Gefängnis oder Freiheit

Blickt man durch das vergitterte Fenster im Johannesturm nach Westen, hat man einen schönen Blick in eine fast unverbaute Landschaft. Emil Wachter gibt diesem Fenster die Bezeichnung »Gefängnis«. So ganz leicht nachzuvollziehen ist diese Interpretation nicht. Das Fenster sieht eher aus wie ein kunstvolles schmiedeeisernes Gitter an einem Wohnhaus. Und man hat auch kein bedrückendes Gefühl, wenn man hindurchschaut, denn dieser Ort und dieser Blick strahlen Ruhe aus. Besonders wenn man an einem nebligen Tag hindurchblickt.
Geht es jetzt um Gefängnis oder um Freiheit? Wahrscheinlich um beides. Freiheit kann man nicht ganz ermessen, wenn man das Gegenteil davon nicht erlebt hat. Zum Gefängnis gehören mindestens drei Eigenschaften, die dieses Motiv beinhaltet. Da ist die dicke Mauer, die gefangennimmt und einsperrt. Da ist das vergitterte Fenster, das zwar den Blick nach außen ermöglicht, aber doch nur den Augen den Weg nach außen gestattet. Und da ist die unerreichbare Außenwelt, in die man sehnsuchtsvoll blicken kann. Und all das bringt noch denjenigen in den Fokus, der das erlebt: Eingesperrt-Sein, nach außen schauend und von der Außenwelt abgeschnitten. Sicherlich keine schöne Erfahrung und wohl nur von denen richtig verstanden, die es erlebt haben.
Der sehnsuchtsvolle Blick in ein unerreichbares Leben hingegen ist mehr Menschen vertraut. Wie oft fühlt man sich in seinem Leben nicht so recht wohl und hätte gerne ein anderes. Man fühlt sich dann eingesperrt in seinem Körper, in seiner Welt und kann nicht heraus. Mauern und Gitter halten einen zurück und es bleibt nur die Sehnsucht nach etwas anderem. Ab
er nach was? Die Welt dahinter liegt im Nebel, sie lässt sich nur erahnen. Aber wir brauchen diese Ahnung, damit wir weitergehen können. Vielleicht hilft es dann, wenn man durch das vergitterte Fenster am Johannes-Turm schaut. Und dann um den Turm herumgeht und den unverstellten Blick genießt.
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Schlangenzauber

Wie ringt man einem störrischen Pharao Zugeständnisse für das eigene unterdrückte Volk ab? Mose und Aaron versuchen es mit verschiedenen Mitteln und dringen mit Vernunft nicht zum verstockten Herz des Pharaos durch. Sie wenden also einen Zaubertrick an. Es ist lediglich ein kleines Vorspiel, für all das, was noch kommen soll. Und es macht Eindruck, besonders wenn sich Magier miteinander messen:
»8 Der HERR sagte zu Mose und Aaron: 9 »Wenn euch der Pharao auffordert, euch durch ein Wunder auszuweisen, dann sagst du, Mose, zu Aaron: ›Nimm deinen Stock und wirf ihn vor dem Pharao auf den Boden!‹ Dann wird er zu einer Schlange werden.« 10 Mose und Aaron gingen zum Pharao und taten, was ihnen der HERR aufgetragen hatte. Aaron warf seinen Stock vor dem Pharao und seinen Ministern auf den Boden und er wurde zur Schlange. 11 Aber der Pharao rief seine Magier und Beschwörer, und sie vollbrachten mit ihren Zauberkünsten dasselbe. 12 Jeder von ihnen warf seinen Stock auf den Boden und er wurde zu einer Schlange. Doch Aarons Stock verschlang die Stöcke der Ägypter. 13 Trotzdem blieb der Pharao starrsinnig und schlug ihre Forderung ab, genau wie der HERR es vorausgesagt hatte.« (Exodus 7,8-13, Übersetzung Gute Nachricht)
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