Erfolglose Verhandlungen

Wie oft hören wir in den Nachrichten von Gesprächen, Konsultationen und Verhandlungen, die ergebnislos beendet oder gar abgebrochen werden. Die Gründe dafür sind vielfältig. Oft scheitern solche Gespräche daran, dass man keine gemeinsame Basis für die Verständigung findet. So auch hier am Mose-Turm.
Mose und Aaron stehen vor dem Pharao und verhandeln für ihr Volk. Sie sind lebendig und bringen ihr Anliegen vor, Augen und Mimik unterstützen das, was sie sagen. Ihnen gegenüber sitzt, steif und starr, einer Statue gleich, der Pharao. Er ist eine Verkörperung des Falkengottes Horus. Er hat göttlichen Status und ist die Inkarnation des Gottes auf Erden. Das Falkengesicht ist gleichsam das Sinnbild seiner Macht.
Das also ist die Ausgangslage für das Gespräch. Wir sehen, dass es nicht auf Augenhöhe stattfindet, die Teilnehmer, als Dialogpartner kann man sie wohl nicht bezeichnen, reden aneinander vorbei. Schon die Begegnung der drei zeigt, dass ihr Gespräch zum Scheitern verurteilt ist. Wie sollen denn auch die allmachtsorientierten Interessen eines gottgleichen Herrschers mit denen eines unterdrückten und in seiner Existenz bedrohten Volkes in Einklang gebracht werden?
Es ist ein sich immer wiederholendes Geschehen. Mächtige bleiben starr und unbeweglich, die schwache Position der Unterdrückten zeugt von Lebendigkeit. Aber das Gespräch führt zu Nichts, die Fronten bleiben verhärtet und irgendwann läuft alles auf  Konfrontation hinaus.
Muss
das so sein? Gibt es nicht auch andere Möglichkeiten des Dialogs? Wie können wir auf Augenhöhe miteinander ins Gespräch kommen? Gibt es einen Dialog zwischen göttlicher Allmacht und menschlichen Interessen? Es ist wohl unsere Aufgabe, immer wieder danach zu suchen und von unserer Seite aus Gesprächsbereitschaft zu zeigen.
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Schlangenzauber

Wie ringt man einem störrischen Pharao Zugeständnisse für das eigene unterdrückte Volk ab? Mose und Aaron versuchen es mit verschiedenen Mitteln und dringen mit Vernunft nicht zum verstockten Herz des Pharaos durch. Sie wenden also einen Zaubertrick an. Es ist lediglich ein kleines Vorspiel, für all das, was noch kommen soll. Und es macht Eindruck, besonders wenn sich Magier miteinander messen:
»8 Der HERR sagte zu Mose und Aaron: 9 »Wenn euch der Pharao auffordert, euch durch ein Wunder auszuweisen, dann sagst du, Mose, zu Aaron: ›Nimm deinen Stock und wirf ihn vor dem Pharao auf den Boden!‹ Dann wird er zu einer Schlange werden.« 10 Mose und Aaron gingen zum Pharao und taten, was ihnen der HERR aufgetragen hatte. Aaron warf seinen Stock vor dem Pharao und seinen Ministern auf den Boden und er wurde zur Schlange. 11 Aber der Pharao rief seine Magier und Beschwörer, und sie vollbrachten mit ihren Zauberkünsten dasselbe. 12 Jeder von ihnen warf seinen Stock auf den Boden und er wurde zu einer Schlange. Doch Aarons Stock verschlang die Stöcke der Ägypter. 13 Trotzdem blieb der Pharao starrsinnig und schlug ihre Forderung ab, genau wie der HERR es vorausgesagt hatte.« (Exodus 7,8-13, Übersetzung Gute Nachricht)
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