Singvogel

Quelle: Norbert Kasper

Einer von vielen Vögeln, die wir am Glockenturm der Autobahnkirche finden. Und dieser Vogel singt nicht umsonst am Glockenturm. Sein Gesang verstärkt den Klang der Glocken und trägt die Botschaft hinaus in die Welt.
Das Glockengeläut ist ja wie der Gesang der Vögel am Morgen. Man kann sich ihm kaum entziehen. Haben Sie schon einmal gehört, wie der Gesang der Vögel erwacht, wenn es morgens hell wird, lange bevor die Sonne aufgeht? Es ist ein Erlebnis, das uns eher verstummen lässt, denn diesem Gesang haben wir nichts entgegen zu setzen. Wir kennen ja alle den Gesang dieser Vögel, wir können am Gesang erkennen, um welchen Vogel es sich handelt. Aber wir wissen in den seltensten Fällen, was dieser Vogel mitteilen will, ob er sich nur freut, ob er singt um des Gesangs willen, ob er seinen Artgenossen etwas mitteilen will oder einen Partner oder eine Partnerin sucht. Aber das ist gar nicht so wichtig. Wir können uns ja einmal die Botschaft vorstellen, die der Vogel für uns hat. Der Gesang könnte eine Botschaft für uns sein.
Was wäre denn eine Botschaft, die so ein kleiner Vogel für mich haben könnte? Ein Vogel, der vom Glockenturm einer Kirche singt? Es reicht ja aus, wenn wir von dieser Botschaft träumen, denn sie könnte wichtig für uns sein. Das einzige, was uns zu tun übrig bleibt: Zuhören. Alles andere im Moment sein lassen und nur zuhören. Ganz Ohr sein, alles andere auf die Seite legen und nur hören. Selbst wenn wir die Botschaft nicht entziffern oder
nicht verstehen, allein schon dieses aktive Hören, die Konzentration auf einen einzigen Vorgang ist eine Hilfe für den Alltag. Die Vögel können uns etwas lehren, wir müssen nur zuhören lernen. Ruhe und Stille sind eine große Hilfe dabei. Das können wir tun. Und welche Botschaft haben die Glocken?
 
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Vor der Fahrt in den Urlaub steht das Packen. Ob mit dem Auto oder Flugzeug, ob mit Bus oder Bahn, immer kann man nur begrenzt Dinge mitnehmen. Fragen nach der richtigen Kleidung, den notwendigen Schuhen, Regenschutz, Wasch- und Freizeitutensilien, vielleicht noch ein Buch. Ganz schnell hat man eine Grenze erreicht und muss sich entscheiden, was daheimbleiben muss und was ich mitnehmen kann. Wenn es den Urlaub betrifft, dann fällt die Entscheidung nicht gar so schwer, weil man spätestens nach ein paar Wochen wieder auf alles, was man zum Leben braucht, zurückgreifen kann. Da kann man gerne mal auf etwas verzichten. Ganz anders sieht es aus, wenn man seine Heimat verlassen muss. Was packe ich ein, wenn ich nur einen kleinen Koffer mitnehmen kann? Wie packe ich, wenn ich nur ein paar Minuten Zeit habe, um das Haus zu verlassen vor einer drohenden Katastrophe. Es bleibt kaum Zeit, eine Auswahl zu treffen. Das, was man zurücklässt, ist in der Regel verloren.  Ganz schlimm ist es, wenn man nur das retten kann, was man am Leib trägt. Man konnte nichts mehr packen, man hatte gar keine Entscheidungsmöglichkeit bekommen, sondern musste Hals über Kopf fliehen.
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