Gott hoch drei

Wie können wir von Gott reden? In mythologischen Zeiten war es einfacher. Da waren die Götter wie Menschen. Manchmal hatten sie Tiergestalt, je nach ihren Eigenschaften, aber sie hatten auf jeden Fall menschliche Züge, oft ins übernatürliche gesteigert. Solche göttlichen Personen waren mächtig und haben die Verehrung durch die Menschen eingefordert. So weit, so gut. Wie sieht das aber heute aus. Unser Gottesvorstellungen sind eher abstrakt und weniger an Personen gebunden. Und doch verwenden wir Bilder und am ehesten das vom Menschen, denn wir sind ja nach dem Abbild Gottes geschaffen. Und so müsste auch das Original, der Schöpfer, so aussehen, wie wir. Und schon haben wir wieder ein Bild, das der Wirklichkeit nicht gerecht wird.
Wir Menschen brauchen Bilder, um von Gott zu reden und das einfachste und naheliegendste Bild für Gott ist der Mensch. Man achte nur darauf, wieviele Bilder menschliche Züge haben, wie der Hirte, der gute Vater oder die liebende Mutter.
Doch wenn wir jetzt von der Dreifaltigkeit reden, dann kommen alle unsere Bilder an ihre Grenzen. Die Kunst hat aber immer versucht, diese Grenze zu überschreiten und eine Wirklichkeit sichtbar zu machen, die wir normalerweise nicht sehen können.
Der Ambo in der Autobahnkirche, der Ort, von em aus das Wort Gottes verkündet wird, trägt dieses dreifache Gesicht Gottes. Aber es sind nicht einfach drei Köpfe dargestellt, sondern zwei Gesichter gehen ineinander über, sie teilen sich ein Auge und ihre Lippen gehen fließend ineinander über, wenn wir da überhaupt von Mündern reden können. Erst das dritte Gesicht, unter den beiden anderen ist voll ausgebildet, es hat einen sichtbaren Mund. Es ist der Mund Jesu, durch den Gott zu uns gesprochen hat. Erst dadurch, dass Gott ein Mensch wie wir wird, erreicht uns auch die Botschaft Gottes.

Für Emil Wachter ist das Geheimnis der Dreifaltigkeit nicht losgelöst von der Menschwerdung zu verstehen. Erst wenn Gott ganz Mensch wird, ein Mensch wie ich und du, ist Gott, dann ist die Dreifaltigkeit vollkommen. Gott braucht den Menschen, um ganz, um dreifaltig Gott zu sein.

Ansprechpartner

Norbert Kasper

Pastoralreferent

Kalender
Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Faszinierend

Die beiden Brüder Jakobus und Johannes stehen da, mit offenen Mündern und aufgerissenen Augen. Sie können ihren Sinnen gerade nicht trauen. Sie verstehen nicht, was sie soeben erleben. Sie sind zusammen mit Petrus und Jesus auf den Berg Tabor gestiegen, ein mühsamer und beschwerlicher Weg. Jesus wird vor ihren Augen in eine strahlende Gestalt verwandelt und trägt herrliche weiße Kleide. Neben ihm tauchen zwei Männer auf, von denen sie sofort wissen, dass es Mose und Elia sind. Jesus unterhält sich mit ihnen, bis eine Stimmer ertönt: »Das ist mein geliebter Sohn, auf ihn sollt ihr hören!« Plötzlich ist alles vorbei, Mose und Elia sind verschwunden, Jesus steht wieder ganz einfach vor ihnen, auch das herrliche Strahlen ist nicht mehr. Ihre erste Reaktion ist, für immer an dem Ort zu bleiben, das Erlebte festzuhalten und drei Hütten zu bauen, was sie dann natürlich nicht tun, denn sie machen sich wieder an den Abstiegt vom Berg Tabor.
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