Überschwemmt

Wir wissen alle um die Bedeutung und um die Notwendigkeit des Wassers für das Leben. Aus dem Wasser kommt das Leben. Wir brauchen Wasser zum Überleben. So ist das Wasser zum Inbegriff des Lebens und des Lebenserhaltes geworden. Doch das soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass das, was Leben spendet auch Leben bedroht. In der Sintflut wird das augenfällig. Gott vernichtet alles Leben auf der Erde durch Wasser! Menschen zu allen Zeiten haben diese Ambivalenz gespürt: das was Leben gibt, nimmt es auch wieder weg.
Wir können dieses Bild weiterspinnen, denn so hat es Emil Wachter am Noah-Turm an der Ostseite der Autobahnkirche auch getan. Für ihn stehen die Fluten, die Gott über die Erde schickt und die alles Leben vernichten, für die Ströme des Zeitgeistes. Wenn dieser ungebändigt losgelassen wird, dann hat das Leben der Menschen keine Chance mehr. All das, was einmal wichtig erschien, wird hinfällig und geht zugrunde. Das Wertvolle wird kurzfristigen Moden oder schlimmer noch wirtschaftlichen Interessen geopfert. Das ist eine zugegeben pessimistische Sicht auf unsere Zeit. Und wie das Wasser hat der Zeitgeist auch zwei Seiten, die wir im Blick haben müssen. Ohne zeitgenössische Entwicklungen gibt es keinen Fortschritt, weder in technischer oder sozialer, noch in kultureller und gesellschaftlicher oder gar in philosophischer Sicht der Welt. Und jede Entwicklung birgt auch falsche Wege in sich. Es sind die Irrwege, die vieles von dem, was einmal erreicht wurde, wieder zunichte machen. Es kommt auf die Unterscheidung der Geister an, damit Zukunft möglich wird. Emil Wachter spricht diese Warnung offen aus.
Es ist nicht der Zeitgeist, der Leben bedroht, es sind nicht die jeweiligen Moden, die Kulturen und Traditionen den Todesstoß versetzen. Es ist immer das, was wir daraus machen. Geben wir den Wellen des Zeitgeistes so viel Macht, dass sie alles beherrschen? Lassen wir den Verfall von Werten widerspruchslos zu? Dann mag es so sein, dass uns der Zeitgeist überschwemmt und alles, was geschaffen wurde vernichtet. Wenn wir aber im Bewusstsein behalten, was gut ist, und dieses auch weitergeben, dann haben wir eine Chance gegen einen übermächtig scheinenden Zeitgeist.
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Was willst du mitnehmen?

Vor der Fahrt in den Urlaub steht das Packen. Ob mit dem Auto oder Flugzeug, ob mit Bus oder Bahn, immer kann man nur begrenzt Dinge mitnehmen. Fragen nach der richtigen Kleidung, den notwendigen Schuhen, Regenschutz, Wasch- und Freizeitutensilien, vielleicht noch ein Buch. Ganz schnell hat man eine Grenze erreicht und muss sich entscheiden, was daheimbleiben muss und was ich mitnehmen kann. Wenn es den Urlaub betrifft, dann fällt die Entscheidung nicht gar so schwer, weil man spätestens nach ein paar Wochen wieder auf alles, was man zum Leben braucht, zurückgreifen kann. Da kann man gerne mal auf etwas verzichten. Ganz anders sieht es aus, wenn man seine Heimat verlassen muss. Was packe ich ein, wenn ich nur einen kleinen Koffer mitnehmen kann? Wie packe ich, wenn ich nur ein paar Minuten Zeit habe, um das Haus zu verlassen vor einer drohenden Katastrophe. Es bleibt kaum Zeit, eine Auswahl zu treffen. Das, was man zurücklässt, ist in der Regel verloren.  Ganz schlimm ist es, wenn man nur das retten kann, was man am Leib trägt. Man konnte nichts mehr packen, man hatte gar keine Entscheidungsmöglichkeit bekommen, sondern musste Hals über Kopf fliehen.
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