Weinstock und Kreuz

In der Bibel steht der Wein und der Weinstock mit seinen Blättern und den Trauben für die Freude am Leben, für Lebendigkeit, Glück und Wohlstand. Wer Wein trinken kann, dem geht es gut. In der christlichen Tradition wird nicht zuletzt durch das Wort Jesu aus dem 15. Kapitel des Johannesevangeliums die Verbindung zu Jesus Christus gezogen: »Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt, und in wem ich bleibe, nur der bringt reiche Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen.« (Joh 15,5). Es ist ein Bild, das Wachstum und Zusammengehörigkeit ausdrückt und besonders betont, wie Trauben, Zweige und Weinstock aufeinander bezogen und angewiesen sind. Vielleicht ist das Bild vom Weinstock eines der lebendigsten, das wir für die Wirklichkeit von Kirche kennen. Es geht um Gemeinschaft in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, um Verbindung und darin vor allem auch um Wohlergehen.
Wir finden an der Autobahnkirche ganz unterschiedliche Darstellungen von Weintrauben und -stöcken. In den Fenstern finden wir einen Weinstock, der in seinem Innersten eine Darstellung eines des Gekreuzigten und Auferstandenen trägt. Man erkennt Kopf und die ausgestreckten
Arme. Dort, wo das Herz schlägt, wo wir atmen, wo wir das Leben spüren, erkennen wir die Weintraube. Leben und Wohlergehen gehören zusammen. Im Bewusstsein, dass wir zu Jesus gehören und eine große Gemeinschaft bilden, ist die Weintraube das Zeichen für die Zusammengehörigkeit. Da, wo wir zusammen sind, dort finden wir das Glück. Eine schöne Verheißung, die aber auch eine große Aufgabe für jeden von uns ist. Denn von allein kommt das nicht.
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Was willst du mitnehmen?

Vor der Fahrt in den Urlaub steht das Packen. Ob mit dem Auto oder Flugzeug, ob mit Bus oder Bahn, immer kann man nur begrenzt Dinge mitnehmen. Fragen nach der richtigen Kleidung, den notwendigen Schuhen, Regenschutz, Wasch- und Freizeitutensilien, vielleicht noch ein Buch. Ganz schnell hat man eine Grenze erreicht und muss sich entscheiden, was daheimbleiben muss und was ich mitnehmen kann. Wenn es den Urlaub betrifft, dann fällt die Entscheidung nicht gar so schwer, weil man spätestens nach ein paar Wochen wieder auf alles, was man zum Leben braucht, zurückgreifen kann. Da kann man gerne mal auf etwas verzichten. Ganz anders sieht es aus, wenn man seine Heimat verlassen muss. Was packe ich ein, wenn ich nur einen kleinen Koffer mitnehmen kann? Wie packe ich, wenn ich nur ein paar Minuten Zeit habe, um das Haus zu verlassen vor einer drohenden Katastrophe. Es bleibt kaum Zeit, eine Auswahl zu treffen. Das, was man zurücklässt, ist in der Regel verloren.  Ganz schlimm ist es, wenn man nur das retten kann, was man am Leib trägt. Man konnte nichts mehr packen, man hatte gar keine Entscheidungsmöglichkeit bekommen, sondern musste Hals über Kopf fliehen.
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