Dreifaltigkeit

Es gibt viele Darstellungen und Bilder, mit denen wir zu beschreiben versuchen, wie wir Gott erfahren. Alle diese Bilder und Beschreibungen geben lediglich einen kleinen Ausschnitt unseres Erlebens wider, aber auf keinen Fall das Ganze. Ja, wir können das, was Gott ist, gar nicht beschreiben, geschweige denn erklären. Vielleicht wäre es besser, darüber zu schweigen oder nur das zu sagen, was Gott nicht ist.

Trotzdem müssen wir darüber reden, wie wir Gott erfahren. Wir brauchen Bilder, um uns dem Geheimnis Gottes anzunähern. Am Johannesturm finden wir eine abstrakte Darstellung der göttlichen Dreifaltigkeit. Allein dieser Begriff »Dreifaltigkeit« ist ein Konstrukt, über dessen Inhalt man ein Leben lang nachdenken kann.
Im Dreieck sehen wir drei Kugeln, von denen bei zwei nur der Abdruck zu sehen ist. Eine Kugel ist als solche sichtbar. Jede der Kugeln steht für eine der göttlichen Personen. Aber für wen steht die eine Kugel? Steht sie für den Schöpfergott, der sich in der Schöpfung im wahrsten Sinne des Wortes ausdrückt? Steht sie für den Sohn, der die menschliche Natur angenommen und sich so von den anderen beiden unterscheidet? Oder nimmt sie Bezug auf die Heilige Geistkraft, die in der Welt und in den Herzen der Menschen wirkt. Sie könnte aber auch Ausdruck des zeitlichen Wirken des Göttlichen in der Gegenwart sein, flankiert von der Vergangenheit und Zukunft, die vorbei bzw. noch leer sind. Und sind die beiden anderen göttlichen Personen bereits verschwunden, so dass nur noch deren Abdruck wahrzunehmen ist?

Schon so viele Deutungsmöglichkeiten, die diese einfache, symbolische Darstellung eröffnet. Und dabei haben wir noch gar nicht nach der Absicht des Künstlers gefragt. Sehen wir es als Einladung, einmal mehr über Gott, über Göttlichkeit, über Wesen und Erscheinungsweisen oder vielleicht besser Erfahrungsweisen des Göttlichen nachzudenken, zu reden und, wenn wir nicht mehr weiterwissen, zu schweigen.
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Dazugehören

Wenn Abraham alle Menschen als Stammvater umfasst, kommt eine Botschaft heraus, wie sie besser nicht formuliert werden kann. Sie zieht sich durch die Heilige Schrift wie ein roter Faden. Beim Propheten Jesaja hört sie sich so an: »18b Der HERR sagt: »Die Zeit kommt, dass ich die Menschen aller Völker und Sprachen versammle. Sie alle werden zu mir kommen und meine Herrlichkeit sehen. 19 Ich werde ein Zeichen unter ihnen aufrichten und Boten zu ihnen senden – Menschen aus allen Völkern, die sich mir angeschlossen haben. Zu den fernsten Küsten sende ich meine Boten, nach Tarschisch, Put und Lud, nach Meschech, Tubal und Jawan. Unter den Völkern, die noch nichts von mir gehört und meine herrlichen Taten nicht gesehen haben, sollen sie meinen Ruhm bekannt machen. 20 Wenn sie zurückkehren, werden sie alle eure Brüder und Schwestern mitbringen, die noch unter den Völkern zerstreut sind. Auf Pferden, Maultieren und Dromedaren, in Wagen und Sänften werden dann aus aller Welt die Zerstreuten meines Volkes zu meinem heiligen Berg nach Jerusalem gebracht werden, als eine Opfergabe der Völker für mich, den HERRN – so wie ihr Israeliten eure Speiseopfer in reinen Gefäßen zu meinem Tempel bringt. « (Jesaja 66,18b-20, Übersetzung Gute Nachricht).
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