Der Noah-Turm

 
Wer auf die Autobahnkirche von der Raststätte zuläuft, stößt zuerst auf den Noah-Turm. Der gedrungene Beton-Klotz wirkt verstörend und ist doch harmonisch in die Landschaft eingebettet. Als erstes sticht das Bildnis des roboterhaften Menschen ins Auge, dessen Kopf ein Auto darstellt und der aus Autoteilen besteht. Ein Fanal der Technik.
Das ist das große Thema hier am Noah-Turm. Die moderne Technik, die wie die biblische Sintflut alles leben auf der Erde zerstört. An der Ostseite sehen wir Noah, der sich in seine Arche rettet und die Türen schließt. Wir sehen Christophorus, der das Kind trägt und eine Mutter, die ein Kind stillt. Geschütztes Leben und bedrohtes Leben
Auf der Ostseite sehen wir das erste Menschenpaar, deren Sündenfall und den modernen Sündenfall, die Zerstörung der Natur. Es ist das Öl und die Prinzipien der kapitalistischen Marktwirtschaft, die die Erde zerstören. Während wir an der Nordseite eher die geretteten Lebenwesen sehen, befinden sich auf der Südseite Menschen, die sich schuldig fühlen und aus dem Paradies vertrieben sind. Über allem schaut Noah aus der Arche auf die Welt hinaus.
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Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Das unschuldige Opfer

In mythologischen Religionen braucht es Opfer, um sich mit den Göttern wieder gut zu stellen. Sie sollen besänftigt werden, indem man etwas von dem, was man erwirtschaftet hat oder was einem wertvoll ist, abgibt, es den Göttern opfert. Im Buch Genesis wird Abraham aufgefordert seinen Sohn zu opfern, um seinen Glauben an Gott zu beweisen. Aus heutiger Sicht eine Ungeheuerlichkeit. Ein Gott, der von Menschen fordert, dass sie ihr eigenes Fleisch und Blut opfern, das geht heute nicht mehr. Überhaupt muss die Frage erlaubt sein, ob wir im religiösen Bereich noch von Opfern sprechen sollen. Ein Opfer ist immer unschuldig, es kann nichts dafür, dass es ausgewählt wurde. Im Gegenteil, ein Opfer sollte möglichst rein sein, um sich Gott gegenüber würdig zu erweisen. Je reiner, umso wertvoller. 
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