Erzbischof gratuliert Cem Özdemir zum Wahlerfolg

11.03.2026 | Stephan Burger bietet enge Kooperation für eine demo­kratische und freiheitliche Kultur an

Erzbischof Stephan Burger hat Cem Özdemir zum Wahlerfolg bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg am vergangenen Sonntag (8. März) gratuliert. Er hoffe auf eine weitere enge Zusammenarbeit zwischen der Erzdiözese Freiburg und der künftigen Landesregierung. Auf der Grundlage des christlichen Wertekanons wolle sich die Kirche im Sinne der Förderung einer demokratischen und freiheitlichen Kultur einbringen.
 
 "Nach einer ereignisreichen Wahl und deren mehr als spannenden Ausgang", so der Erzbischof, "gratuliere ich Ihnen zu lhrem Wahlerfolg und wünsche Ihnen für die anstehenden und herausfordernden Aufgaben alles erdenklich Gute sowie Gottes reichen Segen".  Weiter verweist Erzbischof Stephan Burger in dem Gratulationsschreiben auf zahlreiche Berührungspunkte und Aufgabenfelder, die er als Erzbischof und Özdemir als wahrscheinlicher künftiger Ministerpräsident habe. 

"Über die Fortsetzung der gemeinsamen Arbeit und der sehr guten Kooperation, wie sie sich unter Ministerpräsident Kretschmann entwickelt hatte, würde ich mich sehr freuen." Ihm sei es ein Anliegen, als Kirche "unseren Beitrag zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger unseres Landes zu leisten". 
 
Bereits am Sonntagabend nach Schließung der Wahllokale hatte der Erzbischof die hohe Wahlbeteiligung gewürdigt: "Die Bürgerinnen und Bürger von Baden-Württemberg haben heute ein starkes Zeichen für unsere Demokratie gesetzt. Die deutlich gestiegene Wahlbeteiligung auf über 70 Prozent zeigt, dass die Menschen die Zukunft unseres Landes aktiv mitgestalten wollen. Das ist ein ermutigendes Signal für die Lebendigkeit unserer demokratischen Kultur."
 
Gleichzeitig äußerte der Erzbischof gewisse Bedenken angesichts des Wahlergebnisses. Dieses spiegele auch eine tiefe Verunsicherung und eine zunehmende Polarisierung wider. "Mit Sorge beobachte ich gesellschaftliche und politische Strömungen, die an Einfluss gewinnen, indem sie das christliche Menschenbild und das fundamentale Gebot der Nächstenliebe offen oder unterschwellig infrage stellen. Wo Ausgrenzung statt Dialog tritt, wo die unantastbare Würde jedes Einzelnen  unabhängig von Herkunft, Religion oder Lebensgestaltung relativiert wird und wo Egoismus über die Solidarität mit den Schwächsten gestellt wird, da ist unser Widerspruch als Christen gefordert."
 
Glaube und Demokratie lebten vom Respekt vor dem Gegenüber. Aufgabe als Kirche sei es heute mehr denn je, Orte der Begegnung zu ermöglichen und Brücken zu bauen, wo Gräben sich auftun. Man setze sich für eine Gesellschaft ein, in der nicht das Trennende das letzte Wort habe, sondern die gemeinsame Verantwortung für die Bewahrung der Schöpfung und ein friedliches Miteinander.
 
(asc)
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Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Perspektiven öffnen

Eine auf den ersten Blick unverständliche Darstellung am Mose-Fries an der Autobahnkirche. Zwischen Mose und seiner Schwester Miriam findet sich eine Konstruktionszeichnung, in der auf der Fläche ein tiefer Raum aufgezogen wird. Möglich wird das durch die Konstruktion eines Fluchtpunktes, die die Malerei zur Zeit der Renaissance revolutioniert hat. Mit einem Fluchtpunkt erreicht man eine Perspektive und die Fläche bekommt räumliche Tiefe. Es ist der Versuch in der zweiten Dimension das darzustellen, was wir als dreidimensional wahrnehmen. Genau genommen ist es eine Sinnestäuschung. Mit der angeblichen Tiefe gewinnen wir eine neue Perspektive. Die vier Flächen um das Rechteck in der Mitte haben eine Funktion. Durch die leeren Trapeze, die Längs- und Querschraffur wird der Blick automatisch auf die Mitte gelenkt und zwar hinter die Mitte, die man nicht sieht, auf die Linien aber zulaufen. Der räumliche Eindruck wird verstärkt. Der Fluchtpunkt wird zum Fokus, an dem sich alles ausrichtet.
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