Engel der Verkündigung

Wie oft wurde diese Szene der Verkündigung nicht schon dargestellt. Ob flämische Maler oder abstrakte Darstellungen, ob auf Bildern oder so wie hier als Relief, es wird versucht, etwas zu zeigen, was nicht zu beschreiben ist: eine Begegnung mit Gott.
Zur Zeit, als Lukas sein Evangelium schrieb, war eine direkte Gottesbegegnung nicht vorstellbar, ohne dass man diese mit dem Leben hätte bezahlen müssen. Doch haben Menschen immer wieder diese Erfahrung mit Gott gemacht - und überlebt. Das war nur deshalb möglich, weil man sich vorgestellt hat, dass Gott den Menschen nicht von Angesicht zu Angesicht gegenübertrat, sondern dass die Botschaft Gottes von Engeln übermittelt wurde. Engel sind die Zwischenwesen, die für die Kommunikation zwischen Gott und den Menschen verantwortlich sind.
In dieser Darstellung der Verkündigung an Maria von Emil Wachter, dass sie von Heiliger Geistkraft empfangen und einen Sohn gebären würde, ist der Engel - er bekommt sogar einen Namen: Gabriel, das heißt: »Gott ist groß« - so überwältigend gestaltet, dass man sich ihm nicht entziehen kann. Heilige Geistkraft kommt über Maria als ein machtvolles Ereignis. Was bleibt ihr dann auch anderes übrig als zu sagen: »Mir geschehe nach deinem Wort.«?
Wir sind weit davon entfernt, unsere Erfahrungen mit denen gleichzusetzen, die im Evangelium geschildert werden. Wir tun uns schwer, so etwas nachzuvollziehen.
Aber sind diese Geschichten, wie sie Lukas erzählt, auch nicht nur ein Versuch, die Erfahrungen, die Menschen mit Gott gemacht haben, in Worte zu fassen. Wurden und werden nicht auch wir von Gott besucht und bekommen etwas gesagt, das unser Leben verändert. Nicht? Dann wäre es an der Zeit, unsere Erfahrungen genauer anzuschauen und nach den Spuren Gottes in unserem Leben zu suchen. Möglicherweise hat auch mich dieser Engel besucht, so dass auch mir nur eine Antwort übrig blieb: »Mir geschehe nach deinem Wort!«
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Was willst du mitnehmen?

Vor der Fahrt in den Urlaub steht das Packen. Ob mit dem Auto oder Flugzeug, ob mit Bus oder Bahn, immer kann man nur begrenzt Dinge mitnehmen. Fragen nach der richtigen Kleidung, den notwendigen Schuhen, Regenschutz, Wasch- und Freizeitutensilien, vielleicht noch ein Buch. Ganz schnell hat man eine Grenze erreicht und muss sich entscheiden, was daheimbleiben muss und was ich mitnehmen kann. Wenn es den Urlaub betrifft, dann fällt die Entscheidung nicht gar so schwer, weil man spätestens nach ein paar Wochen wieder auf alles, was man zum Leben braucht, zurückgreifen kann. Da kann man gerne mal auf etwas verzichten. Ganz anders sieht es aus, wenn man seine Heimat verlassen muss. Was packe ich ein, wenn ich nur einen kleinen Koffer mitnehmen kann? Wie packe ich, wenn ich nur ein paar Minuten Zeit habe, um das Haus zu verlassen vor einer drohenden Katastrophe. Es bleibt kaum Zeit, eine Auswahl zu treffen. Das, was man zurücklässt, ist in der Regel verloren.  Ganz schlimm ist es, wenn man nur das retten kann, was man am Leib trägt. Man konnte nichts mehr packen, man hatte gar keine Entscheidungsmöglichkeit bekommen, sondern musste Hals über Kopf fliehen.
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