Wenn Gott zu Besuch kommt

Wie kann ich zeigen, dass Gott bei mir ist? Es ist schwer auszudrücken, es sei denn, man hat Bilder oder Geschichten an der Hand, die das erzählen. So auch diese Abbildung am Abrahamsfries an der Autobahnkirche. Im Buch Genesis wird beschrieben, dass Gott in Gestalt dreier Männer zu Abraham und Sarah kommt. Traditionell werden sie als geflügelte Engelwesen dargestellt. So auch hier.
Abraham erkennt in ihnen, dass Gott zu ihm gekommen ist und wirft sich auf den Boden. Anschließend bewirtet er die drei als seine Gäste. Woran aber erkennt er, dass Gott bei ihm einkehrt? Wir wissen es, denn es sind ja Engel, die zu ihm kommen. So können wir diese Geschichte erzählen. Und sie klingt in diesem Zusammenhang ja auch plausibel. Aber erkennen wir im konkreten Alltag, in dem Engelwesen offensichtlich nicht vorkommen, dass Gott zu uns kommt oder vielleicht auch schon da ist?
Wenn wir überraschend Besuch erhalten, dann sind es oft Kleinigkeiten, die daraus etwas Besonderes machen. Und wie oft ist gerade das Ungeplante eines Besuches, das was Eindruck hinterlässt. Wir brauchen nur die Offenheit, das es geschehen kann. Alles andere geschieht dann fast von selbst.
Abraham hatte das Gespür in einer alltäglichen Situationen und erkannte das Besondere in diesem Besuch. Er begrüßte seinen Gast oder seine Gäste angemessen, in diesem Fall wirft er sich zur Erde. Dann bewirtet er sie und praktizierte Gastfreundschaft. Vielleicht reicht es auch, nur offen zu sein für das Besondere im Alltag, um zu entdecken, dass Gott uns besuchen kommt.
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Das unschuldige Opfer

In mythologischen Religionen braucht es Opfer, um sich mit den Göttern wieder gut zu stellen. Sie sollen besänftigt werden, indem man etwas von dem, was man erwirtschaftet hat oder was einem wertvoll ist, abgibt, es den Göttern opfert. Im Buch Genesis wird Abraham aufgefordert seinen Sohn zu opfern, um seinen Glauben an Gott zu beweisen. Aus heutiger Sicht eine Ungeheuerlichkeit. Ein Gott, der von Menschen fordert, dass sie ihr eigenes Fleisch und Blut opfern, das geht heute nicht mehr. Überhaupt muss die Frage erlaubt sein, ob wir im religiösen Bereich noch von Opfern sprechen sollen. Ein Opfer ist immer unschuldig, es kann nichts dafür, dass es ausgewählt wurde. Im Gegenteil, ein Opfer sollte möglichst rein sein, um sich Gott gegenüber würdig zu erweisen. Je reiner, umso wertvoller. 
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