Die Redewendung, dass man sich so sicher fühlen kann wie in Abrahams Schoß geht auf ein Gleichnis Jesu zurück, das wiederum bei einer jüdischen Vorstellungen anknüpft. Jesus erzählt im Gleichnis vom reichen Prasser und dem armen Lazarus: »Als nun der Arme starb, wurde er von den Engeln in Abrahams Schoß getragen.«. (Lk 16,22) Der Schoß Abrahams galt in der jüdischen Überlieferung als ein Ort der Seligkeit, gleichbedeutend mit dem Paradies. Dort, auch diese Vorstellung gab es, konnte man friedvoll und ohne Qualen zu erleiden auf den Messias warten. Emil Wachter greift diese Vorstellung auf. Aus der kurzen Sequenz des Gleichnisses lässt er ein Bild entstehen, das nicht nur von Abraham erzählt, sondern gleichsam ein Gleichnis für göttliches Handeln ist. Bei Gott bist du sicher und geborgen. Und der (Mutter-)Schoß hat im Hebräischen den gleichen Wortstamm wie Erbarmen. Brauchen wir noch den Bezug zu Abraham? Reicht es, wenn wir davon sprechen: So sicher und geborgen wie in Abrahams Schoß? Abraham gilt als der Stammvater der monotheistischen Religionen, also des Judentums, des Christentums und des Islam. Diese Religionen haben sich nicht unbedingt durch ihre friedliche Art ausgezeichnet, die Geborgenheit vermittelt. Im Gegenteil. Die Verehrung des einen Gottes fordert zur Entscheidung heraus und wer diese Entscheidung nicht treffen kann oder will, soll bestraft werden. Das göttliche Gericht wird auf Erden schon vorweggenommen. Das Paradies gilt dann nur den »Rechtgläubigen«. Eine Vorstellung, bei denen sich uns die Haare stellen, die aber noch gar nicht so lange her verbreitet wurden.
Dabei kann uns dieses Bild von Abrahams Schoß einen wichtigen Hinweis geben, wenn wir es als Gleichnis für göttliches Handeln deuten. In Gottes Händen sind wir geborgen, wie in Abrahams Schoß. Bei Gott ist Geborgenheit - und wir können dieses mütterliche Bild, das es ist, ganz ernst nehmen. Ganz gleich, was ist, hier findest du Zuflucht. Ganz gleich, was Du glaubst und wie du glaubst. Bei Gott ist Heil und Sicherheit. Abrahams Schoß! Mehr nicht.
Die beiden Brüder Jakobus und Johannes stehen da, mit offenen Mündern und aufgerissenen Augen. Sie können ihren Sinnen gerade nicht trauen. Sie verstehen nicht, was sie soeben erleben. Sie sind zusammen mit Petrus und Jesus auf den Berg Tabor gestiegen, ein mühsamer und beschwerlicher Weg. Jesus wird vor ihren Augen in eine strahlende Gestalt verwandelt und trägt herrliche weiße Kleide. Neben ihm tauchen zwei Männer auf, von denen sie sofort wissen, dass es Mose und Elia sind. Jesus unterhält sich mit ihnen, bis eine Stimmer ertönt: »Das ist mein geliebter Sohn, auf ihn sollt ihr hören!« Plötzlich ist alles vorbei, Mose und Elia sind verschwunden, Jesus steht wieder ganz einfach vor ihnen, auch das herrliche Strahlen ist nicht mehr. Ihre erste Reaktion ist, für immer an dem Ort zu bleiben, das Erlebte festzuhalten und drei Hütten zu bauen, was sie dann natürlich nicht tun, denn sie machen sich wieder an den Abstiegt vom Berg Tabor.