Nur mit Ochs und Esel

24.12.2018 |

In den Evangelien ist nicht davon die Rede, dass Ochs und Esel an der Krippe gestanden sind. Bei Lukas lesen wir, dass Jesus in einem Stall geboren wurde und in eine Krippe gelegt wurde. Von Ochs und Esel ist da keine Spur, man kann allerhöchstens auf ihre Existenz schließen. Und doch sind beide Tiere nicht mehr von der Krippe wegzudenken, ja sie gehören schon zu den ältesten Krippendarstellungen. Und wir wollen natürlich auch nicht bei unseren Weihnachtskrippen darauf verzichten, denn sie dienen nicht zuletzt der Atmosphäre eines heimeligen Stalls.
Dass wir die beiden Tiere zur Krippe dazustellen hat seinen Ursprung in einem Vers aus dem Propheten Jesaja: »Der Ochse kennt seinen Besitzer und der Esel die Krippe seines Herrn; Israel aber hat keine Erkenntnis, mein Volk hat keine Einsicht.« (Jes 1,3). Diese Klage des Propheten greift ein altes Motiv aus der Landwirtschaft auf. Ochse und Esel wissen, wo sie ihr Futter bekommen, wo sie hingehören und damit auch, welchem Herrn sie gehorchen. Doch das Volk Israel wendet sich immer wieder von Gott ab und geht eigene Wege, es verleugnet den Ort, an dem für sie das Gute ist. Vielleicht haben die frühen Christen dieses Bild herangezogen, um sich über das jüdische Volk lustig zu machen, wenn sie sagen, dass eher Ochse und Esel den Herrn erkennen, bis das Volk Israel so weit ist. Diesem christlichen Antijudaismus müssen wir uns nicht anschließen. Aber dieses Bild hat trotzdem eine Bedeutung für uns. Ochse und Esel wissen, was los ist, sie haben verstanden, auch wenn sie als Tiere nicht des Nachdenkens mächtig sind. Sie wissen sich am rechten Ort. Wenn schon Ochse und Esel so verständig sind und das Kind in der Krippe als den Messias erkennen, dann ist es für uns ein leichtes, dies ebenso sehen.

Quelle: Norbert Kasper

Es geht dabei weniger um ein Verstehen, sondern um ein Realisieren, als wirklich erkennen, dass Gott hier Mensch geworden ist. Das ist das Wunder von Weihnachten. Ochse und Esel machen es in ihrer einfachen Art, wir müssen nur so wie sie da sein, ja vielleicht so wie Ochse und Esel in die Krippe blicken. Mehr ist nicht nötig.
Ansprechpartner
Kalender
Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Das unschuldige Opfer

In mythologischen Religionen braucht es Opfer, um sich mit den Göttern wieder gut zu stellen. Sie sollen besänftigt werden, indem man etwas von dem, was man erwirtschaftet hat oder was einem wertvoll ist, abgibt, es den Göttern opfert. Im Buch Genesis wird Abraham aufgefordert seinen Sohn zu opfern, um seinen Glauben an Gott zu beweisen. Aus heutiger Sicht eine Ungeheuerlichkeit. Ein Gott, der von Menschen fordert, dass sie ihr eigenes Fleisch und Blut opfern, das geht heute nicht mehr. Überhaupt muss die Frage erlaubt sein, ob wir im religiösen Bereich noch von Opfern sprechen sollen. Ein Opfer ist immer unschuldig, es kann nichts dafür, dass es ausgewählt wurde. Im Gegenteil, ein Opfer sollte möglichst rein sein, um sich Gott gegenüber würdig zu erweisen. Je reiner, umso wertvoller. 
Facebook Like-Box
 Social-Media-Inhalte aktivieren
Veranstaltungen
Di. 06.10.2026
Kontemplation
Di. 13.10.2026
Kontemplation
Di. 20.10.2026
Kontemplation
Di. 27.10.2026
Kontemplation

weitere Veranstaltungen ...
Schott Messbuch
Sonn- und Feiertagsgeläut
Meldungen der Erzdiözese
Hier können Sie sich den Meldebogen für das  "Buch der Verkehrstoten" herunterladen und uns zusenden.