Die Koffer sind gepackt, alle notwendigen Vorbereitungen sind getroffen, die Zeitung abbestellt, das Blumengießen organisiert. Jetzt kann es losgehen. Nach den ersten Kilometern dann die Frage, ob das Bügeleisen abgeschaltet ist. So oder ähnlich sieht mancher Aufbruch in den Urlaub aus. Wir fahren weg, um uns zu erholen. Wir tun dies in der Gewissheit, dass wir ja wieder zurück kommen werden. Deshalb ja auch die Sorge, dass alles so bleibt und in unserer Abwesenheit nichts passiert, das einen Wiedereinstieg nach dem Urlaub erschweren würde. Wenn wir in Urlaub fahren, dann gehen wir nur für eine kurze, überschaubare Zeit weg. So könnte man ja die Darstellung sehen, die am Abrahamsfries an der Ostseite der Autobahnkirche zu sehen ist. Man verlässt die gewohnte Umgebung, um etwas anderes zu sehen, sich zu bilden oder etwas Außergewöhnliches zu erleben. Da verlässt man gern die vertraute Umgebung, weil man weiß, dass man bald wieder zurück kommt. Da reicht ein Koffer, weil man ja nicht soviel braucht. Ein Aufbruch, den man kaum erwarten kann und auf den man sich freut.
Was aber ist, wenn man sein Haus und sein Dorf Hals über Kopf verlassen muss? Wenn man keine Zeit mehr hat, mehr als das unbedingt Notwendige in einen kleinen Koffer zu stopfen? Wenn ich nicht weiß, ob ich jemals wieder zurück komme? Auch das drückt diese Darstellung aus. So schnell wie möglich weg, um das Leben zu retten. Dieser Aufbruch ist schmerzhaft.
Ganz gleich warum und mit welcher Perspektive wir aufbrechen, wir brauchen Vertrauen. Die Autobahnkirche ist ein Ort, an dem sich dieses Vertrauens versichern kann oder die in den Blick zu nehmen, die voller Angst um ihr Leben unterwegs sind.