Ein Fingerzeig

Quelle: © VG Bild und Kunst, Bonn, Foto: Norbert Kasper

Der ausgestreckte Finger einer Hand, der irgendwohin deutet. Es ist ein eindeutiges Zeichen und jeder und jede weiß, was dann zu tun ist. Wir kennen das und schauen gleich in die angezeigte Richtung. Dort gibt es anscheinend etwas zu sehen, etwas, das sich lohnt, genauer betrachtet zu werden. In der Autobahnkirche zeigt dieser Finger auf eine Kreuzesdarstellung in der Krypta der Autobahnkirche. Der Finger hilft mir, dass ich auf etwas aufmerksam werde, das vielleicht meiner Wachsamkeit entgehen könnte. Wir werden an den Finger von Johannes am Isenheimer Altar erinnert, der auf den Gekreuzigten zeigt und unmissverständlich sagt: »Da musst du hinschauen, das ist wichtig!«
Der ausgestreckte Finger weißt auf etwas hin. Er zeigt etwas, es ist ja der Zeigefinger. Er weist auch von etwas weg, was jetzt gerade nicht wichtig ist. Er sagt: »Es geht um etwas anderes, das bis jetzt noch nicht im Blickfeld ist.«
Und ein drittes ist wichtig: Es geht nämlich nicht um den Finger. Ich darf nicht beim Betrachten des zeigenden Fingers stehen bleiben, ich muss dahin blicken, wohin er zeigt. Fatal wäre es, wenn ich aus dem Zeigefinger das Ziel meiner Betrachtung mache.
Ich bleibe dann beim vielleicht unwichtigsten stehen. Indem der Finger auf etwas zeigt, weist er auch von sich weg. In den Religionen wird oft der hinweisende Finger mit dem verwechselt, auf das er zeigt.Unser Alltag steht immer wieder in Gefahr, unwichtige Finger, die nur auf etwas hinweisen sollten, so wichtig zu nehmen, dass das eigentliche Ziel unseres Strebens aus dem Blick gerät. Dann verlieren wir die Orientierung und finden nicht das, was unser Leben wirklich ausrichtet. Wir bleiben bei dem stehen, was nicht wichtig ist, wir bleiben oberflächlich. 
Der Zeigefinger ist nur eine Hilfe, nicht das Ziel. Verwechseln wir das nicht !
 
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Wenn Abraham alle Menschen als Stammvater umfasst, kommt eine Botschaft heraus, wie sie besser nicht formuliert werden kann. Sie zieht sich durch die Heilige Schrift wie ein roter Faden. Beim Propheten Jesaja hört sie sich so an: »18b Der HERR sagt: »Die Zeit kommt, dass ich die Menschen aller Völker und Sprachen versammle. Sie alle werden zu mir kommen und meine Herrlichkeit sehen. 19 Ich werde ein Zeichen unter ihnen aufrichten und Boten zu ihnen senden – Menschen aus allen Völkern, die sich mir angeschlossen haben. Zu den fernsten Küsten sende ich meine Boten, nach Tarschisch, Put und Lud, nach Meschech, Tubal und Jawan. Unter den Völkern, die noch nichts von mir gehört und meine herrlichen Taten nicht gesehen haben, sollen sie meinen Ruhm bekannt machen. 20 Wenn sie zurückkehren, werden sie alle eure Brüder und Schwestern mitbringen, die noch unter den Völkern zerstreut sind. Auf Pferden, Maultieren und Dromedaren, in Wagen und Sänften werden dann aus aller Welt die Zerstreuten meines Volkes zu meinem heiligen Berg nach Jerusalem gebracht werden, als eine Opfergabe der Völker für mich, den HERRN – so wie ihr Israeliten eure Speiseopfer in reinen Gefäßen zu meinem Tempel bringt. « (Jesaja 66,18b-20, Übersetzung Gute Nachricht).
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