Es muss sich was ändern

12.11.2018 |

»Wenn es sich doch nur ändern würde.« Das hört man allenthalben, und es verändert sich nichts. Der Zustand unserer Welt gibt viel Anlass, Veränderungen einzufordern, sich etwas Neues oder gar einen Neuanfang zu wünschen. Emil Wachter hat in diesem Fenster der Autobahnkirche den Schlüsselsatz aus der Apokalypse sichtbar gemacht: »Ich mache alles neu!«. Ein Satz, der in einem Buch steht. Jeder aufgeschriebene Satz muss mit Leben gefüllt werden, sonst bleibt er toter Buchstabe. Der Blick auf dieses Fenster ist eine Herausforderung für uns. Wie kann alles neu werden? Und wenn es dann neu wird, Ist es dann wirklich besser geworden? Die Geschichte kennt viele Neuanfänge, die den Erwartungen nicht gerecht geworden sind.
Es geht wohl nicht darum, dass es immer nach unserem Urteil gerecht werden muss. Was ist schon besser oder schlechter? Ein endgültiges Urteil fällt, wenn das überhaupt möglich ist, die Geschichte. Es geht - und so verstehe ich diesen Satz - nicht darum, dass es wirklich immer besser wird. Es wird neu, also anders, vielleicht ganz anders. Georg Christoph Lichtenberg (1742- 1799), ein Mathematiker und Schriftsteller der Aufklärung,  bringt es auf den Punkt, wenn er sagt: »Ich kann zwar nicht sagen, ob es besser wird, wenn es anders wird. Aber so viel kann ich sagen: Es muss anders werden, wenn es gut werden soll.«
Das Neue verändert Bestehendes. Es wird anders. Vieles, das Leben und die Welt bleiben nicht, wie sie waren. Das zu verstehen und auszuhalten, ist unsere Aufgabe.
Das ist nicht nur passives Erdulden dessen, was geschieht. Dieses Aushalten - und das ist für mich eine Beschreibung für das, was wir Glauben nennen - ist eine aktive Tätigkeit, ist ein wichtiges Tun für uns. So kommt die Kraft zum Vorschein, die die Welt verändert. Das ist die Wirkkraft des Glaubens. Wir brauchen nichts Neues schaffen, es genügt, wenn wir es zulassen, damit es anders wird - und irgendwann vielleicht einmal gut.
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Kampf mit Gott

Die Ausgangslage schein klar zu sein: Wer sich anmaßt, mit Gott kämpfen zu wollen, wird verlieren! Es ist die Frage, ob man jetzt den Kampf sucht oder ob man herausgefordert wird. Im Buch Genesis lesen wir von Jakob, wie er diesen Kampf besteht: »23 Mitten in der Nacht stand Jakob auf und nahm seine beiden Frauen und die beiden Nebenfrauen und seine elf Söhne und brachte sie an einer seichten Stelle über den Jabbok; 24 auch alle seine Herden brachte er über den Fluss. 25 Nur er allein blieb zurück. Da trat ihm ein Mann entgegen und rang mit ihm bis zum Morgengrauen. 26 Als der andere sah, dass sich Jakob nicht niederringen ließ, gab er ihm einen Schlag auf das Hüftgelenk, sodass es sich ausrenkte. 27 Dann sagte er zu Jakob: »Lass mich los; es wird schon Tag!« Aber Jakob erwiderte: »Ich lasse dich nicht los, bevor du mich segnest!« 28 »Wie heißt du?«, fragte der andere, und als Jakob seinen Namen nannte, 29 sagte er: »Du sollst von nun an nicht mehr Jakob heißen, du sollst Israel heißen! Denn du hast mit Gott und mit Menschen gekämpft und hast gesiegt.« 30 Jakob bat ihn: »Sag mir doch deinen Namen!« Aber er sagte nur: »Warum fragst du?«, und segnete ihn. 31 »Ich habe Gott von Angesicht gesehen«, rief Jakob, »und ich lebe noch!« Darum nannte er den Ort Penuël. 32 Als Jakob den Schauplatz verließ, ging die Sonne über ihm auf. Er hinkte wegen seiner Hüfte.« (Genesis 32,23-32 Übersetzung Gute Nachricht)
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