Mach aus diesen Steinen Brot

Die Versuchung Jesu kann uns nicht kalt lassen, denn wir spüren, dass wir tagtäglich ähnlichen Versuchungen - oder sollten wir eher Verlockungen sagen? - ausgesetzt sind. Dabei geht es in der ersten der drei Versuchungen, die im Matthäus-Evangelium berichtet werden, für uns weniger darum, satt zu sein. Satt sind wir und wir haben genug zu essen. Hunger ist bei uns meistens ein Luxusproblem, wenn wir aus irgendwelchen Gründen abnehmen wollen oder müssen. Für uns im reichen Norden kann es weniger um das Stillen des Hungers gehen. Das wäre die kurzfristige Lösung. Wenn es aber gelänge, aus Steinen Brot zu machen, wie es der Versucher von Jesus verlangt, dann müssten wir uns nie mehr Sorgen um unsere Versorgung mit den wichtigsten Grundnahrungsmitteln machen. Um diese Sorglosigkeit geht es bei diesem Fensterbild!
Sorge um die Nahrung ist weltweit ein Thema. Unser Planet könnte einige Milliarden Menschen mehr ernähren, als derzeit darauf leben. Wir müssen umdenken. Das heißt aber zunächst einmal, sich mit der Sehnsucht nach einem sorglosen Leben auseinander zu setzen. Kann es das geben und ist es überhaupt erstrebenswert? Es ist verlockend, wenn ich mich nicht um das alltägliche Beschaffen von Nahrung kümmern muss, am besten frei Haus geliefert. Diese Sorglosigkeit wird selbstverständlich und die Sehnsucht, nicht Hungern zu müssen, gerät vollkommen aus dem Blick. Sorglosigkeit wäre das Ende jeder Sorge und des Sorgens. Wir versuchen alles, um uns nicht sorgen zu müssen, aber wir tun es doch. Wir finden immer einen Grund, warum es jetzt noch nicht so gut ist, dass wir sorgenfrei leben können.
Der Wunsch nach Nahrung, die immer vorhanden ist, ist nur ein kleiner Teil dessen, was uns umtreibt. Doch ist dieses Bemühen um Sorglosigkeit wirklich so erstrebenswert? Vergessen wir dabei nicht das, was unser Leben ausmacht? Jesus gibt eine Antwort: »Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von jedem Wort aus Gottes Mund.« Und wir? Aus einem populären »Sorge dich nicht, sondern lebe!« wird ein »Sorge dich um dein Leben!«
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Was willst du mitnehmen?

Vor der Fahrt in den Urlaub steht das Packen. Ob mit dem Auto oder Flugzeug, ob mit Bus oder Bahn, immer kann man nur begrenzt Dinge mitnehmen. Fragen nach der richtigen Kleidung, den notwendigen Schuhen, Regenschutz, Wasch- und Freizeitutensilien, vielleicht noch ein Buch. Ganz schnell hat man eine Grenze erreicht und muss sich entscheiden, was daheimbleiben muss und was ich mitnehmen kann. Wenn es den Urlaub betrifft, dann fällt die Entscheidung nicht gar so schwer, weil man spätestens nach ein paar Wochen wieder auf alles, was man zum Leben braucht, zurückgreifen kann. Da kann man gerne mal auf etwas verzichten. Ganz anders sieht es aus, wenn man seine Heimat verlassen muss. Was packe ich ein, wenn ich nur einen kleinen Koffer mitnehmen kann? Wie packe ich, wenn ich nur ein paar Minuten Zeit habe, um das Haus zu verlassen vor einer drohenden Katastrophe. Es bleibt kaum Zeit, eine Auswahl zu treffen. Das, was man zurücklässt, ist in der Regel verloren.  Ganz schlimm ist es, wenn man nur das retten kann, was man am Leib trägt. Man konnte nichts mehr packen, man hatte gar keine Entscheidungsmöglichkeit bekommen, sondern musste Hals über Kopf fliehen.
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