es muss ein führender Vertreter seines Volkes sein, einer, der Bescheid weiß und der etwas zu sagen hat. Seine Haartracht lässt auf einen besonderen Berufsstand schließen, er ist mit all seiner Autorität sichtbar für seine Mitmenschen. Er ist aus der Masse hervorgehoben. Es könnte ein Schriftgelehrter sein, wie sie in der Heiligen Schrift öfters beschrieben werden. 
Er ist ein Vertreter der vorherrschenden Religion. Natürlich hat er Einfluss und kennt seine Rechte und Pflichten. Er kennt sie so gut, dass er sie anderen vorschreiben und deren Einhaltung kontrollieren kann. Er ist gebildet, er kann lesen und schreiben, was ihn zu der damaligen Zeit schon aus der Masse hervorhebt. Er macht alles richtig und sieht sich selbst über allen anderen Menschen stehen. Er tritt arrogant und selbstzufrieden auf, er hat die Erlösung schon so gut wie sicher in der Tasche, weil er die Gebote kennt und buchstabengetreu befolgt. 

Weltherrschaft

Macht zu haben gehört zu den größten Versuchungen, denen wir Menschen ausgesetzt sind. Auch Jesus war davor nicht gefeit. Die dritte Versuchung in der Zeit seines Wüstenaufenthalts zeugt davon: »8 Zuletzt führte der Teufel Jesus auf einen sehr hohen Berg, zeigte ihm alle Reiche der Welt in ihrer Größe und Pracht 9 und sagte: ›Dies alles will ich dir geben, wenn du dich vor mir niederwirfst und mich anbetest.‹ 10 Da sagte Jesus: ›Weg mit dir, Satan! In den Heiligen Schriften heißt es: 'Vor dem Herrn, deinem Gott, wirf dich nieder, ihn sollst du anbeten und niemand sonst.'‹« (Matthäus 4,8-10, Übersetzung Gute Nachricht) Jesus wehrt sich durch einen Rückgriff auf seine religiöse Tradition gegen das Ansinnen des Satans und widersteht dieser Versuchung. Er überlasst es Gott allein, allmächtig zu sein und wehrt sich gegen jeden eigenen Machtanspruch.

Kampf mit Gott

Die Ausgangslage schein klar zu sein: Wer sich anmaßt, mit Gott kämpfen zu wollen, wird verlieren! Es ist die Frage, ob man jetzt den Kampf sucht oder ob man herausgefordert wird. Im Buch Genesis lesen wir von Jakob, wie er diesen Kampf besteht: »23 Mitten in der Nacht stand Jakob auf und nahm seine beiden Frauen und die beiden Nebenfrauen und seine elf Söhne und brachte sie an einer seichten Stelle über den Jabbok; 24 auch alle seine Herden brachte er über den Fluss. 25 Nur er allein blieb zurück. Da trat ihm ein Mann entgegen und rang mit ihm bis zum Morgengrauen. 26 Als der andere sah, dass sich Jakob nicht niederringen ließ, gab er ihm einen Schlag auf das Hüftgelenk, sodass es sich ausrenkte. 27 Dann sagte er zu Jakob: »Lass mich los; es wird schon Tag!« Aber Jakob erwiderte: »Ich lasse dich nicht los, bevor du mich segnest!« 28 »Wie heißt du?«, fragte der andere, und als Jakob seinen Namen nannte, 29 sagte er: »Du sollst von nun an nicht mehr Jakob heißen, du sollst Israel heißen! Denn du hast mit Gott und mit Menschen gekämpft und hast gesiegt.« 30 Jakob bat ihn: »Sag mir doch deinen Namen!« Aber er sagte nur: »Warum fragst du?«, und segnete ihn. 31 »Ich habe Gott von Angesicht gesehen«, rief Jakob, »und ich lebe noch!« Darum nannte er den Ort Penuël. 32 Als Jakob den Schauplatz verließ, ging die Sonne über ihm auf. Er hinkte wegen seiner Hüfte.« (Genesis 32,23-32 Übersetzung Gute Nachricht)

Gargolien

Wir kennen unzählige von ihnen und haben sie auch schon oft gesehen. Von alten gotischen Kathedralen blicken sie auf die Menschen in Form von Wasserspeiern, Brüstungen und als Zierwerk herab. Sie haben unterschiedliche Formen und Gestalten, mal halb Mensch, halb Tier, mal Teufel, mal mit einer dämonischen Fratze, mit Flügeln und aufgerissenen Mündern, zähnefletschend und scheinbar laut schreiend. Die Rede ist von Gargolien, die heute zwar beliebte Fotomotive sind, aber warum es sie gibt, ist weniger bekannt. Wir wundern uns darüber, was diese Früchte des Aberglaubens an einer Kirche verloren haben. Und in der Autobahnkirche taucht mindestens eine von diesen Gestalten in der Krypta auf. Grund genug, um über dieses Relikt abendländischer Geistesgeschichte nachzudenken. 
Die Menschen im Mittelalter und in der frühen Neuzeit hatten vor ihrer Umwelt Angst. Der Teufel trieb sein Unwesen, man musste sich hüten, nicht in seine Fänge zu geraten. Dämonen waren überall. Hinter jeder Ecke konnte der Verführer lauern und locken oder erschrecken. Göttliche Mächte standen mit den bösen in einem ständigen Kampf, die Seelen der Menschen sollten die Beute sein, das Leben der Menschen war der Kampfplatz.

