Warten

Heute muss es schnell gehen. Dann hält es auf, wenn man warten muss. Ja, Warten müssen ist unangenehm. Sei es in der Schlange vor der Kasse im Supermarkt, sei es im Wartezimmer beim Arzt, auf dem Bahnsteig auf den verspäteten Zug oder auch schon an der roten Ampel. Wenn wir warten müssen, verlieren wir Zeit. Warten passt nicht mehr in unsere Zeit.
Wir sind auch ungeduldig, wenn wir auf die Erfüllung eines Wunsches warten müssen oder wir nicht gleich das tun können, was wir wollen. Warten hindert uns daran, jetzt gerade glücklich zu sein. Ist das wirklich so? Kann Warten nicht auch zu einer Quelle des Glücks werden? An der Mose Treppe in der Autobahnkirche sehen wir die Darstellung einer sitzenden Frau. Sie hat sich in ihrer Position eingerichtete, als bliebe sie länger so sitzen. Diese Frau wartet. Dabei strahlt sie eine Ruhe aus, die ansteckend wirkt. Es ist die Haltung, die viele Menschen auch einnehmen, wenn sie beten. So wird aus der wartenden Haltung auch die Haltung des Gebetes. Und genaugenommen ist Beten ja nichts anderes als Warten. Betende warten darauf, dass sich Gottes Wille durchsetzt. Und dann ergreifen sie die Initiative und stehen auf.

Sich hinsetzen und es sich einigermaßen bequem machen und warten. Das kann beruhigen, wenn nichts anderes ist. Aber genau darum geht es. Sich Zeit nehmen und warten. Manchmal tut es gut, dieses Warten einzuüben. Dann wartet man auf Nichts. Diese Erfahrung hilft dann, wenn wir wirklich mal warten müssen, ebenso gelassen zu bleiben. Dann werden erzwungene Wartezeiten zur geschenkten Zeit, in der ich nichts anders tun muss als Warten.
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Was willst du mitnehmen?

Vor der Fahrt in den Urlaub steht das Packen. Ob mit dem Auto oder Flugzeug, ob mit Bus oder Bahn, immer kann man nur begrenzt Dinge mitnehmen. Fragen nach der richtigen Kleidung, den notwendigen Schuhen, Regenschutz, Wasch- und Freizeitutensilien, vielleicht noch ein Buch. Ganz schnell hat man eine Grenze erreicht und muss sich entscheiden, was daheimbleiben muss und was ich mitnehmen kann. Wenn es den Urlaub betrifft, dann fällt die Entscheidung nicht gar so schwer, weil man spätestens nach ein paar Wochen wieder auf alles, was man zum Leben braucht, zurückgreifen kann. Da kann man gerne mal auf etwas verzichten. Ganz anders sieht es aus, wenn man seine Heimat verlassen muss. Was packe ich ein, wenn ich nur einen kleinen Koffer mitnehmen kann? Wie packe ich, wenn ich nur ein paar Minuten Zeit habe, um das Haus zu verlassen vor einer drohenden Katastrophe. Es bleibt kaum Zeit, eine Auswahl zu treffen. Das, was man zurücklässt, ist in der Regel verloren.  Ganz schlimm ist es, wenn man nur das retten kann, was man am Leib trägt. Man konnte nichts mehr packen, man hatte gar keine Entscheidungsmöglichkeit bekommen, sondern musste Hals über Kopf fliehen.
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