Zu Gott aufsteigen

Es ist in der christlichen Tradition ein beliebtes Motiv: Die Leiter oder Treppe in den Himmel. Seit dem Traum, in dem Jakob eine Leiter von der Erde zum Himmel sah auf der Engel auf und nieder stiegen, taucht die Himmelsleiter immer wieder auf. Auf dem Weg zur Vollkommenheit steigen Menschen immer weiter zu Gott auf. Auf diesem mühsamen und langwierigen Klettern bleiben Versuchungen nicht aus und viele scheitern, kommen nie oben an oder werden von der Versuchung in die Tiefe und ins Verderben gerissen. Aber der Weg zu Gott bleibt eine Leiter, der Weg zum Heil ist nach wie vor steil und vor allem mühsam.
In einem Weltbild, in dem Gott oben im Himmel wohnt, ist das Bild des Aufstiegs naheliegend, aber deshalb nicht gleich hilfreich. Denn das Ziel bleibt unklar, Gott ist trotz allem in eine unerreichbare Ferne gerückt. Bei allem Bemühen, ist dieses Ziel nicht erreichbar. Ja, mit jeder Stufe rückt das Ziel ebenfalls wieder weiter weg. Was vielleicht im menschlichen Alltag ein Ansporn sein kann, ist für den spirituellen Bereich eher schädlich. Neben den Verlockungen, die eine erreichte Höhe bietet, kommen die Anstrengungen des Weges dazu. Jede und jeder, der oder die einen spirituellen Weg geht, weiß, dass Anstrengung und Verbissenheit nicht wirklich weiter bringen.
Es geht eher um ein Zulassen von dem, was um mich herum ist, als mich aus all dem zu lösen. Es ist der Verdienst der mystischen Traditionen in allen Religionen, die zwar hin und wieder das Bild der Leiter gebrauchen, aber gleichzeitig betonen, dass der Weg zu Gott nicht nach oben, sondern vielmehr in unser Innerstes führt. 

Es ist die Erfahrung, dass ich Gott nicht erreichen kann als Endpunkt eines steilen Weges, dass es unmöglich ist, zu Gott aufzusteigen, sondern dass ich Gott dann finde, wenn ich ganz in der Gegenwart, im Hier und Jetzt bin. Im gegenwärtigen Dasein ist Gott zu entdecken, nicht oben, an der Spitze einer unendlich langen Treppe.
Ansprechpartner

Norbert Kasper

Pastoralreferent

Kalender
Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Faszinierend

Die beiden Brüder Jakobus und Johannes stehen da, mit offenen Mündern und aufgerissenen Augen. Sie können ihren Sinnen gerade nicht trauen. Sie verstehen nicht, was sie soeben erleben. Sie sind zusammen mit Petrus und Jesus auf den Berg Tabor gestiegen, ein mühsamer und beschwerlicher Weg. Jesus wird vor ihren Augen in eine strahlende Gestalt verwandelt und trägt herrliche weiße Kleide. Neben ihm tauchen zwei Männer auf, von denen sie sofort wissen, dass es Mose und Elia sind. Jesus unterhält sich mit ihnen, bis eine Stimmer ertönt: »Das ist mein geliebter Sohn, auf ihn sollt ihr hören!« Plötzlich ist alles vorbei, Mose und Elia sind verschwunden, Jesus steht wieder ganz einfach vor ihnen, auch das herrliche Strahlen ist nicht mehr. Ihre erste Reaktion ist, für immer an dem Ort zu bleiben, das Erlebte festzuhalten und drei Hütten zu bauen, was sie dann natürlich nicht tun, denn sie machen sich wieder an den Abstiegt vom Berg Tabor.
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