Zugeschlagene Türen

Noah schließt die Türen der Arche und macht sich auf die lange Fahrt, um seine Familie und jeweils ein Tier jeder Gattung zu retten. Ihn soll die Flut nicht vernichten und das Leben auf der Welt soll weitergehen. So hören wir die Botschaft aus dem Buch Genesis. Diese Geschichte wird meist als Rettungsgeschichte und sie ist es ja auch. Doch da ist auch eine andere Dimension. Rettung für ein paar wenige und Tod und Vernichtung für die meisten anderen. Und das, weil sie nicht nach den Geboten Gottes gelebt haben? Da regt sich Widerspruch, dieses Vorgehen widerspricht unserem Gerechtigkeitsempfinden.
Gerade in Zeiten, in denen Abschottung und geschlossene Grenzen diskutiert werden, in denen ma liebsten jeder mit seinen eigenen Problemen klarkommen soll, ist die abgeschlossene Arche ein Zeichen für dieses - im wahrsten Sinne des Wortes - Verschließen. Die Türe der Arche werden geschlossen, niemand kommt mehr herein, wer zu spät ist oder wer nicht auserwählt ist, der hat Pech gehabt. Diese Lösung mag noch angehen, wenn man sich auf ein Weltbild beruft, indem der Gehorsam Gott gegenüber im Vordergrund steht. Aber ist das heute noch ein mögliches Vorgehen? Dürfen wir zulassen, dass die Tore geschlossen werden und viele Menschen, die zufällig oder auch durch eigenes Verschulden auf der falschen Seite stehen, vernichtet werden?
Wohl kaum. Und wir tun uns auch schwer, das aus religiöser Sicht zu akzeptieren. Wir denken da eher an Gott als Kraft, die rettend eingreift, die eben nicht die Türen zuschlägt, sondern alles Leben retten will. Es wäre schön, wenn Gott so eingreift. Wir sind aber auch gefragt, ob nicht wir es sind, die Türen zuschlagen. Stünde es uns nicht besser an, sie offen zu halten?
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Was willst du mitnehmen?

Vor der Fahrt in den Urlaub steht das Packen. Ob mit dem Auto oder Flugzeug, ob mit Bus oder Bahn, immer kann man nur begrenzt Dinge mitnehmen. Fragen nach der richtigen Kleidung, den notwendigen Schuhen, Regenschutz, Wasch- und Freizeitutensilien, vielleicht noch ein Buch. Ganz schnell hat man eine Grenze erreicht und muss sich entscheiden, was daheimbleiben muss und was ich mitnehmen kann. Wenn es den Urlaub betrifft, dann fällt die Entscheidung nicht gar so schwer, weil man spätestens nach ein paar Wochen wieder auf alles, was man zum Leben braucht, zurückgreifen kann. Da kann man gerne mal auf etwas verzichten. Ganz anders sieht es aus, wenn man seine Heimat verlassen muss. Was packe ich ein, wenn ich nur einen kleinen Koffer mitnehmen kann? Wie packe ich, wenn ich nur ein paar Minuten Zeit habe, um das Haus zu verlassen vor einer drohenden Katastrophe. Es bleibt kaum Zeit, eine Auswahl zu treffen. Das, was man zurücklässt, ist in der Regel verloren.  Ganz schlimm ist es, wenn man nur das retten kann, was man am Leib trägt. Man konnte nichts mehr packen, man hatte gar keine Entscheidungsmöglichkeit bekommen, sondern musste Hals über Kopf fliehen.
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