Das dunkle Geheimnis Gottes

Wie kann man heute von Gott sprechen? Gibt es noch Bilder, mit denen wir das ausdrücken können, was wir unter Gott verstehen? Es ist schwer eine passende Ausdrucksform zu finden. Vielleicht hilft es, wenn man auf die traditionelle Bildersprache zurückgreift.
In der »christlichen Farbenlehre« steht Gold für das Göttliche. Überall dort, wo Gold auftaucht, ist Gott gegenwärtig. Heilige, die auf einen goldenen Untergrund gemalt werden, stehen in der Gegenwart Gottes. In alten Kirchen wird Gott mit zumindest vergoldeten Schnitzereien dargestellt und so darauf hingewiesen, dass Gott zugegen ist.
Auch in modernen Kirchen taucht dieses Farbenverständnis wieder auf. In der Rosette hinter dem Altar in der Autobahnkirche wird im Glasfenster viel Gold verwendet, das bei Sonnenuntergang noch schöner wirkt. Verschiedene Goldtöne umrahmen das Lamm aus der Apokalypse. Emil Wachter hat dieser göttlichen Gegenwart etwas entgegen gesetzt: Das Schwarz der Einfassungen für die goldenen Glasstücke und einen großen schwarzen Klecks. In modernen Darstellungen wird für das Unbegreifliche, für das Geheimnisvolle und für das Unnahbare Gottes die Farbe schwarz verwendet. Auch diese Seite gehört zu der Wirklichkeit, die wir Gott nennen, heute vielleicht mehr als früher.
So steht in der Autobahnkirche die alte Vorstellung der Herrlichkeit Gottes und die moderne des Nichtverstehens und der Aussagen all dessen, was Gott nicht ist, nebeneinander. Beide bilden eine Einheit, sie gehören zusammen. Schwarz und Gold stehen für das, was jeder und jede von uns von Gott versteht oder nicht versteht: Wir kennen beides, nur selten so ausgeglichen und einheitlich wie im Fenster der Autobahnkirche zu sehen.


 
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Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Was willst du mitnehmen?

Vor der Fahrt in den Urlaub steht das Packen. Ob mit dem Auto oder Flugzeug, ob mit Bus oder Bahn, immer kann man nur begrenzt Dinge mitnehmen. Fragen nach der richtigen Kleidung, den notwendigen Schuhen, Regenschutz, Wasch- und Freizeitutensilien, vielleicht noch ein Buch. Ganz schnell hat man eine Grenze erreicht und muss sich entscheiden, was daheimbleiben muss und was ich mitnehmen kann. Wenn es den Urlaub betrifft, dann fällt die Entscheidung nicht gar so schwer, weil man spätestens nach ein paar Wochen wieder auf alles, was man zum Leben braucht, zurückgreifen kann. Da kann man gerne mal auf etwas verzichten. Ganz anders sieht es aus, wenn man seine Heimat verlassen muss. Was packe ich ein, wenn ich nur einen kleinen Koffer mitnehmen kann? Wie packe ich, wenn ich nur ein paar Minuten Zeit habe, um das Haus zu verlassen vor einer drohenden Katastrophe. Es bleibt kaum Zeit, eine Auswahl zu treffen. Das, was man zurücklässt, ist in der Regel verloren.  Ganz schlimm ist es, wenn man nur das retten kann, was man am Leib trägt. Man konnte nichts mehr packen, man hatte gar keine Entscheidungsmöglichkeit bekommen, sondern musste Hals über Kopf fliehen.
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