Regen fällt auf die Welt

Jeder kennt das Gefühl, wenn es lange nicht geregnet hat und endlich die ersten erlösenden Tropfen fallen. Die Erleichterung, die uns Menschen dann erfüllt, ist körperlich spürbar. Auch das Gegenteil ist mindestens genauso eindrücklich, wenn es nicht aufhören will mit regnen. Dann ist es nicht die erlösende Geste, wenn sich die Hände zum Himmel recken. Jetzt sind es Verzweiflung und Angst, die unser Handeln bestimmen. Die Zerstörungen, die das Wasser angerichtet hat, die Existenzen, die die Fluten vernichtet haben, zeugen von der unheimlichen Kraft, die von einem Zuviel an Regen ausgehen kann.
Es die Zwiespältigkeit, mit der wir die Natur erleben, die uns manchmal erschreckt. Zwischen der Ermöglichung und der Zerstörung von Leben finden wir alles. Und wir sind diesen Gewalten dann hilflos ausgeliefert. Wir erleben die Natur und können nur darauf reagieren. Als Menschen, die gerne alles in der Hand haben wollen, fällt es uns schwer, das zu akzeptieren. Aber es ist eine Grundbedingung des Lebens. Wir sind nicht Herren der Welt, schon gar nicht Herren des Lebens. Vieles, was uns begegnet oder besser widerfährt, können wir nicht beeinflussen. Wir müssen es aushalten und ertragen.
Es ist deshalb eine wichtige Haltung, die wir entwickeln können: Das Leben ist, wie es ist, die Welt ist so, wie sie ist. Das ist keine Resignation, sondern eine wichtige Grundeinstellung. Der Regen fällt nur jetzt. Ich kann ihn nur jetzt erleben und spüren. Die Nässe auf der Hand, den Druck der einzelnen
Wassertropfen spüre ich nur jetzt auf der Haut. Je nachdem, was geschieht, sind die Folgen gut oder schlecht (für uns). Aber ganz gleich, wie diese Folgen sind, ich kann und ich muss es jetzt erleben. Das Gefühl von Regen ist nur jetzt erfahrbar. Ob es uns zum Guten gereicht oder nicht, das liegt nicht in unserer Macht. Also sollten wir uns darauf einlassen. Erst wenn ich etwas ganz erfahren habe, dann finde ich auch Wege, wie ich damit umgehen kann.
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Was willst du mitnehmen?

Vor der Fahrt in den Urlaub steht das Packen. Ob mit dem Auto oder Flugzeug, ob mit Bus oder Bahn, immer kann man nur begrenzt Dinge mitnehmen. Fragen nach der richtigen Kleidung, den notwendigen Schuhen, Regenschutz, Wasch- und Freizeitutensilien, vielleicht noch ein Buch. Ganz schnell hat man eine Grenze erreicht und muss sich entscheiden, was daheimbleiben muss und was ich mitnehmen kann. Wenn es den Urlaub betrifft, dann fällt die Entscheidung nicht gar so schwer, weil man spätestens nach ein paar Wochen wieder auf alles, was man zum Leben braucht, zurückgreifen kann. Da kann man gerne mal auf etwas verzichten. Ganz anders sieht es aus, wenn man seine Heimat verlassen muss. Was packe ich ein, wenn ich nur einen kleinen Koffer mitnehmen kann? Wie packe ich, wenn ich nur ein paar Minuten Zeit habe, um das Haus zu verlassen vor einer drohenden Katastrophe. Es bleibt kaum Zeit, eine Auswahl zu treffen. Das, was man zurücklässt, ist in der Regel verloren.  Ganz schlimm ist es, wenn man nur das retten kann, was man am Leib trägt. Man konnte nichts mehr packen, man hatte gar keine Entscheidungsmöglichkeit bekommen, sondern musste Hals über Kopf fliehen.
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