Schlüssel zum Leben

Seit es Türen gibt, gibt es auch Schlüssel, um sie zu- und wieder aufzuschließen. Wenn wir das Haus oder die Wohnung verlassen, ist es ganz normaler Vorgang, die Tür abzuschließen oder einfach ins Schloss fallen zu lassen. Genauso normal ist es dann auch, mit dem Schlüssel diese Tür wieder aufzuschließen. Wenn Türen abgeschlossen sind, dann schütze ich mein Eigentum. Ich kann mich einschließen und entsprechend Schutz finden. Vielleicht sind unsere Türen und unsere Schlösser Ausdruck unseres Misstrauens der Welt gegenüber, die nicht ganz so funktioniert, wie wir es gerne hätten. Und sie sprechen auch von dem Misstrauen besonders anderen Menschen gegenüber, die in meine Privatsphäre eindringen können. Wenn ich dann jemanden einen Schlüssel gebe, ist das ein Vertrauensbeweis. Ich erlaube einzelnen ausgewählten Personen den Zutritt zu meiner Privatsphäre.
Petrus erhält die Schlüssel zum Himmelreich. Er wird deshalb oft als Pförtner an der Himmelspforte dargestellt, der darüber entscheidet, ob Menschen Zutritt gewährt werden kann oder nicht. Der Himmel steht nur auserwählten Personen offen. So suggeriert dieses Bild. Wir selbst halten diese Schlüssel nicht in Händen. Mir kommen dabei einige Fragen, die nicht so einfach zu beantworten sind:
Muss der Himmel abgeschlossen sein, um ihn vor unberechtigtem Zutritt zu schützen? Hält der Himmel das nicht aus? Müsste nicht für jeden Platz sein, eben weil es der Himmel ist? Haben nur ein paar wenige Auserwählte Zutritt zum Himmel, der Ort, am dem ein alles liebender Gott gegenwärtig ist? Dürfen wir uns mit einer Vorstellung abfinden, in der der Himmel verschlossen ist?
Können wir nach der Botschaft Jesu nicht getrost die Schlüssel zum Himmel verlieren, weil er für alle offen steht? Und ein Wächter an der Himmelspforte ist nicht nötig, höchstens einer, der uns freundlich die Tür aufhält und sagt: »Herzlich Willkommen, wir haben auf dich gewartet.«
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Was willst du mitnehmen?

Vor der Fahrt in den Urlaub steht das Packen. Ob mit dem Auto oder Flugzeug, ob mit Bus oder Bahn, immer kann man nur begrenzt Dinge mitnehmen. Fragen nach der richtigen Kleidung, den notwendigen Schuhen, Regenschutz, Wasch- und Freizeitutensilien, vielleicht noch ein Buch. Ganz schnell hat man eine Grenze erreicht und muss sich entscheiden, was daheimbleiben muss und was ich mitnehmen kann. Wenn es den Urlaub betrifft, dann fällt die Entscheidung nicht gar so schwer, weil man spätestens nach ein paar Wochen wieder auf alles, was man zum Leben braucht, zurückgreifen kann. Da kann man gerne mal auf etwas verzichten. Ganz anders sieht es aus, wenn man seine Heimat verlassen muss. Was packe ich ein, wenn ich nur einen kleinen Koffer mitnehmen kann? Wie packe ich, wenn ich nur ein paar Minuten Zeit habe, um das Haus zu verlassen vor einer drohenden Katastrophe. Es bleibt kaum Zeit, eine Auswahl zu treffen. Das, was man zurücklässt, ist in der Regel verloren.  Ganz schlimm ist es, wenn man nur das retten kann, was man am Leib trägt. Man konnte nichts mehr packen, man hatte gar keine Entscheidungsmöglichkeit bekommen, sondern musste Hals über Kopf fliehen.
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