Vom Gefängnis in Kamerun zum Osterlicht in Freiburg

05.04.2026 | Erzbischof Burger macht Gläubigen Mut und feiert mit vielen Katholikinnen und Katholiken die Ostergottesdienste im Freiburger Münster.

Freiburg. In den Ostergottesdiensten im Freiburger Münster hat Erzbischof Stephan Burger am Wochenende dazu aufgerufen, die „Schockstarre“ angesichts globaler Krisen zu überwinden. Inspiriert von eindrücklichen Begegnungen während seiner jüngsten Reise nach Kamerun, betonte Burger die befreiende Kraft der christlichen Osterbotschaft: Gott sei gerade an den dunkelsten Orten der Welt gegenwärtig.
 

Ostern als Ausbruch aus der Hoffnungslosigkeit

„Die Auferstehung Christi ermutigt uns, die eigenen Gräber und Gefängnisse zu sprengen, in die wir uns oft selbst einschließen“, sagte Erzbischof Burger in seiner Predigt am Ostersonntag (5. April). Er zog eine Parallele zu seinem Besuch in einem Gefängnis in Douala (Kamerun) während der diesjährigen Misereor-Fastenaktion. Dort habe er teils untragbare Zustände erlebt, die ihn an die Zeile des Glaubensbekenntnisses „Hinabgestiegen in das Reich des Todes“ erinnert hätten.
 
Doch gerade dort werde Ostern greifbar: Durch Ordensschwestern und Misereor-Mitarbeitende, die den Gefangenen Rechtsbeistand und Bildung ermöglichen. „Diese Menschen werden zu Engeln für die Gefangenen. Sie bringen eine Botschaft der Hoffnung, die man dort ansonsten vergeblich suchen würde“, so Burger. Die Erfahrung, wie mehr als 100 Gefangene in einer Gefängniskapelle gemeinsam den Rosenkranz beteten, habe ihn tief beeindruckt: „Das Herausgeführt-werden aus diesem Abgrund ist eine reale Erfahrung.“

Appell gegen die „Schockstarre“

Bereits in der Osternacht (4. April) hatte der Erzbischof die Gläubigen dazu aufgerufen, sich nicht von den „verschiedenen Beben“ der Zeit – seien es persönliche Schicksalsschläge oder globale Krisen – lähmen zu lassen. „Bleiben wir nicht in der Schockstarre“, so der Erzbischof, „Gehen wir im Glauben und Vertrauen auf Christus hinaus ins Licht, ins Leben.“
 
Man müsse den Willen aufbringen, aus dem „Grab“ dessen herauszutreten, was einen verschließe. Burger unterstrich, dass neben der „Welt der Katastrophen“ auch eine „Welt der nie erlöschenden Liebe und Zuversicht“ existiere. Als Zeichen dieser lebendigen Hoffnung nannte er den Einsatz der kirchlichen Hilfswerke in aktuellen Krisenregionen wie Gaza, der Ukraine und dem Libanon.

Hintergrund: Ostern im Erzbistum

Das Osterfest ist das höchste Fest der katholischen Kirche und feiert die Auferstehung Jesu Christi als Sieg des Lebens über den Tod. Im Freiburger Münster feierten tausende Gläubige gemeinsam mit dem Erzbischof die Liturgien der Kar- und Ostertage.
 
  

Musikalische Begleitung

Musikalisch mitgestaltet wurde die Osternacht von der Mädchenkantorei am Freiburger Münster, den Freiburger Domsingknaben sowie Mitgliedern des Philharmonischen Orchesters Freiburg. Das Pontifikalamt zu Ostern wurde musikalisch mitgestaltet vom Freiburger Domchor, der Freiburger Domkapelle, Vokalsolisten sowie Mitgliedern des Philharmonischen Orchesters Freiburg. 
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Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Perspektiven öffnen

Eine auf den ersten Blick unverständliche Darstellung am Mose-Fries an der Autobahnkirche. Zwischen Mose und seiner Schwester Miriam findet sich eine Konstruktionszeichnung, in der auf der Fläche ein tiefer Raum aufgezogen wird. Möglich wird das durch die Konstruktion eines Fluchtpunktes, die die Malerei zur Zeit der Renaissance revolutioniert hat. Mit einem Fluchtpunkt erreicht man eine Perspektive und die Fläche bekommt räumliche Tiefe. Es ist der Versuch in der zweiten Dimension das darzustellen, was wir als dreidimensional wahrnehmen. Genau genommen ist es eine Sinnestäuschung. Mit der angeblichen Tiefe gewinnen wir eine neue Perspektive. Die vier Flächen um das Rechteck in der Mitte haben eine Funktion. Durch die leeren Trapeze, die Längs- und Querschraffur wird der Blick automatisch auf die Mitte gelenkt und zwar hinter die Mitte, die man nicht sieht, auf die Linien aber zulaufen. Der räumliche Eindruck wird verstärkt. Der Fluchtpunkt wird zum Fokus, an dem sich alles ausrichtet.
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