Leben ist Begegnung

Menschen brauchen einander. Wir sind nicht zu Eremiten geschaffen. Am deutlichsten wird dies dadurch, dass wir darauf angewiesen sind, dass man mit uns spricht. Wir reden mit anderen und hören zu. Selbst wenn wir nicht so gesprächig sind, ohne Sprache können wir kaum mehr ausdrücken, was uns bewegt und wie wir einander brauchen.
Der menschlichen Rede voraus geht aber die Begegnung. Ich erkenne ein Gegenüber und trete mit ihm in Kontakt. Aus der Psychologie wissen wir, dass der erste Kontakt über die Augen geschieht, dann über die anderen Sinne. Und bevor überhaupt ein erstes Wort fällt, ist das meiste schon gesagt und festgelegt. Diesen ersten Eindruck können wir nur schwer revidieren.
Unser Leben ist durch Begegnungen gekennzeichnet. Wie oft im Laufe eines Tages blicken wir anderen in die Augen? Wie oft tauschen wir uns auch über Belangloses aus? Wie vielen Menschen begegne ich an einem Tag? Begegnung ist vielfältig, aber findet bei den vielen Kontakten, die wir tagtäglich nutzen, auch immer wirkliche Begegnung statt? Ist nicht schon im Vorfeld alles klar und wir meinen zu wissen, wie der andere zu uns steht und ob uns das anstehende Gespräch etwas bringt?
Leben ist Begegnung, keine Frage. Und jeder Mensch, dem ich in die Augen schaue, dem begegne ich auch. Aber wir müssen uns auch fragen, ob wir alle Dimensionen der Begegnung zulassen und diesem Menschen eine Chance geben. Sicherlich ist das nicht immer möglich. Je größer die Menschenmenge ist, umso oberflächlicher und anonymer ist die Begegnung. Wir können uns trotzdem immer wieder daran erinnern, dass wir auch die Chance zu einer wirklich tiefen Begegnung haben. Es liegt an uns, was wir zulassen.
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Was willst du mitnehmen?

Vor der Fahrt in den Urlaub steht das Packen. Ob mit dem Auto oder Flugzeug, ob mit Bus oder Bahn, immer kann man nur begrenzt Dinge mitnehmen. Fragen nach der richtigen Kleidung, den notwendigen Schuhen, Regenschutz, Wasch- und Freizeitutensilien, vielleicht noch ein Buch. Ganz schnell hat man eine Grenze erreicht und muss sich entscheiden, was daheimbleiben muss und was ich mitnehmen kann. Wenn es den Urlaub betrifft, dann fällt die Entscheidung nicht gar so schwer, weil man spätestens nach ein paar Wochen wieder auf alles, was man zum Leben braucht, zurückgreifen kann. Da kann man gerne mal auf etwas verzichten. Ganz anders sieht es aus, wenn man seine Heimat verlassen muss. Was packe ich ein, wenn ich nur einen kleinen Koffer mitnehmen kann? Wie packe ich, wenn ich nur ein paar Minuten Zeit habe, um das Haus zu verlassen vor einer drohenden Katastrophe. Es bleibt kaum Zeit, eine Auswahl zu treffen. Das, was man zurücklässt, ist in der Regel verloren.  Ganz schlimm ist es, wenn man nur das retten kann, was man am Leib trägt. Man konnte nichts mehr packen, man hatte gar keine Entscheidungsmöglichkeit bekommen, sondern musste Hals über Kopf fliehen.
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