Gotteserfahrung

Der Prophet Elia ist eine zwiespältige Figur aus dem Ersten Testament. Auch wenn ihm kein eigenes Buch zugeschrieben wird, gilt er doch als der größte Prophet im Alten Israel und wird als solcher bis heute verehrt. Er stand immer im Zwiespalt zwischen der weltliche und göttlichen Macht, er kannte die Verlockungen beider Seiten und musste sein Handeln und seine Überzeugungen immer wieder auf den Prüfstand stellen. Er war sich seiner Sache nie ganz sicher.
Ein wichtiges Ereignis in seinem Leben stellt die Gotteserfahrung dar, die er auf der Flucht vor Verfogung gemacht hat: »Der Herr sagte zu Elia: Komm aus der Höhle heraus und stell dich auf den Berg vor den Herrn! Da zog der Herr vorüber: Ein starker, heftiger Sturm, der die Berge zerriss und die Felsen zerbrach, ging dem Herrn voraus. Doch der Herr war nicht im Sturm. Nach dem Sturm kam ein Erdbeben. Doch der Herr war nicht im Erdbeben. Nach dem Beben kam ein Feuer. Doch der Herr war nicht im Feuer. Nach dem Feuer kam ein sanftes, leises Säuseln. Als Elija es hörte, hüllte er sein Gesicht in den Mantel, trat hinaus und stellte sich an den Eingang der Höhle.« (1 Kön 19,11-13) Elia erfährt in einer Ausnahmesituation die Nähe Gottes. Es ist eine unerwartete Erfahrung. G
ott erscheint nicht in mächtigen Zeichen, sondern in einem sanften Hauch, der Elia zärtlich umfängt. Diese Botschaft gilt nicht nur Elia, sondern auch uns, denn wir müssen nicht nach den großen Zeichen Ausschau halten. Gott lässt sich eher in den kleinen, unscheinbaren Dingen und Begegnungen des Alltags finden, meist dort, wor wir nicht mit Gott rechnen.
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Das unschuldige Opfer

In mythologischen Religionen braucht es Opfer, um sich mit den Göttern wieder gut zu stellen. Sie sollen besänftigt werden, indem man etwas von dem, was man erwirtschaftet hat oder was einem wertvoll ist, abgibt, es den Göttern opfert. Im Buch Genesis wird Abraham aufgefordert seinen Sohn zu opfern, um seinen Glauben an Gott zu beweisen. Aus heutiger Sicht eine Ungeheuerlichkeit. Ein Gott, der von Menschen fordert, dass sie ihr eigenes Fleisch und Blut opfern, das geht heute nicht mehr. Überhaupt muss die Frage erlaubt sein, ob wir im religiösen Bereich noch von Opfern sprechen sollen. Ein Opfer ist immer unschuldig, es kann nichts dafür, dass es ausgewählt wurde. Im Gegenteil, ein Opfer sollte möglichst rein sein, um sich Gott gegenüber würdig zu erweisen. Je reiner, umso wertvoller. 
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