Erfolglose Verhandlungen

Wie oft hören wir in den Nachrichten von Gesprächen, Konsultationen und Verhandlungen, die ergebnislos beendet oder gar abgebrochen werden. Die Gründe dafür sind vielfältig. Oft scheitern solche Gespräche daran, dass man keine gemeinsame Basis für die Verständigung findet. So auch hier am Mose-Turm.
Mose und Aaron stehen vor dem Pharao und verhandeln für ihr Volk. Sie sind lebendig und bringen ihr Anliegen vor, Augen und Mimik unterstützen das, was sie sagen. Ihnen gegenüber sitzt, steif und starr, einer Statue gleich, der Pharao. Er ist eine Verkörperung des Falkengottes Horus. Er hat göttlichen Status und ist die Inkarnation des Gottes auf Erden. Das Falkengesicht ist gleichsam das Sinnbild seiner Macht.
Das also ist die Ausgangslage für das Gespräch. Wir sehen, dass es nicht auf Augenhöhe stattfindet, die Teilnehmer, als Dialogpartner kann man sie wohl nicht bezeichnen, reden aneinander vorbei. Schon die Begegnung der drei zeigt, dass ihr Gespräch zum Scheitern verurteilt ist. Wie sollen denn auch die allmachtsorientierten Interessen eines gottgleichen Herrschers mit denen eines unterdrückten und in seiner Existenz bedrohten Volkes in Einklang gebracht werden?
Es ist ein sich immer wiederholendes Geschehen. Mächtige bleiben starr und unbeweglich, die schwache Position der Unterdrückten zeugt von Lebendigkeit. Aber das Gespräch führt zu Nichts, die Fronten bleiben verhärtet und irgendwann läuft alles auf  Konfrontation hinaus.
Muss
das so sein? Gibt es nicht auch andere Möglichkeiten des Dialogs? Wie können wir auf Augenhöhe miteinander ins Gespräch kommen? Gibt es einen Dialog zwischen göttlicher Allmacht und menschlichen Interessen? Es ist wohl unsere Aufgabe, immer wieder danach zu suchen und von unserer Seite aus Gesprächsbereitschaft zu zeigen.
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Dazugehören

Wenn Abraham alle Menschen als Stammvater umfasst, kommt eine Botschaft heraus, wie sie besser nicht formuliert werden kann. Sie zieht sich durch die Heilige Schrift wie ein roter Faden. Beim Propheten Jesaja hört sie sich so an: »18b Der HERR sagt: »Die Zeit kommt, dass ich die Menschen aller Völker und Sprachen versammle. Sie alle werden zu mir kommen und meine Herrlichkeit sehen. 19 Ich werde ein Zeichen unter ihnen aufrichten und Boten zu ihnen senden – Menschen aus allen Völkern, die sich mir angeschlossen haben. Zu den fernsten Küsten sende ich meine Boten, nach Tarschisch, Put und Lud, nach Meschech, Tubal und Jawan. Unter den Völkern, die noch nichts von mir gehört und meine herrlichen Taten nicht gesehen haben, sollen sie meinen Ruhm bekannt machen. 20 Wenn sie zurückkehren, werden sie alle eure Brüder und Schwestern mitbringen, die noch unter den Völkern zerstreut sind. Auf Pferden, Maultieren und Dromedaren, in Wagen und Sänften werden dann aus aller Welt die Zerstreuten meines Volkes zu meinem heiligen Berg nach Jerusalem gebracht werden, als eine Opfergabe der Völker für mich, den HERRN – so wie ihr Israeliten eure Speiseopfer in reinen Gefäßen zu meinem Tempel bringt. « (Jesaja 66,18b-20, Übersetzung Gute Nachricht).
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