Gottes Auge schaut dich an

»Ein Auge ist’s, das alles sieht, auch was in dunkler Nacht geschieht!« So wird der Blick Gottes auf die Welt und die Menschen seit Jahrhunderten gedeutet. Aus dem vormals positiven Bild, das betonen wollte, dass der Gerechtigkeit Gottes nichts entgeht, wurde das drohende Bild der moralischen Überwachung der Menschen. Das Auge Gottes blickt nicht mehr liebevoll, sondern streng und bestenfalls gerecht auf uns. Es gibt viele Beispiele, wie sich etwas, das gut gedacht war, ins Gegenteil verkehrt, spätestens dann, wenn sich Machtperspektiven ändern. In Zeiten, in denen sich das Christentum in einer heidnischen Umwelt behaupten musste, war es wichtig, der göttlichen Gerechtigkeit zum Durchbruch zu verhelfen. Wenn die Macht nun selbst in der Hand der Christen liegt, wird daraus ein Überwachungsinstrument. Ein Instrument, das sich die Menschen selbst auferlegen und sich damit selbst kontrollieren und einengen. Auf diese Weise wurde viel Leid im Laufe der Geschichte geschaffen. Man war dauernd auf der Lauer und beobachtete sich, wo ein Verstoß gegen juristische oder gar moralische Vorschriften vorliegen könnte.
Doch auch der liebevolle Blick Gottes auf die Menschen wurde nie vergessen und - Gott sei Dank - wird er heute wieder mehr beachtet. Das warme, wertschätzende Auge Gottes, das auf uns ruht, soll Kraft und Zuversicht in das Leben geben. dieser wertschätzende Blick ist Teil unseres Lebens. Wenn man dem christlichen Mystiker
Meister Eckhart folgt, der sinngemäß sagt: »Das Auge, mit dem Gott mich anschaut, ist das Auge, mit dem ich Gott anschaue!« dann eröffnet sich eine ganz neue Perspektive. Mein Blick auf die Welt, das Leben, meine Mitmenschen und auf mich ist identisch mit dem Blick Gottes. Mein Blick und Gottes Blick sind eins. Meister Eckhart spricht so jedem und jeder von uns eine große Würde und Aufgabe zu. Die ist besser als jede moralische Überwachung. Solche gibt es genug! Aber der Blick Gottes auf uns - und unser Blick auf Gott - sind einzigartig!
Ansprechpartner
Kalender
Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Was willst du mitnehmen?

Vor der Fahrt in den Urlaub steht das Packen. Ob mit dem Auto oder Flugzeug, ob mit Bus oder Bahn, immer kann man nur begrenzt Dinge mitnehmen. Fragen nach der richtigen Kleidung, den notwendigen Schuhen, Regenschutz, Wasch- und Freizeitutensilien, vielleicht noch ein Buch. Ganz schnell hat man eine Grenze erreicht und muss sich entscheiden, was daheimbleiben muss und was ich mitnehmen kann. Wenn es den Urlaub betrifft, dann fällt die Entscheidung nicht gar so schwer, weil man spätestens nach ein paar Wochen wieder auf alles, was man zum Leben braucht, zurückgreifen kann. Da kann man gerne mal auf etwas verzichten. Ganz anders sieht es aus, wenn man seine Heimat verlassen muss. Was packe ich ein, wenn ich nur einen kleinen Koffer mitnehmen kann? Wie packe ich, wenn ich nur ein paar Minuten Zeit habe, um das Haus zu verlassen vor einer drohenden Katastrophe. Es bleibt kaum Zeit, eine Auswahl zu treffen. Das, was man zurücklässt, ist in der Regel verloren.  Ganz schlimm ist es, wenn man nur das retten kann, was man am Leib trägt. Man konnte nichts mehr packen, man hatte gar keine Entscheidungsmöglichkeit bekommen, sondern musste Hals über Kopf fliehen.
Facebook Like-Box
 Social-Media-Inhalte aktivieren
Veranstaltungen
Di. 15.09.2026
Kontemplation
Di. 22.09.2026
Kontemplation
Di. 29.09.2026
Kontemplation

weitere Veranstaltungen ...
Schott Messbuch
Sonn- und Feiertagsgeläut
Meldungen der Erzdiözese
Hier können Sie sich den Meldebogen für das  "Buch der Verkehrstoten" herunterladen und uns zusenden.