Erntedank 2026: Kirchen zeigen sich besorgt über Folgen der Dürre

08.10.2026 | Landesbischöfin Heike Springhart und Erzbischof Stephan Burger würdigen die Arbeit der heimischen Landwirte und rufen zu Solidarität auf

Freiburg/Karlsruhe. Mit Sorge blicken die evangelische und die katholische Kirche in Baden auf die Folgen der diesjährigen Trockenheit für die heimische Landwirtschaft. In einer gemeinsamen Erklärung weisen Stephan Burger, Erzbischof der Erzdiözese Freiburg, und Heike Springhart, Landesbischöfin der Evangelischen Landeskirche in Baden, auf die Auswirkungen der Dürre für die Landwirtinnen und Landwirte hin.  
 
Die langanhaltende Hitze- und Trockenperiode habe erhebliche Ernteausfälle verursacht und belaste zahlreiche Höfe wirtschaftlich. Zugleich würdigen die Landesbischöfin und der Erzbischof die große Bedeutung der Landwirtschaft für Ernährung, Natur- und Landschaftspflege und rufen zu Solidarität mit den Betroffenen auf. 
Hier das gemeinsame Wort anlässlich des Erntedankfestes im Wortlaut: 
 
Ökumenisches Wort der Kirchen in Baden 
zur Dürresituation in der Landwirtschaft anlässlich Erntedank 2026
 
„Denn die Sonne geht auf mit ihrer Hitze und versengt das Gras; die Blume verwelkt und ihre Pracht vergeht.“ (Jak 1,11)
 
„Gott, es wartet alles auf dich, dass du ihnen Speise gebest zu seiner Zeit.“ (Ps 104,27)
 
„Wir alle im Südwesten Deutschlands haben in diesem Sommer unter einer außergewöhnlich langen Hitzeperiode gelitten. Sie hat menschliches Leid verursacht, Menschen sind an den Folgen gestorben. Sie hat aber auch Schäden in Natur und Wirtschaft hervorgerufen, die zusätzlich belasten. Anlässlich des Erntedankfestes wollen wir besonders auf die Situation der Landwirtschaft in Baden hinweisen.
 
Viele Landwirtinnen und Landwirte werden bei der diesjährigen Ernte bei weitem nicht das erreichen, was erwünscht und notwendig ist. Das gilt für die Feldfrüchte, aber auch für die Gewinnung von Futter für die Nutztiere. Viele Ackerbaubetriebe erleiden erhebliche Verluste, viehhaltende Betriebe haben nicht genügend Futter für ihre Tiere im Winter. Das alles trifft die Höfe in einer ohnehin angespannten Situation, in der wirtschaftliche und persönliche Belastung zu einer existenziellen Herausforderung wird. In der Landwirtschaft sind betriebliche Belange eng mit den persönlichen und familiären verknüpft. Deshalb ist unsere Sorge groß, dass sich diese Einbußen und Problemlagen nicht zuletzt auf das psychische und seelische Befinden der Betroffenen auswirken wird.
 
Wir wollen in dieser schwierigen Situation unsere traditionell enge Verbundenheit mit der Landwirtschaft in Baden zum Ausdruck bringen. Die Landwirtinnen und Landwirte sorgen nicht nur für unsere Ernährung, sie leisten wertvolle Beiträge zum Erhalt unserer Natur und der Biodiversität. Sie pflegen unsere schöne und weit über unsere Grenzen hinaus geschätzte Kulturlandschaft und sind fester, aktiver Bestandteil der Dörfer und des ländlichen Raums, die weite Regionen unseres Landes prägen. Wir brauchen in Baden eine gesunde und zukunftsfähige Landwirtschaft.
 
Wir wollen den Menschen, die die guten Gaben Gottes erzeugen, unseren besonderen Dank aussprechen! Konkret können wir alle unsere Unterstützung zum Ausdruck bringen, indem wir auf Regionalität oder Direktvermarktung auf den Märkten und Höfen achten. Wir Kirchen unterstützen und begleiten gerne mit unseren spezifischen Bildungs- und Beratungsangeboten. Trotz aller Sorgen wünschen wir Ihnen allen ein gesegnetes Erntedankfest, bei dem Dank, Verbundenheit und Zuversicht spürbar werden!“
 
Gemeinsam mit dem Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverband (BLHV) findet am Sonntag, 11. Oktober, ab 14 Uhr eine zentrale Erntedankfeier auf dem Hof der Familie Fröhlin, Im Abbrich 1, in Buggingen statt. Den Gottesdienst hält Landesbischöfin Heike Springhart.
 
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In einer gemeinsamen Erklärung weisen Stephan Burger, Erzbischof der Erzdiözese Freiburg, und Heike Springhart, Landesbischöfin der Evangelischen Landeskirche in Baden, auf die Auswirkungen der Dürre für die Landwirtinnen und Landwirte hin.
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Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Der neue Mensch

Am Johannes-Turm der Autobahnkirche wiederholt sich ein Motiv, das wir vom Noah-Turm schon kennen: Eva und Adam stehen unschuldig im Paradies, allerdings auch wieder unter einem Baum. Es ist die Illusion vom neuen Menschen, vom Neuanfang, die Emil Wachter hier beschwört. Doch die beiden Darstellungen unterscheiden sich kaum. Ob dieser Neuanfang möglich ist, bleibt abzuwarten, ganz realistisch ist er nicht, dazu ähneln sich die beiden Szenen zu sehr. Ist es möglich, dass der paradiesische Mensch entstehen kann, zurück in die Unschuld des Anfangs? Ist dieses Ideal nicht ein Selbstbetrug? Neuanfänge sind nötig, wir brauchen eine Korrektur dessen, was wir bisher getan haben. Korrektur heißt aber, dass man nicht bei Null anfängt, sondern all das, was bisher war, integriert wird. Der neue Mensch, wenn man überhaupt davon reden kann, trägt die Spuren des alten in und an sich. Der alte Mensch verschwindet nicht, er bildet das Material, für den neuen, Wir werden uns selbst nicht los. Wenn es dann im neuen Paradies auch noch Bäume gibt, dann bleibt ebenso die Versuchung bestehen, die werden wir nicht los. Im Gegenteil, es besteht so die Gefahr, dass alles von vorne anfängt, ein ewiger Kreislauf von Neuschöpfung und Schuldig-werden. Dann bleibt letzten Endes alles beim Alten, Fortschritt findet nicht wirklich statt. 
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