Zu Gott aufsteigen

Es ist in der christlichen Tradition ein beliebtes Motiv: Die Leiter oder Treppe in den Himmel. Seit dem Traum, in dem Jakob eine Leiter von der Erde zum Himmel sah auf der Engel auf und nieder stiegen, taucht die Himmelsleiter immer wieder auf. Auf dem Weg zur Vollkommenheit steigen Menschen immer weiter zu Gott auf. Auf diesem mühsamen und langwierigen Klettern bleiben Versuchungen nicht aus und viele scheitern, kommen nie oben an oder werden von der Versuchung in die Tiefe und ins Verderben gerissen. Aber der Weg zu Gott bleibt eine Leiter, der Weg zum Heil ist nach wie vor steil und vor allem mühsam.
In einem Weltbild, in dem Gott oben im Himmel wohnt, ist das Bild des Aufstiegs naheliegend, aber deshalb nicht gleich hilfreich. Denn das Ziel bleibt unklar, Gott ist trotz allem in eine unerreichbare Ferne gerückt. Bei allem Bemühen, ist dieses Ziel nicht erreichbar. Ja, mit jeder Stufe rückt das Ziel ebenfalls wieder weiter weg. Was vielleicht im menschlichen Alltag ein Ansporn sein kann, ist für den spirituellen Bereich eher schädlich. Neben den Verlockungen, die eine erreichte Höhe bietet, kommen die Anstrengungen des Weges dazu. Jede und jeder, der oder die einen spirituellen Weg geht, weiß, dass Anstrengung und Verbissenheit nicht wirklich weiter bringen.
Es geht eher um ein Zulassen von dem, was um mich herum ist, als mich aus all dem zu lösen. Es ist der Verdienst der mystischen Traditionen in allen Religionen, die zwar hin und wieder das Bild der Leiter gebrauchen, aber gleichzeitig betonen, dass der Weg zu Gott nicht nach oben, sondern vielmehr in unser Innerstes führt. 

Es ist die Erfahrung, dass ich Gott nicht erreichen kann als Endpunkt eines steilen Weges, dass es unmöglich ist, zu Gott aufzusteigen, sondern dass ich Gott dann finde, wenn ich ganz in der Gegenwart, im Hier und Jetzt bin. Im gegenwärtigen Dasein ist Gott zu entdecken, nicht oben, an der Spitze einer unendlich langen Treppe.
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Was willst du mitnehmen?

Vor der Fahrt in den Urlaub steht das Packen. Ob mit dem Auto oder Flugzeug, ob mit Bus oder Bahn, immer kann man nur begrenzt Dinge mitnehmen. Fragen nach der richtigen Kleidung, den notwendigen Schuhen, Regenschutz, Wasch- und Freizeitutensilien, vielleicht noch ein Buch. Ganz schnell hat man eine Grenze erreicht und muss sich entscheiden, was daheimbleiben muss und was ich mitnehmen kann. Wenn es den Urlaub betrifft, dann fällt die Entscheidung nicht gar so schwer, weil man spätestens nach ein paar Wochen wieder auf alles, was man zum Leben braucht, zurückgreifen kann. Da kann man gerne mal auf etwas verzichten. Ganz anders sieht es aus, wenn man seine Heimat verlassen muss. Was packe ich ein, wenn ich nur einen kleinen Koffer mitnehmen kann? Wie packe ich, wenn ich nur ein paar Minuten Zeit habe, um das Haus zu verlassen vor einer drohenden Katastrophe. Es bleibt kaum Zeit, eine Auswahl zu treffen. Das, was man zurücklässt, ist in der Regel verloren.  Ganz schlimm ist es, wenn man nur das retten kann, was man am Leib trägt. Man konnte nichts mehr packen, man hatte gar keine Entscheidungsmöglichkeit bekommen, sondern musste Hals über Kopf fliehen.
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