Engelsflügel

Wie können wir von einer anderen Wirklichkeit reden, zu der wir vielleicht einen Erfahrungszugang haben, für die uns aber die Worte fehlen? Die Menschen standen immer wieder vor dieser schier unlösbaren Aufgabe. Konkret gesprochen heißt das: »Wie können wir von Gott in menschlicher Sprache reden, wo uns jegliches Wissen fehlt?«
Auf diese Frage gibt es keine letztgültige Antwort, wie denn auch. Jeder Mensch muss wohl selbst entscheiden, ob eer eine finden will und wie sie aussehen kann. Dabei hilft der Blick in die Tradition der großen Religionen. Wenn vom Göttlichen die Rede ist, dann wird meist vom »Oben« gesprochen. Dieses kann vom Menschen ja nicht erreicht werden. Die einzigen Wesen, die diese Distanz scheinbar überbrücken können sind Vögel, sie kommen aber nicht in göttliche Sphären. Es braucht also Wesen, die den Graben zwischen der göttlichen Sphäre oben und der menschlichen oder weltlichen Sphäre unten überwinden können. Die geflügelten Wesen, die in der Nähe Gottes leben und immer wieder mit einem bestimmten Auftrag in die Welt geschickt werden, sind geboren: Die Engel. Symbol für die Engel sind die Flügel, weil sie damit den Graben überwinden.
Es war seit jeher der Traum des Menschen, diesen Graben zu überwinden. Dabei reicht es natürlich nicht aus, lediglich fliegen zu lernen. Wir können uns aber darin einüben, dass unser Geist Flügel bekommt, um
sich in die göttlichen Sphären zu erheben. Vielleicht können wir im Betrachten der Engelsflügel am Johannesturm unsere eigenen Flügel entdecken, die wir haben, mit denen wir in der Nähe Gottes leben. Solche symbolischen Darstellungen helfen, den Blick zu öffnen.
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Was willst du mitnehmen?

Vor der Fahrt in den Urlaub steht das Packen. Ob mit dem Auto oder Flugzeug, ob mit Bus oder Bahn, immer kann man nur begrenzt Dinge mitnehmen. Fragen nach der richtigen Kleidung, den notwendigen Schuhen, Regenschutz, Wasch- und Freizeitutensilien, vielleicht noch ein Buch. Ganz schnell hat man eine Grenze erreicht und muss sich entscheiden, was daheimbleiben muss und was ich mitnehmen kann. Wenn es den Urlaub betrifft, dann fällt die Entscheidung nicht gar so schwer, weil man spätestens nach ein paar Wochen wieder auf alles, was man zum Leben braucht, zurückgreifen kann. Da kann man gerne mal auf etwas verzichten. Ganz anders sieht es aus, wenn man seine Heimat verlassen muss. Was packe ich ein, wenn ich nur einen kleinen Koffer mitnehmen kann? Wie packe ich, wenn ich nur ein paar Minuten Zeit habe, um das Haus zu verlassen vor einer drohenden Katastrophe. Es bleibt kaum Zeit, eine Auswahl zu treffen. Das, was man zurücklässt, ist in der Regel verloren.  Ganz schlimm ist es, wenn man nur das retten kann, was man am Leib trägt. Man konnte nichts mehr packen, man hatte gar keine Entscheidungsmöglichkeit bekommen, sondern musste Hals über Kopf fliehen.
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