orthodoxe Ostkirchen: 20. April
Anastasius wurde 559 Patriarch (Bischof) von Antiochia in Syrien (am Orontes; heute Antakya in der Südosttürkei), wo man die Anhänger der neuen Religion einst erstmals als »Christen « bezeichnet hatte und wo deren Führer seit langem hohes Ansehen genossen. In der damaligen Kirchenhierarchie rangierte der Patriarch von Antiochia an vierter Stelle – hinter dem Bischof von Rom (Papst) und den Patriarchen von Konstantinopel (Byzanz), dem heutigen Istanbul, und Alexandria in Ägypten. Anastasius aber zog sich den Zorn des byzantinischen Kaisers Justin II. (565–78) zu, weil er die Lehre der Aphtartodoketen, einer fanatischen Spielart der Irrlehre der Monophysiten über die Person Jesu Christi, bekämpfte. Justin, selbst ein Anhänger des Monophysitismus (Lehre von der einzig göttlichen Existenz Jesu), sorgte dafür, dass Anastasius im Jahre 570 sein Bistum verlor und aus Antiochia verbannt wurde. Erst 593, sechs Jahre vor seinem Tod, wurde Anastasius unter Kaiser Maurikios (582–602) auf Fürsprache von Papst Gregor I. dem Großen (590–604), der ihn wegen seiner Tugendhaftigkeit und Gelehrsamkeit sehr schätzte und in engem Briefkontakt mit ihm stand, wieder in sein Amt eingesetzt.

Quelle: Herder-Verlag










