Kultur, Werte, Religion in Kindertageseinrichtungen lebendig gestalten

14.09.2026 | Kirchen veröffentlichen Praxisbuch

Stuttgart/Karlsruhe/Rottenburg/Freiburg. „Kultur, Werte, Religion – Praxisbausteine zur Umsetzung des Orientierungsplans“: Unter diesem Titel veröffentlichen die vier großen Kirchen in Baden-Württemberg ein Praxisbuch zur Umsetzung des für alle Kindertageseinrichtungen in Baden-Württemberg geltenden Bildungsplans. Mit diesem erhalten pädagogische Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen eine praxistaugliche Unterstützung zur Umsetzung wertebasierter und vielfaltssensibler Bildungsangebote, die insbesondere Themen religiöser Bildung aufgreifen. Herausgeber sind die vier großen Kirchen in Baden-Württemberg gemeinsam mit ihren Träger- beziehungsweise Spitzenverbänden. 
 
Kinder in Kindertageseinrichtungen oder in der Kindertagespflege entdecken in vielfältiger Weise die Welt. Sie erleben unterschiedliche Traditionen, Feste und Rituale. Und sie stellen Fragen auf ihrer Entdeckungsreise. Pädagogische Fachkräfte kennen dies aus ihrer täglichen Arbeit – und sie suchen selbst nach Antworten. Das gilt für Fragen zum Sinn des Lebens, zu den Werten, die uns tragen, und zum religiösen Blick auf die Welt. Die Praxisbausteine des jetzt veröffentlichten Praxisbuchs liefern konkrete Ideen und praxisnahe Hilfestellung, damit pädagogische Fachkräfte diese Fragen und Themen unkompliziert in der religiös vielfältigen Kita-Praxis begleiten können.

„Eine Frage der Bildungsgerechtigkeit“

Mit der „Konferenz der evangelischen und katholischen Kirchenleitungen Baden-Württemberg und ihrer Spitzen- und Trägerverbände für Kindertageseinrichtungen (4KK-KiTa)“ begleiten die vier Kirchen die Umsetzung des Bildungs- und Entwicklungsfeldes Kultur, Werte, Religion mit verschiedenen Unterstützungsangeboten. „Unser Ziel sind unkomplizierte und alltagsnahe Ideen für die Praxis in den Kindertageseinrichtungen, aber auch für die Aus- und Fortbildung von pädagogischen Fachkräften, um religiöse Themen aufzugreifen und ein wertebasiertes Miteinander zu stärken“, so Pfarrer Albrecht Fischer-Braun, Vorsitzender der 4KK-KiTa und Geschäftsführendes Vorstandsmitglied Evangelischer Landesverband – Tageseinrichtungen für Kinder in Württemberg.

„Es ist eine Frage der Bildungsgerechtigkeit, dass alle Kinder die Möglichkeit zur Wertebildung erhalten und dabei auch religiöse sowie spirituelle Zugänge zur Welt entdecken können“, betont Barbara Remmlinger, Leiterin Referat Kindertageseinrichtungen und frühkindliche Bildung im Erzbischöflichen Ordinariat Freiburg und Mitautorin des Bildungs- und Entwicklungsfeldes Kultur, Werte, Religion im Orientierungsplan Baden-Württemberg. „Kinder brauchen einen inneren Kompass und pädagogische Fachkräfte benötigen hierfür Orientierung“, führt sie weiter aus. Eine religions- und vielfaltssensible Bildung leiste einen wichtigen Beitrag dazu, friedvoll miteinander zu leben und Kindern einen breiten Zugang zur Welt zu ermöglichen. Die Praxisbausteine sollen hierzu direkt umsetzbare Handlungsvorschläge bieten.
 
Das Praxisbuch „Kultur, Werte, Religion – Praxisbausteine zur Umsetzung des Orientierungsplans“ (ISBN 978-3-451-03750-4) ist im Herder-Verlag erschienen und ab dem 14.09. dort erhältlich: www.herder.de. 

Hintergrund

Mitglieder der 4KK-KiTa sind die Evangelische Landeskirche in Baden, das Diakonische Werk der Evangelischen Landeskirche in Baden, die Erzdiözese Freiburg, der Caritasverband für die Erzdiözese Freiburg, die Evangelische Landeskirche in Württemberg, der Evangelische Landesverband – Tageseinrichtungen für Kinder in Württemberg, die Diözese Rottenburg-Stuttgart und der Landesverband Katholischer Kindertagesstätten der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Die Mitglieder der 4KK-KiTa vertreten insgesamt mehr als 5.300 Kitas und unterstützen diese mit einem breiten Netzwerk durch Fachberatung, Fortbildung, pastorale Begleitung und Geschäftsführung.
 
Weitere Informationen zur Umsetzung des Bildungs- und Entwicklungsfeldes Kultur, Werte, Religion gibt es online unter: www.kultur-werte-religion.de.
 
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Der neue Mensch

Am Johannes-Turm der Autobahnkirche wiederholt sich ein Motiv, das wir vom Noah-Turm schon kennen: Eva und Adam stehen unschuldig im Paradies, allerdings auch wieder unter einem Baum. Es ist die Illusion vom neuen Menschen, vom Neuanfang, die Emil Wachter hier beschwört. Doch die beiden Darstellungen unterscheiden sich kaum. Ob dieser Neuanfang möglich ist, bleibt abzuwarten, ganz realistisch ist er nicht, dazu ähneln sich die beiden Szenen zu sehr. Ist es möglich, dass der paradiesische Mensch entstehen kann, zurück in die Unschuld des Anfangs? Ist dieses Ideal nicht ein Selbstbetrug? Neuanfänge sind nötig, wir brauchen eine Korrektur dessen, was wir bisher getan haben. Korrektur heißt aber, dass man nicht bei Null anfängt, sondern all das, was bisher war, integriert wird. Der neue Mensch, wenn man überhaupt davon reden kann, trägt die Spuren des alten in und an sich. Der alte Mensch verschwindet nicht, er bildet das Material, für den neuen, Wir werden uns selbst nicht los. Wenn es dann im neuen Paradies auch noch Bäume gibt, dann bleibt ebenso die Versuchung bestehen, die werden wir nicht los. Im Gegenteil, es besteht so die Gefahr, dass alles von vorne anfängt, ein ewiger Kreislauf von Neuschöpfung und Schuldig-werden. Dann bleibt letzten Endes alles beim Alten, Fortschritt findet nicht wirklich statt. 
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