Lachen befreit

Es ist ein eher unscheinbares Bild, das uns am Johannes-Turm begegnet. Ja, und eines der vielen Gesichter, die Emil Wachter in Beton gegossen hat. Verschmitzt schaut es aus einem Spalt im Beton heraus, man kann es nicht ganz erkennen, man sieht nur das, worauf es ankommt. Ein lachender Mund und damit verbunden zwei strahlende Augen. So haben sich früher oft auch Künstler anonym mit einem Selbstbildnis in ihr Werk eingebracht.
Lachen tut gut, wir wissen das. Lachen ist gesund. Auch das ist allgemein verbreitet. Aber dürfen wir angesichts des Leides, das auf der Welt herrscht und das im Schicksal des Johannes - er wird auf Wunsch der Salome enthauptet - auch an diesem Turm gegenwärtig ist, überhaupt lachen? Wenn es einem nicht schon von alleine im Halse stecken bleibt! Nachrichten, die Weltlage und die Politik geben wenig Grund zum Lachen. Das ist aber auch nicht ihre Aufgabe. Wem steht es dann aber zu? Wer darf, soll oder muss sogar lachen?
Mit dem Lachen ist kein einfaches Sich-Lustig-machen über die Welt gemeint, da sind wir uns einig. Aber das Leben selbst ist ja schon ernst genug, da tut ein Lachen manchmal richtig gut. Auch und gerade dann, wenn die Welt gerade mal wieder am Untergehen ist. Trauer und Lachen schließen sich nicht aus und der Humor, der an Schreckensorten entsteht ist der, der am längsten überlebt. Das Leben ist schon ernst genug und die Tagesordnung sieht ein Lachen nicht vor, es wird ja immer wieder verboten. Und mancher Diktator weiß, dass das Lachen für ihre Schreckensherrschaft die größte Gefahr darstellt.
Das Gesicht am Johannes-Turm lacht uns zu. Und da Lachen ansteckend ist, lädt dieses Gesicht ein, herzhaft mitzulachen. Wir haben keinen Grund, uns dem zu verschließen! Wir dürfen sogar andere damit anstecken. Das ist Lebensqualität!
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Vor der Fahrt in den Urlaub steht das Packen. Ob mit dem Auto oder Flugzeug, ob mit Bus oder Bahn, immer kann man nur begrenzt Dinge mitnehmen. Fragen nach der richtigen Kleidung, den notwendigen Schuhen, Regenschutz, Wasch- und Freizeitutensilien, vielleicht noch ein Buch. Ganz schnell hat man eine Grenze erreicht und muss sich entscheiden, was daheimbleiben muss und was ich mitnehmen kann. Wenn es den Urlaub betrifft, dann fällt die Entscheidung nicht gar so schwer, weil man spätestens nach ein paar Wochen wieder auf alles, was man zum Leben braucht, zurückgreifen kann. Da kann man gerne mal auf etwas verzichten. Ganz anders sieht es aus, wenn man seine Heimat verlassen muss. Was packe ich ein, wenn ich nur einen kleinen Koffer mitnehmen kann? Wie packe ich, wenn ich nur ein paar Minuten Zeit habe, um das Haus zu verlassen vor einer drohenden Katastrophe. Es bleibt kaum Zeit, eine Auswahl zu treffen. Das, was man zurücklässt, ist in der Regel verloren.  Ganz schlimm ist es, wenn man nur das retten kann, was man am Leib trägt. Man konnte nichts mehr packen, man hatte gar keine Entscheidungsmöglichkeit bekommen, sondern musste Hals über Kopf fliehen.
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