Gott und Welt

Heute fragt man wohl nicht mehr wo Gott in der Welt vorkommt. Die Frage ist grundsätzlicher: Kommt Gott überhaupt in der Welt vor? Selbst gläubigen Menschen kommt ein klares Ja nicht leicht über die Lippen. Zuviel Elend und Leid ist in der Welt. Und nicht nur das. Es gibt viel Unheil, das von Menschen verursacht wird: Kriege und Gewalttaten. Terror und Ausbeutung beschäftigen uns die meiste Zeit. Die Medien sind voll davon. Kann man da noch von der Gegenwart Gottes in irgendeiner Weise sprechen?
Am Elia-Turm wird dieser Gegensatz zwischen Gott und der von Menschen gestalteten Welt thematisiert. Der Panzer mit seiner technischen Ausrüstung steht für alles, was zum Leid der Menschheit und der Erde beiträgt. Wie viel menschliche Kreativität wird dafür eingesetzt, um Leben zu zerstören und anderen Unheil zuzufügen. Wie oft wird technischer Fortschritt dafür verwendet, um Leben - und nicht nur menschliches - auszulöschen?
Über dieser weltlichen Dimension sehen wir das Dreieck mit dem göttlichen Auge. Es thront über dem, was die Menschen schaffen. Oder beschützt es gar die destruktive Schöpferkraft des Menschen? So könnte man es ja auch sehen, wäre da nicht - in die göttliche Dimension eingebettet - eine m
ahnende Hand mit dem erhobenen Finger, der zum Auge Gottes zeigt. Hier bringt sich Gott selbst ins Spiel und sorgt für den notwendigen Ausgleich. Kein Wort kehrt ohne Wirkung zurück. Und, was ich sehe, das bleibt nicht ohne Folgen. Wir sind bei allem, was wir tun, reden und denken, aufgefordert, es auch mit den Augen Gottes zu sehen. Hält es dem Urteil Gottes stand? Dient es dem Leben? So betrachtet ist Gott in allem präsent, was wir tun. Wie, das liegt dann wohl an uns.
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Das unschuldige Opfer

In mythologischen Religionen braucht es Opfer, um sich mit den Göttern wieder gut zu stellen. Sie sollen besänftigt werden, indem man etwas von dem, was man erwirtschaftet hat oder was einem wertvoll ist, abgibt, es den Göttern opfert. Im Buch Genesis wird Abraham aufgefordert seinen Sohn zu opfern, um seinen Glauben an Gott zu beweisen. Aus heutiger Sicht eine Ungeheuerlichkeit. Ein Gott, der von Menschen fordert, dass sie ihr eigenes Fleisch und Blut opfern, das geht heute nicht mehr. Überhaupt muss die Frage erlaubt sein, ob wir im religiösen Bereich noch von Opfern sprechen sollen. Ein Opfer ist immer unschuldig, es kann nichts dafür, dass es ausgewählt wurde. Im Gegenteil, ein Opfer sollte möglichst rein sein, um sich Gott gegenüber würdig zu erweisen. Je reiner, umso wertvoller. 
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