Hin- und hergerissen

Wofür soll man sich entscheiden, wenn von verschiedenen Seiten an einem gezogen wird? Manchmal ist die Entscheidung einfach und klar, weil wir klare Kriterien haben. Aber was ist, wenn wir zwischen Pest und Cholera wählen müssen und sich eine gute Lösung überhaupt nicht anbietet?
In dieser Darstellung an der Autobahnkirche erleben wir Abraham, der sich zwischen dem Anspruch Gottes nach unbedingtem Gehorsam und seinen Gefühlen als Vater entscheiden muss. Sein Gesicht ist ratlos, seine Hände zeigen die Zerrissenheit, in der er sich befindet.
Die Erzählung, in der ihn Gott auffordert, seinen einzigen und langersehnten Sohn zu opfern, wird of dazu hergenommen, um zu beschreiben, dass die Ansprüche, die Gott an uns Menschen stellt auf jeden Fall höher einzuordnen sind als die, die wir Menschen aneinander stellen. Aber diese Entscheidung ist perfide, denn sie bringt uns in unlösbare Konflikte. Aus heutiger Sicht darf Religion keine Ansprüche stellen, die gegen das Leben gerichtet sind. Und das ist gut so! Ja, es muss auch die Frage erlaubt sein, ob Religion und Glaube einen Menschen in diesen Konflikt stürzen dürfen, der alles andere als dem Leben dient.
Abraham wird von Gott gerettet, sein Vertrauen in Gott wurde bestätigt, Gott wollte sein Opfer nicht. Aber es ist allein schon eine untragbare Vorstellung, dass solch eine Entscheidung von Gott (oder seinen selbsternannten Vertreterinnen und Vertretern) eingefordert wird. Menschen sollen nie ins dieses Dilemma kommen müssen. Aufgabe von Religion ist es, Menschen aus der Zerrissenheit herauszuholen und zu einem Leben zu verhelfen, das ganzheitlich ist und dem Glück dient. Auf keinen Fall dürfen sie Menschen ins Unglück stürzen. Selbst wenn es um wichtige Glaubensfragen geht, muss die Frage erlaubt sein, ob sie dem Leben oder den Menschen dienen. Daran müssen sich Religionen messen lassen!
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Norbert Kasper

Pastoralreferent

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Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Faszinierend

Die beiden Brüder Jakobus und Johannes stehen da, mit offenen Mündern und aufgerissenen Augen. Sie können ihren Sinnen gerade nicht trauen. Sie verstehen nicht, was sie soeben erleben. Sie sind zusammen mit Petrus und Jesus auf den Berg Tabor gestiegen, ein mühsamer und beschwerlicher Weg. Jesus wird vor ihren Augen in eine strahlende Gestalt verwandelt und trägt herrliche weiße Kleide. Neben ihm tauchen zwei Männer auf, von denen sie sofort wissen, dass es Mose und Elia sind. Jesus unterhält sich mit ihnen, bis eine Stimmer ertönt: »Das ist mein geliebter Sohn, auf ihn sollt ihr hören!« Plötzlich ist alles vorbei, Mose und Elia sind verschwunden, Jesus steht wieder ganz einfach vor ihnen, auch das herrliche Strahlen ist nicht mehr. Ihre erste Reaktion ist, für immer an dem Ort zu bleiben, das Erlebte festzuhalten und drei Hütten zu bauen, was sie dann natürlich nicht tun, denn sie machen sich wieder an den Abstiegt vom Berg Tabor.
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