Um Gottes Willen

Die Bitte aus dem Vater unser: »Dein Wille geschehe« ist christliches Allgemeingut. Wie oft wird diese Bitte am Tag ausgesprochen, wie oft übergeben damit Menschen ihr Leben in die Hand Gottes, weil sie wissen, dass sie ihr Leben selbst nicht in der Hand haben. Aber was hat es mit dieser Bitte auf sich? Was bedeutet sie und wie können wir damit umgehen? Und wenn wir diese Selbstverständlichkeit einmal grundsätzlich hinterfragen? Was ist denn mit dem Willen Gottes gemeint? Wann geschieht dieser Wille? Das sind Fragen, auf die es keine endgültige Antwort geben kann, wir können nur darüber nachdenken.
Ist diese Aussage nur eine Resignation gegenüber der Wirklichkeit? Das wäre es dann, wenn all das, was geschieht, weil es geschieht, zum Willen Gottes erklärt wird. Damit überlassen wir uns vollkommen Gott und geben unseren freien Willen auf. Wir geben damit zu, dass das Leben und die Welt nach einem Plan läuft, den wir nicht verstehen und auf den wir keinen Einfluss haben. Wir sprechen von Gott, dessen Willkür wir ausgeliefert sind.
Diese Bitte aus dem Vaterunser könnte aber auch Ausdruck einer Sehnsucht sein, dass sich in einer gottlosen Welt endlich der Wille Gottes durchsetzt. Dann ist Gott die letzte Hoffnung der Menschen auf eine andere oder bessere Welt. Aber wo ist dann Gott? Warum greift er nicht ein? Auch so kommen wir an die Grenzen der Theologie und des Glaubens.
Man könnte schließlich auch von einem undurchdringlichen Geheimnis reden, wenn der Wille Gottes ins Spiel kommt, aber auch dieser Gedanke hilft nicht wirklich weiter. Bei Angelus Silesius findet sich ein Sinnspruch im Cherubinischen Wandersmann: »Wir beten: Es gescheh’, mein Herr und Gott, dein Wille: Und sieh:
Er hat nicht Will’, er ist ein ew’ge Stille.« (I,294). Eine andere Sichtweise, wie man sich dem Willen Gottes annähern kann: In der Stille. Schweigen ist der Weg in den Augenblick. Da kann ich etwas von dem entdecken oder erfahren, was der Wille Gottes ist. Aber eines ist dann klar: Wissen kann ich den Willen Gottes nicht, er kann nur geschehen.
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Norbert Kasper

Pastoralreferent

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Faszinierend

Die beiden Brüder Jakobus und Johannes stehen da, mit offenen Mündern und aufgerissenen Augen. Sie können ihren Sinnen gerade nicht trauen. Sie verstehen nicht, was sie soeben erleben. Sie sind zusammen mit Petrus und Jesus auf den Berg Tabor gestiegen, ein mühsamer und beschwerlicher Weg. Jesus wird vor ihren Augen in eine strahlende Gestalt verwandelt und trägt herrliche weiße Kleide. Neben ihm tauchen zwei Männer auf, von denen sie sofort wissen, dass es Mose und Elia sind. Jesus unterhält sich mit ihnen, bis eine Stimmer ertönt: »Das ist mein geliebter Sohn, auf ihn sollt ihr hören!« Plötzlich ist alles vorbei, Mose und Elia sind verschwunden, Jesus steht wieder ganz einfach vor ihnen, auch das herrliche Strahlen ist nicht mehr. Ihre erste Reaktion ist, für immer an dem Ort zu bleiben, das Erlebte festzuhalten und drei Hütten zu bauen, was sie dann natürlich nicht tun, denn sie machen sich wieder an den Abstiegt vom Berg Tabor.
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