Das macht mir Angst

Als Jesus mit Petrus, Jakobus und Johannes auf den Berg Tabor hinaufgestiegen waren, geschah etwas für die drei Begleiter Jesu Beängstigendes: »29 Während er betete, veränderte sich sein Gesicht und seine Kleider wurden leuchtend weiß. 30 Und dann standen auf einmal zwei Männer neben ihm und redeten mit ihm. Es waren Mose und Elija. 31 Sie erschienen in himmlischem Glanz und sprachen mit ihm über das Ende, das er nach Gottes Plan in Jerusalem nehmen sollte. 32 Petrus und die zwei anderen Jünger waren in tiefen Schlaf gefallen. Als sie aufwachten, sahen sie Jesus in seinem himmlischen Glanz und die zwei Männer, die bei ihm standen. 33 Als die beiden von Jesus weggehen wollten, sagte Petrus zu Jesus: »Wie gut, dass wir hier sind, Herr! Wir wollen drei Zelte aufschlagen, eins für dich, eins für Mose und eins für Elija.« – Er wusste nicht, was er da redete. 34 Noch während Petrus das sagte, kam eine Wolke und warf ihren Schatten auf Jesus und auf Mose und Elija. Die drei wurden ganz eingehüllt von der Wolke, und die Jünger bekamen Angst. 35 Eine Stimme aus der Wolke sagte: »Dies ist mein Sohn, ihn habe ich erwählt; auf ihn sollt ihr hören!« 36 Nachdem die Stimme das gesagt hatte, war nur noch Jesus allein zu sehen. Die drei Jünger behielten dies alles für sich und erzählten damals niemand, was sie gesehen hatten. (Lukas 9, 29-36, Übersetzung Gute Nachricht, vgl. Markus 9,2–9; Matthäus 17,1–8).

Rundumversorgung

Hier ist eines der wenigen Bilder ohne einen direkten biblischen Bezug an der Autobahnkirche. Im besten Fall kann man von einem symbolischen Bezug reden zu einem Zustand, den man am besten mit »Schlaraffenland« umschreiben kann. Man stelle sich vor, wenn Bären in Nordeuropa und -amerika zur Zeit der Lachswanderung an den Wasserfällen sitzen und ohne große Mühe Fische im Überfluss fangen können. Zumindest für eine kurze Zeit ist für reichlich Nahrung gesorgt. Das Angebot ist größer, als im Augenblick gebraucht wird. Ja, das ist eine Definition von Paradies, dass man sich um die tägliche Nahrung nicht kümmern muss. Für die Menschen in biblischen Zeiten eine Vorstellung, die sehr reale Züge hatte. Wie oft wurde die Ernte durch Kriege zerstört, wie oft haben Dürren oder Unwetter die gesamte Ernte vernichtet. Das Versprechen, in ein Land ziehen zu können, in dem Milch und Honig fließen, in dem Grundlebensmittel und Konsumgüter in ausreichender Menge vorhanden sind.

Treue in der Not

Wenn die Frage nach einem unschuldig Leidenden gestellt wird, wird immer Hiob genannt. Er ist aufgrund einer Wette zwischen Gott und dem Teufel zum Spielball der Intrigen des Höllenfürsten geworden. Und das nur, um die Unerschütterlichkeit seines Glaubens auf die Probe zu stellen. Vergessen wird dabei aber seine Frau, die in der Rahmenerzählung nur zweimal erwähnt wird. Sie wird Hiob nicht genommen, sie steht in aller Not treu zu ihm. Sie verliert wie er Hab und Gut, sie verliert ihre Kinder, ihr bleibt am Ende nur neben ihrem Mann in der Asche, in den Trümmern ihres bisherigen Lebens zu sitzen. Im Gegensatz zu Hiob lehnt sie sich aber auf: »9 Seine Frau sagte zu ihm: ›Willst du Gott jetzt immer noch die Treue halten? Verfluche ihn doch und stirb!‹ 10 Aber Ijob antwortete: ›Du redest ohne Verstand wie eine, die Gott nicht ernst nimmt! Wenn Gott uns Gutes schickt, nehmen wir es gerne an. Warum sollen wir dann nicht auch das Böse aus seiner Hand annehmen?‹« (Hiob 2,9-10, Übersetzung Gute Nachricht) Sie lässt sich überzeugen und bleibt treu an der Seite ihres Mannes.
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