Abram und Sarai

Ein Paar, einander in Liebe zugewandt, findet sich am südlichen Teil des Abrahamstores. Es stellt eines der berühmtesten Paare der Bibel vor: Abram und Sarah, wie sie sich in jungen Jahren lieben. Es ist ein bekanntes Liebespaar und doch eines, das in seiner Bedeutung für die biblische Heilsgeschichte immer wieder übersehen wurde.
Als Stammvater für die großen monotheistischen Religionen wird mit großer Selbstverständlichkeit Abraham genannt. Selten wird auch Sarah, seine Frau, als Stammmutter bezeichnet. 

Ein Paar, einander in Liebe zugewandt, findet sich am südlichen Teil des Abrahamstores. Es stellt eines der berühmtesten Paare der Bibel vor: Abram und Sarah, wie sie sich in jungen Jahren lieben. Es ist ein bekanntes Liebespaar und doch eines, das in seiner Bedeutung für die biblische Heilsgeschichte immer wieder übersehen wurde.
Als Stammvater für die großen monotheistischen Religionen wird mit großer Selbstverständlichkeit Abraham genannt. Selten wird auch Sarah, seine Frau, als Stammmutter bezeichnet. Wenn Abraham für seine Glaubenstreue und -überzeugung gelobt und als Vorbild auch für uns moderne Menschen hingestellt wird, dann wird oft vergessen, dass er nicht alleine gehandelt hat. Gerade wenn er ein großes Geschlecht begründen wird, dann kann er dies nicht alleine tun. Seine Partnerin und Frau gehört dazu. Ohne sie würde die Verheißung ins Leere laufen. Sarah war immer an der Seite Abrahams und ist den Weg gegangen, der für sie beide bestimmt war. Ähnlich wie ihr Mann ist sie dabei durch Höhen und Tiefen gegangen.
Deshalb ist die Darstellung dieses großen Liebespaares an der Autobahnkirche  mehr als nur symbolisch zu sehen. Die Heilsgeschichte ist mit beiden verbunden, der Bund Gottes wird mit beiden geschlossen. Sowohl Abram als auch Sarah gilt die Verheißung, dass ihre Nachkommen so zahlreich werden wie die Sterne am Himmel.
Es ist eine der wichtigen Erkenntnisse der neueren Bibelwissenschaften, dass wir biblische Texte unterschiedlich lesen können: Aus der Sicht von Männern oder aus der Sicht von Frauen und in diesem Fall auch aus der Sicht von Paaren. Es ist sicherlich nicht die einzige Form, in der wir Impulse für unseren Glauben bekommen. Aber wir gewinnen eine andere Perspektive und vertraute Texte klingen neu und ungewohnt. So beispielsweise das Magnificat: »Gott nimmt sich seines Volkes Israel an und denkt an das Erbarmen, das Gott unsern Müttern und Vätern verheißen hat, Abraham, Sarah und ihren Nachkommen auf ewig.« (nach Lk 1,54-55)
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Das unschuldige Opfer

In mythologischen Religionen braucht es Opfer, um sich mit den Göttern wieder gut zu stellen. Sie sollen besänftigt werden, indem man etwas von dem, was man erwirtschaftet hat oder was einem wertvoll ist, abgibt, es den Göttern opfert. Im Buch Genesis wird Abraham aufgefordert seinen Sohn zu opfern, um seinen Glauben an Gott zu beweisen. Aus heutiger Sicht eine Ungeheuerlichkeit. Ein Gott, der von Menschen fordert, dass sie ihr eigenes Fleisch und Blut opfern, das geht heute nicht mehr. Überhaupt muss die Frage erlaubt sein, ob wir im religiösen Bereich noch von Opfern sprechen sollen. Ein Opfer ist immer unschuldig, es kann nichts dafür, dass es ausgewählt wurde. Im Gegenteil, ein Opfer sollte möglichst rein sein, um sich Gott gegenüber würdig zu erweisen. Je reiner, umso wertvoller. 
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