Baum und Axt

Ein kleines Bäumchen und eine scharfe Axt. Es besteht kein Zweifel, um was es geht und wer als Sieger den Platz verlässt. Beides zusammen aber, der lebendige Baum und die Axt, sprechen von etwas, was noch nicht eingetreten ist. In der Verkündigung Jesu ist das Gleichnis von der Axt, die an den Baum gelegt wird, ein Bild für das bevorstehende Gericht. So verstanden werden wir mit diesem Bild in die Entscheidung gerufen.
Wie hältst Du es für Dich? Könntest Du mit deinem Leben, mit dem, was du tust und wie du bist, vor einem Gericht bestehen? Würde dich das Urteil der vollständigen Vernichtung treffen? Diese Fragen stellt uns Jesus, wenn er dieses Bild verwendet. »Schon ist die Axt an die Wurzel der Bäume gelegt; jeder Baum, der keine gute Frucht hervorbringt, wird umgehauen und ins Feuer geworfen.« (Mt3,10)
Eine Reaktion wäre es nun, aus Angst vor einer großen Strafe, ein bestimmtes Handeln zu erzwingen. Wenn du nicht tust, was von dir erwartet wird, dann hast du keine Chance. In autoritären Modellen wird in der Regel so verfahren. Doch es geht auch anders. Das Bild vom Baum, der vielleicht gefällt werden wird, bleibt, keine Frage.
Aber jetzt bin ich in die Entscheidung gestellt. Es geht nicht um die Strafe, die mir droht, sondern ich werde aufgefordert, klar zu entscheiden, was ich will. In einer klaren und eindeutigen Sprache fordert Jesus uns auf, Position zu beziehen und das eigene Leben in die Hand zu nehmen. Nicht warten bis jemand sagt, was ich tun soll, sondern aus eigenem Antrieb heraus das finden und tun, was jetzt wichtig ist. Jesus entlässt uns nicht aus der Verantwortung, entscheiden zu müssen. Wir können uns nicht auf Befehl und Gehorsam berufen, wir sind gefragt.
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Was willst du mitnehmen?

Vor der Fahrt in den Urlaub steht das Packen. Ob mit dem Auto oder Flugzeug, ob mit Bus oder Bahn, immer kann man nur begrenzt Dinge mitnehmen. Fragen nach der richtigen Kleidung, den notwendigen Schuhen, Regenschutz, Wasch- und Freizeitutensilien, vielleicht noch ein Buch. Ganz schnell hat man eine Grenze erreicht und muss sich entscheiden, was daheimbleiben muss und was ich mitnehmen kann. Wenn es den Urlaub betrifft, dann fällt die Entscheidung nicht gar so schwer, weil man spätestens nach ein paar Wochen wieder auf alles, was man zum Leben braucht, zurückgreifen kann. Da kann man gerne mal auf etwas verzichten. Ganz anders sieht es aus, wenn man seine Heimat verlassen muss. Was packe ich ein, wenn ich nur einen kleinen Koffer mitnehmen kann? Wie packe ich, wenn ich nur ein paar Minuten Zeit habe, um das Haus zu verlassen vor einer drohenden Katastrophe. Es bleibt kaum Zeit, eine Auswahl zu treffen. Das, was man zurücklässt, ist in der Regel verloren.  Ganz schlimm ist es, wenn man nur das retten kann, was man am Leib trägt. Man konnte nichts mehr packen, man hatte gar keine Entscheidungsmöglichkeit bekommen, sondern musste Hals über Kopf fliehen.
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