Gefängnis oder Freiheit

Blickt man durch das vergitterte Fenster im Johannesturm nach Westen, hat man einen schönen Blick in eine fast unverbaute Landschaft. Emil Wachter gibt diesem Fenster die Bezeichnung »Gefängnis«. So ganz leicht nachzuvollziehen ist diese Interpretation nicht. Das Fenster sieht eher aus wie ein kunstvolles schmiedeeisernes Gitter an einem Wohnhaus. Und man hat auch kein bedrückendes Gefühl, wenn man hindurchschaut, denn dieser Ort und dieser Blick strahlen Ruhe aus. Besonders wenn man an einem nebligen Tag hindurchblickt.
Geht es jetzt um Gefängnis oder um Freiheit? Wahrscheinlich um beides. Freiheit kann man nicht ganz ermessen, wenn man das Gegenteil davon nicht erlebt hat. Zum Gefängnis gehören mindestens drei Eigenschaften, die dieses Motiv beinhaltet. Da ist die dicke Mauer, die gefangennimmt und einsperrt. Da ist das vergitterte Fenster, das zwar den Blick nach außen ermöglicht, aber doch nur den Augen den Weg nach außen gestattet. Und da ist die unerreichbare Außenwelt, in die man sehnsuchtsvoll blicken kann. Und all das bringt noch denjenigen in den Fokus, der das erlebt: Eingesperrt-Sein, nach außen schauend und von der Außenwelt abgeschnitten. Sicherlich keine schöne Erfahrung und wohl nur von denen richtig verstanden, die es erlebt haben.
Der sehnsuchtsvolle Blick in ein unerreichbares Leben hingegen ist mehr Menschen vertraut. Wie oft fühlt man sich in seinem Leben nicht so recht wohl und hätte gerne ein anderes. Man fühlt sich dann eingesperrt in seinem Körper, in seiner Welt und kann nicht heraus. Mauern und Gitter halten einen zurück und es bleibt nur die Sehnsucht nach etwas anderem. Ab
er nach was? Die Welt dahinter liegt im Nebel, sie lässt sich nur erahnen. Aber wir brauchen diese Ahnung, damit wir weitergehen können. Vielleicht hilft es dann, wenn man durch das vergitterte Fenster am Johannes-Turm schaut. Und dann um den Turm herumgeht und den unverstellten Blick genießt.
Ansprechpartner

Norbert Kasper

Pastoralreferent

Kalender
Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Faszinierend

Die beiden Brüder Jakobus und Johannes stehen da, mit offenen Mündern und aufgerissenen Augen. Sie können ihren Sinnen gerade nicht trauen. Sie verstehen nicht, was sie soeben erleben. Sie sind zusammen mit Petrus und Jesus auf den Berg Tabor gestiegen, ein mühsamer und beschwerlicher Weg. Jesus wird vor ihren Augen in eine strahlende Gestalt verwandelt und trägt herrliche weiße Kleide. Neben ihm tauchen zwei Männer auf, von denen sie sofort wissen, dass es Mose und Elia sind. Jesus unterhält sich mit ihnen, bis eine Stimmer ertönt: »Das ist mein geliebter Sohn, auf ihn sollt ihr hören!« Plötzlich ist alles vorbei, Mose und Elia sind verschwunden, Jesus steht wieder ganz einfach vor ihnen, auch das herrliche Strahlen ist nicht mehr. Ihre erste Reaktion ist, für immer an dem Ort zu bleiben, das Erlebte festzuhalten und drei Hütten zu bauen, was sie dann natürlich nicht tun, denn sie machen sich wieder an den Abstiegt vom Berg Tabor.
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