Kirchen und Wohlfahrtsverbände fordern verlässliche Strukturen für die Integration

17.06.2026 | Spielräume müssen nach Reform des Europäischen Asylsystems für „menschenwürdige Aufnahmebedingungen“ genutzt werden

Stuttgart/Freiburg/Rottenburg/Karlsruhe. Anlässlich des Weltflüchtlingstags und des Gedenktags für die Opfer von Flucht und Vertreibung am 20. Juni wenden sich die vier großen Kirchen in Baden und Württemberg gemeinsam mit ihren Wohlfahrtsverbänden, den Diakonischen Werken und Caritasverbänden, in einem Impulspapier zum Themenkomplex Flucht, Migration und Integration „an die politisch Verantwortlichen und an alle, denen ein gutes Zusammenleben in Vielfalt am Herzen liegt“.
 
In dem Papier der Fachabteilungen betonen die Kirchen und ihre Wohlfahrtsverbände, dass Migration keine Ausnahmesituation, sondern ein Teil der menschlichen Geschichte und der gesellschaftlichen Realität sei. Es gelte, die Migration mit ihren Potenzialen anzuerkennen, statt sie vorrangig als Problem zu rahmen. Dies sei eine wesentliche Voraussetzung für gesellschaftlichen Zusammenhalt. Eine problem- und sachorientierte Auseinandersetzung mit bestehenden Herausforderungen sei dabei einzuschließen.
 
„Integration braucht Kontinuität“, heißt es in dem Papier weiter. Dies gelinge nur mit verlässlichen Strukturen. „Die Kirchen und ihre Wohlfahrtsverbände leisten hier seit Jahrzehnten einen unverzichtbaren Beitrag.“ Dabei betonen Kirchen und Wohlfahrtsverbände wörtlich: „Integration findet vor allem vor Ort statt. Kommunen und zivilgesellschaftliche Initiativen tragen wesentliche Verantwortung und benötigen dafür eine verlässliche, langfristige Finanzierung sowie Planungssicherheit.“ Das Integrationsmanagement als Schnittstelle zwischen Kommunen, Arbeitsmarktakteuren und Zivilgesellschaft sollte, eingebettet in ein Integrationsgesamtkonzept, strategisch gestärkt und qualitativ weiterentwickelt werden.
 
Am 12. Juni sind die Reformen des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS) in Kraft getreten. Die vier Kirchen und ihre Wohlfahrtsverbände fordern, dass die vorhandenen Spielräume genutzt werden, „um menschenwürdige Aufnahmebedingungen zu gestalten“. Konkret bedeute das, „den Zugang zu rechtlicher Beratung zu sichern, soziale Teilhabe von Anfang an zu ermöglichen und einen rechtsstaatlichen, würdevollen Umgang mit Schutzsuchenden zu gewährleisten.“ Besondere Aufmerksamkeit verdienten dabei vulnerable Gruppen, etwa Menschen mit Gewalterfahrungen, unbegleitete Minderjährige sowie Menschen mit psychischen Erkrankungen. „Kirchliche Seelsorge und psychosoziale Beratung in Aufnahmeeinrichtungen leisten hier einen wichtigen Beitrag.“ Die unabhängige Verfahrens- und Sozialberatung sei dabei ein bewährter Baustein für rechtsstaatliche Asylverfahren und für Integration von Anfang an.
 
Kalender
Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Am Boden zerstört

Es ist die pure Verzweiflung, die am Fenster aus dem Passionszyklus in der Autobahnkirche dem  Betrachtenden entgegen schreit. Eine blutende, verkrümmte Person wendet sich in ihrer Not nach oben und schreit um Hilfe. Im Psalm 130 wird das sehr anschaulich geschildert: »1 (...)Aus der Tiefe meiner Not schreie ich zu dir. 2 HERR, höre mich doch! Sei nicht taub für meinen Hilferuf!« (Psalm 130, Übersetzung Gute Nachricht) Immer wieder haben Menschen in ausweglosen Situationen ihrer Verzweiflung Ausdruck gegeben, viele Hilferufe sind ungehört verhallt und haben keinen Niederschlag in der Geschichtsschreibung gefunden. Im besten Fall tauch ihr Leid in anonymen Opferzahlen aus, die das unermessliche Leid nichtannähernd widerspiegeln.
Facebook Like-Box
 Social-Media-Inhalte aktivieren
Veranstaltungen
Di. 15.09.2026
Kontemplation
Di. 22.09.2026
Kontemplation
Di. 29.09.2026
Kontemplation

weitere Veranstaltungen ...
Schott Messbuch
Sonn- und Feiertagsgeläut
Meldungen der Erzdiözese
Hier können Sie sich den Meldebogen für das  "Buch der Verkehrstoten" herunterladen und uns zusenden.