Aufsteigendes Gebet

Kirchen laden uns immer wieder ein, in der Stille zu verweilen und zu beten. Aber was ist »Beten« und wie geht das? Es sind verschiedene Formen überliefert und im Laufe unseres Lebens lernen wir auch unterschiedliche Weisen des Betens. Wir kennen das Sprechen von gelernten Gebeten, die dann herangezogen werden, wenn wir sonst keine Worte mehr finden. Wir sprechen mit Gott mit unseren eigenen Worten, und treten mit Gott in einen Dialog ein. Wir verharren in Stille vor dem Geheimnis Gottes und schweigen, äußerlich und innerlich. Es gibt noch viel mehr Formen des Betens. Allen gemeinsam aber ist eines: Wir können es nur schwer beschreiben, schon gar nicht in seiner Wirkung auf uns, unser Leben und unsere Welt. Wir hoffen, dass es etwas verändert.
Es gibt ein altes Bild für das Gebet, das Emil Wachter in der Fensterfront mit dem Geburtzyklus aufgegriffen hat. Ein Engel hält eine Schale mit Weihrauch, der aufsteigt. Der Weihrauch, meist wohlriechend steigt auf und erfüllt den ganzen Raum. Das wertvolle Harz des Weihrauchbaumes wird dabei verbrannt und erzeugt einen besonderen Geruch, der alles verändert. Und wenn der warme Rauch aufsteigt, dann ist das ein Sinnbild für unser Gebet, das zu Gott aufsteigt. So wie Kerzen stellvertretend für unser Beten brennen, so steigt der Weihrauch sinnbildlich auf.
In der Weihrauchschale verbrennt etwas, das wertvoll war. Aber erst wenn der Weihrauch verbrennt - oder besser: verdampft - erfüllt er seinen Zweck. Auch unser Gebet ist wertvoll. Es hat mit unserem Innersten zu tun, ganz gleich, was und wie wir beten. Aber das

Quelle: Norbert Kasper

Gebet muss stattfinden, es muss gleichsam in der Schale verbrennen, dass es aufsteigen kann. Erst dann verändert sich etwas. Beten hilft nur dann, wenn ich es tue und nicht nur davon rede. Beten hilft nur dann, wenn ich ihm Zeit und Raum gebe. Aber dann wird Zeit und Raum davon erfüllt, wie beim Weihrauch.
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Was willst du mitnehmen?

Vor der Fahrt in den Urlaub steht das Packen. Ob mit dem Auto oder Flugzeug, ob mit Bus oder Bahn, immer kann man nur begrenzt Dinge mitnehmen. Fragen nach der richtigen Kleidung, den notwendigen Schuhen, Regenschutz, Wasch- und Freizeitutensilien, vielleicht noch ein Buch. Ganz schnell hat man eine Grenze erreicht und muss sich entscheiden, was daheimbleiben muss und was ich mitnehmen kann. Wenn es den Urlaub betrifft, dann fällt die Entscheidung nicht gar so schwer, weil man spätestens nach ein paar Wochen wieder auf alles, was man zum Leben braucht, zurückgreifen kann. Da kann man gerne mal auf etwas verzichten. Ganz anders sieht es aus, wenn man seine Heimat verlassen muss. Was packe ich ein, wenn ich nur einen kleinen Koffer mitnehmen kann? Wie packe ich, wenn ich nur ein paar Minuten Zeit habe, um das Haus zu verlassen vor einer drohenden Katastrophe. Es bleibt kaum Zeit, eine Auswahl zu treffen. Das, was man zurücklässt, ist in der Regel verloren.  Ganz schlimm ist es, wenn man nur das retten kann, was man am Leib trägt. Man konnte nichts mehr packen, man hatte gar keine Entscheidungsmöglichkeit bekommen, sondern musste Hals über Kopf fliehen.
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