Lassen oder Tragen

Der Heilige Christophorus ist der Patron der Reisenden und damit auch Patron der Autobahnkirche. Auf ihn setzen Menschen ihre Hoffnung, wenn sie um eine gute Reise oder um den Segen Gottes auf ihrem Weg beten. In der Legende des Heiligen Christophorus ist dieser Glaube grundgelegt. Er trägt ein Kind, das er nicht kennt durch die Fluten des Flusses. Unterwegs wird es ihm immer schwerer, es kommt ihm s vor, als trage er die ganze Last der Welt. In der Mitte des Flusses steht ihm das Wasserbuchstäblich bis zum Hals. Ich stelle mir vor, wie er da mit sich kämpft. Soll er das Kind loslassen und das eigene Leben retten? Soll er weiter kämpfen und versuchen jeden Schritt so gut es geht zu setzen? Christophorus entscheidet sich für das zweite und er erreicht mit Mühe das rettende Ufer. Jetzt erst erfährt er, dass er Christus, den Herrn der Welt getragen hat.
Dieses Durchhalten in einer schwierigen Situation macht ihn für uns sympathisch und zum Helden und gleichzeitig zu einer großen Herausforderung. Wir sind schnell dabei, dass wir vom Loslassen reden, meistens dann, wenn es schwierig wird. Das hat sicherlich auch seine Berechtigung. Aber wenn ich loslasse, dann verliere ich auch das, was ich trage. Auch das ist in Heilungsprozessen hilfreich und wichtig. Aber doch wird übersehen, dass auch das Tragen eine Qualität hat und hilft, das Leben zu bestehen. Wenn ich etwas Schweres trage, dann bleibe ich damit verbunden. Und wird die Last so schwer, dass ich das Gefühl habe, als liege die ganze Last der Welt auf meinen Schultern, dann ist es mühsam. Dann hilft nur noch, einen Schritt zu setzen, dann den nächsten. Ich kann nur im Augenblick tragen.
Christophorus lässt nicht los, er trägt, er bleibt mit dem in Verbindung, was auf seinen Schultern lastet. Hinterher weiß er, das ist Christus. Wenn wir etwas Schweres tragen kann das auch Christus sein, ohne Leid und Schmerz zu spiritualisieren. Es hilft dann, jeden Schritt zu gehen, nur diesen, dann den nächsten. So trägt man. So trägt man Christus, so ist man Christusträger wie Christophorus.
Ansprechpartner

Norbert Kasper

Pastoralreferent

Kalender
Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Faszinierend

Die beiden Brüder Jakobus und Johannes stehen da, mit offenen Mündern und aufgerissenen Augen. Sie können ihren Sinnen gerade nicht trauen. Sie verstehen nicht, was sie soeben erleben. Sie sind zusammen mit Petrus und Jesus auf den Berg Tabor gestiegen, ein mühsamer und beschwerlicher Weg. Jesus wird vor ihren Augen in eine strahlende Gestalt verwandelt und trägt herrliche weiße Kleide. Neben ihm tauchen zwei Männer auf, von denen sie sofort wissen, dass es Mose und Elia sind. Jesus unterhält sich mit ihnen, bis eine Stimmer ertönt: »Das ist mein geliebter Sohn, auf ihn sollt ihr hören!« Plötzlich ist alles vorbei, Mose und Elia sind verschwunden, Jesus steht wieder ganz einfach vor ihnen, auch das herrliche Strahlen ist nicht mehr. Ihre erste Reaktion ist, für immer an dem Ort zu bleiben, das Erlebte festzuhalten und drei Hütten zu bauen, was sie dann natürlich nicht tun, denn sie machen sich wieder an den Abstiegt vom Berg Tabor.
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