Niedergetreten

Ein bedrückendes Bild und so aktuell wie eh und je. Brutal wird der Kopf eines Menschen mit einem Soldatenstiefel niedergedrückt. Keine Möglichkeit, sich zu wehren, keine Chance auf ein Entkommen. Dieses Bild steht für die Unterdrückungserfahrungen, die zu jeder Zeit in der Menschheitsgeschichte gemacht wurden. Und es fallen uns wahrscheinlich genügend Orte der Erde ein, in denen genau jetzt und heute Menschen niedergehalten und unterdrückt werden.
Die Darstellung in der Krypta der Autobahnkirche wurde in den späten siebziger Jahren geschaffen, aus der leidvollen Erfahrung der damaligen Kriege, die mit all ihren Schrecken gewütet haben. Auch wenn der Soldatenstiefel kalt und unpersönlich ist, der unterdrückte Mensch hat ein Gesicht. Der Stiefel ist austauschbar, der unter der Gewalt leidende Mensch nicht. Es ist die Absicht von Systemen, in denen Menschen unterdrückt und gedemütigt werden, dass sie ihre Individualität und Persönlichkeit verlieren, Emil Wachter hat den GULAG als Beispiel für diese Form der Demütigung und Unterdrückung gewählt, der Begriff ist aber austauschbar. Aber - und hier greift die christliche Botschaft - jeder Mensch, der unterdrückt wird, hat ein Gesicht. Er ist ein Geschöpf Gottes und verdient es, beachtet zu werden. Wenn niemand ihn anschaut, Gott schaut ihn an und sieht ihn! Die niederdrückende Macht soll nicht das letzte Wort haben.
Es verbirgt sich die Aufforderung an uns, nicht der unpersönliche, anonymen
Macht das Wort reden, sondern denen unser Ohr und wenn möglich auch unsere Hand zu reichen, die dazu nicht mehr in der Lage sind. Es ist christliche Pflicht der Nächstenliebe, sich einzumischen. Wir sollten uns nicht hinter Verträgen und Dokumenten von Konferenzen, wie der KSZE-Schlusskonferenz in Helsinki 1975 verstecken.
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Das unschuldige Opfer

In mythologischen Religionen braucht es Opfer, um sich mit den Göttern wieder gut zu stellen. Sie sollen besänftigt werden, indem man etwas von dem, was man erwirtschaftet hat oder was einem wertvoll ist, abgibt, es den Göttern opfert. Im Buch Genesis wird Abraham aufgefordert seinen Sohn zu opfern, um seinen Glauben an Gott zu beweisen. Aus heutiger Sicht eine Ungeheuerlichkeit. Ein Gott, der von Menschen fordert, dass sie ihr eigenes Fleisch und Blut opfern, das geht heute nicht mehr. Überhaupt muss die Frage erlaubt sein, ob wir im religiösen Bereich noch von Opfern sprechen sollen. Ein Opfer ist immer unschuldig, es kann nichts dafür, dass es ausgewählt wurde. Im Gegenteil, ein Opfer sollte möglichst rein sein, um sich Gott gegenüber würdig zu erweisen. Je reiner, umso wertvoller. 
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