Gottes Auge schaut dich an

»Ein Auge ist’s, das alles sieht, auch was in dunkler Nacht geschieht!« So wird der Blick Gottes auf die Welt und die Menschen seit Jahrhunderten gedeutet. Aus dem vormals positiven Bild, das betonen wollte, dass der Gerechtigkeit Gottes nichts entgeht, wurde das drohende Bild der moralischen Überwachung der Menschen. Das Auge Gottes blickt nicht mehr liebevoll, sondern streng und bestenfalls gerecht auf uns. Es gibt viele Beispiele, wie sich etwas, das gut gedacht war, ins Gegenteil verkehrt, spätestens dann, wenn sich Machtperspektiven ändern. In Zeiten, in denen sich das Christentum in einer heidnischen Umwelt behaupten musste, war es wichtig, der göttlichen Gerechtigkeit zum Durchbruch zu verhelfen. Wenn die Macht nun selbst in der Hand der Christen liegt, wird daraus ein Überwachungsinstrument. Ein Instrument, das sich die Menschen selbst auferlegen und sich damit selbst kontrollieren und einengen. Auf diese Weise wurde viel Leid im Laufe der Geschichte geschaffen. Man war dauernd auf der Lauer und beobachtete sich, wo ein Verstoß gegen juristische oder gar moralische Vorschriften vorliegen könnte.
Doch auch der liebevolle Blick Gottes auf die Menschen wurde nie vergessen und - Gott sei Dank - wird er heute wieder mehr beachtet. Das warme, wertschätzende Auge Gottes, das auf uns ruht, soll Kraft und Zuversicht in das Leben geben. dieser wertschätzende Blick ist Teil unseres Lebens. Wenn man dem christlichen Mystiker
Meister Eckhart folgt, der sinngemäß sagt: »Das Auge, mit dem Gott mich anschaut, ist das Auge, mit dem ich Gott anschaue!« dann eröffnet sich eine ganz neue Perspektive. Mein Blick auf die Welt, das Leben, meine Mitmenschen und auf mich ist identisch mit dem Blick Gottes. Mein Blick und Gottes Blick sind eins. Meister Eckhart spricht so jedem und jeder von uns eine große Würde und Aufgabe zu. Die ist besser als jede moralische Überwachung. Solche gibt es genug! Aber der Blick Gottes auf uns - und unser Blick auf Gott - sind einzigartig!
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Norbert Kasper

Pastoralreferent

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Faszinierend

Die beiden Brüder Jakobus und Johannes stehen da, mit offenen Mündern und aufgerissenen Augen. Sie können ihren Sinnen gerade nicht trauen. Sie verstehen nicht, was sie soeben erleben. Sie sind zusammen mit Petrus und Jesus auf den Berg Tabor gestiegen, ein mühsamer und beschwerlicher Weg. Jesus wird vor ihren Augen in eine strahlende Gestalt verwandelt und trägt herrliche weiße Kleide. Neben ihm tauchen zwei Männer auf, von denen sie sofort wissen, dass es Mose und Elia sind. Jesus unterhält sich mit ihnen, bis eine Stimmer ertönt: »Das ist mein geliebter Sohn, auf ihn sollt ihr hören!« Plötzlich ist alles vorbei, Mose und Elia sind verschwunden, Jesus steht wieder ganz einfach vor ihnen, auch das herrliche Strahlen ist nicht mehr. Ihre erste Reaktion ist, für immer an dem Ort zu bleiben, das Erlebte festzuhalten und drei Hütten zu bauen, was sie dann natürlich nicht tun, denn sie machen sich wieder an den Abstiegt vom Berg Tabor.
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