Wie können wir von Gott reden? In mythologischen Zeiten war es einfacher. Da waren die Götter wie Menschen. Manchmal hatten sie Tiergestalt, je nach ihren Eigenschaften, aber sie hatten auf jeden Fall menschliche Züge, oft ins übernatürliche gesteigert. Solche göttlichen Personen waren mächtig und haben die Verehrung durch die Menschen eingefordert. So weit, so gut. Wie sieht das aber heute aus. Unser Gottesvorstellungen sind eher abstrakt und weniger an Personen gebunden. Und doch verwenden wir Bilder und am ehesten das vom Menschen, denn wir sind ja nach dem Abbild Gottes geschaffen. Und so müsste auch das Original, der Schöpfer, so aussehen, wie wir. Und schon haben wir wieder ein Bild, das der Wirklichkeit nicht gerecht wird.
Wir Menschen brauchen Bilder, um von Gott zu reden und das einfachste und naheliegendste Bild für Gott ist der Mensch. Man achte nur darauf, wieviele Bilder menschliche Züge haben, wie der Hirte, der gute Vater oder die liebende Mutter.
Doch wenn wir jetzt von der Dreifaltigkeit reden, dann kommen alle unsere Bilder an ihre Grenzen. Die Kunst hat aber immer versucht, diese Grenze zu überschreiten und eine Wirklichkeit sichtbar zu machen, die wir normalerweise nicht sehen können.
Der Ambo in der Autobahnkirche, der Ort, von em aus das Wort Gottes verkündet wird, trägt dieses dreifache Gesicht Gottes. Aber es sind nicht einfach drei Köpfe dargestellt, sondern zwei Gesichter gehen ineinander über, sie teilen sich ein Auge und ihre Lippen gehen fließend ineinander über, wenn wir da überhaupt von Mündern reden können. Erst das dritte Gesicht, unter den beiden anderen ist voll ausgebildet, es hat einen sichtbaren Mund. Es ist der Mund Jesu, durch den Gott zu uns gesprochen hat. Erst dadurch, dass Gott ein Mensch wie wir wird, erreicht uns auch die Botschaft Gottes.













