Ein Fingerzeig

Quelle: © VG Bild und Kunst, Bonn, Foto: Norbert Kasper

Der ausgestreckte Finger einer Hand, der irgendwohin deutet. Es ist ein eindeutiges Zeichen und jeder und jede weiß, was dann zu tun ist. Wir kennen das und schauen gleich in die angezeigte Richtung. Dort gibt es anscheinend etwas zu sehen, etwas, das sich lohnt, genauer betrachtet zu werden. In der Autobahnkirche zeigt dieser Finger auf eine Kreuzesdarstellung in der Krypta der Autobahnkirche. Der Finger hilft mir, dass ich auf etwas aufmerksam werde, das vielleicht meiner Wachsamkeit entgehen könnte. Wir werden an den Finger von Johannes am Isenheimer Altar erinnert, der auf den Gekreuzigten zeigt und unmissverständlich sagt: »Da musst du hinschauen, das ist wichtig!«
Der ausgestreckte Finger weißt auf etwas hin. Er zeigt etwas, es ist ja der Zeigefinger. Er weist auch von etwas weg, was jetzt gerade nicht wichtig ist. Er sagt: »Es geht um etwas anderes, das bis jetzt noch nicht im Blickfeld ist.«
Und ein drittes ist wichtig: Es geht nämlich nicht um den Finger. Ich darf nicht beim Betrachten des zeigenden Fingers stehen bleiben, ich muss dahin blicken, wohin er zeigt. Fatal wäre es, wenn ich aus dem Zeigefinger das Ziel meiner Betrachtung mache.
Ich bleibe dann beim vielleicht unwichtigsten stehen. Indem der Finger auf etwas zeigt, weist er auch von sich weg. In den Religionen wird oft der hinweisende Finger mit dem verwechselt, auf das er zeigt.Unser Alltag steht immer wieder in Gefahr, unwichtige Finger, die nur auf etwas hinweisen sollten, so wichtig zu nehmen, dass das eigentliche Ziel unseres Strebens aus dem Blick gerät. Dann verlieren wir die Orientierung und finden nicht das, was unser Leben wirklich ausrichtet. Wir bleiben bei dem stehen, was nicht wichtig ist, wir bleiben oberflächlich. 
Der Zeigefinger ist nur eine Hilfe, nicht das Ziel. Verwechseln wir das nicht !
 
Ansprechpartner

Norbert Kasper

Pastoralreferent

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Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Faszinierend

Die beiden Brüder Jakobus und Johannes stehen da, mit offenen Mündern und aufgerissenen Augen. Sie können ihren Sinnen gerade nicht trauen. Sie verstehen nicht, was sie soeben erleben. Sie sind zusammen mit Petrus und Jesus auf den Berg Tabor gestiegen, ein mühsamer und beschwerlicher Weg. Jesus wird vor ihren Augen in eine strahlende Gestalt verwandelt und trägt herrliche weiße Kleide. Neben ihm tauchen zwei Männer auf, von denen sie sofort wissen, dass es Mose und Elia sind. Jesus unterhält sich mit ihnen, bis eine Stimmer ertönt: »Das ist mein geliebter Sohn, auf ihn sollt ihr hören!« Plötzlich ist alles vorbei, Mose und Elia sind verschwunden, Jesus steht wieder ganz einfach vor ihnen, auch das herrliche Strahlen ist nicht mehr. Ihre erste Reaktion ist, für immer an dem Ort zu bleiben, das Erlebte festzuhalten und drei Hütten zu bauen, was sie dann natürlich nicht tun, denn sie machen sich wieder an den Abstiegt vom Berg Tabor.
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