Immer wieder Aufbrechen

 
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Die Koffer sind gepackt, alle notwendigen Vorbereitungen sind getroffen, die Zeitung abbestellt, das Blumengießen organisiert. Jetzt kann es losgehen. Nach den ersten Kilometern dann die Frage, ob das Bügeleisen abgeschaltet ist. So oder ähnlich sieht mancher Aufbruch in den Urlaub aus. Wir fahren weg, um uns zu erholen. Wir tun dies in der Gewissheit, dass wir ja wieder zurück kommen werden. Deshalb ja auch die Sorge, dass alles so bleibt und in unserer Abwesenheit nichts passiert, das einen Wiedereinstieg nach dem Urlaub erschweren würde. Wenn wir in Urlaub fahren, dann gehen wir nur für eine kurze, überschaubare Zeit weg. So könnte man ja die Darstellung sehen, die am Abrahamsfries an der Ostseite der Autobahnkirche zu sehen ist. Man verlässt die gewohnte Umgebung, um etwas anderes zu sehen, sich zu bilden oder etwas Außergewöhnliches zu erleben. Da verlässt man gern die vertraute Umgebung, weil man weiß, dass man bald wieder zurück kommt. Da reicht ein Koffer, weil man ja nicht soviel braucht. Ein Aufbruch, den man kaum erwarten kann und auf den man sich freut.
Was aber ist, wenn man sein Haus und sein Dorf Hals über Kopf verlassen muss? Wenn man keine Zeit mehr hat, mehr als das unbedingt Notwendige in einen kleinen Koffer zu stopfen? Wenn ich nicht weiß, ob ich jemals wieder zurück komme? Auch das drückt diese Darstellung aus. So schnell wie möglich weg, um das Leben zu retten. Dieser Aufbruch ist schmerzhaft.
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Ganz gleich warum und mit welcher Perspektive wir aufbrechen, wir brauchen Vertrauen. Die Autobahnkirche ist ein Ort, an dem sich dieses Vertrauens versichern kann oder die in den Blick zu nehmen, die voller Angst um ihr Leben unterwegs sind.
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Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Was willst du mitnehmen?

Vor der Fahrt in den Urlaub steht das Packen. Ob mit dem Auto oder Flugzeug, ob mit Bus oder Bahn, immer kann man nur begrenzt Dinge mitnehmen. Fragen nach der richtigen Kleidung, den notwendigen Schuhen, Regenschutz, Wasch- und Freizeitutensilien, vielleicht noch ein Buch. Ganz schnell hat man eine Grenze erreicht und muss sich entscheiden, was daheimbleiben muss und was ich mitnehmen kann. Wenn es den Urlaub betrifft, dann fällt die Entscheidung nicht gar so schwer, weil man spätestens nach ein paar Wochen wieder auf alles, was man zum Leben braucht, zurückgreifen kann. Da kann man gerne mal auf etwas verzichten. Ganz anders sieht es aus, wenn man seine Heimat verlassen muss. Was packe ich ein, wenn ich nur einen kleinen Koffer mitnehmen kann? Wie packe ich, wenn ich nur ein paar Minuten Zeit habe, um das Haus zu verlassen vor einer drohenden Katastrophe. Es bleibt kaum Zeit, eine Auswahl zu treffen. Das, was man zurücklässt, ist in der Regel verloren.  Ganz schlimm ist es, wenn man nur das retten kann, was man am Leib trägt. Man konnte nichts mehr packen, man hatte gar keine Entscheidungsmöglichkeit bekommen, sondern musste Hals über Kopf fliehen.
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