Zwischen Hoffen und Bangen

Miriam, - ihr Name bedeutet »Bitteres Meer« - die Schwester des Mose, durchlebt Höhen und Tiefen des Lebens. Sie sitzt am Wasser, als ihr Bruder im Weidenkörbchen ausgesetzt wird. Sie beobachtet, wie der Junge von der Tochter des Pharao gefunden wird. Sie vermittelt ihre Mutter als Amme für das Kleinkind. Sie führt mit ihren Brüdern den Zug in die Freiheit an und findet als erste die Worte, die die Unterstützung durch Gott preisen. Aber sie zweifelt auch an der Autorität des Mose und wird mit Aussatz bestraft, der sie zwingt, außerhalb des Lagers der Israeliten zu leben. Sie tut das, was sie tun muss, und trägt die Konsequenzen, selbst wenn sie nicht weiß, worin genau ihre Verfehlungen bestanden haben. So sitzt sie da, in sich gekehrt und gebeugt.
Sie ist hin- und gerissen zwischen verschiedenen Ansprüchen. Sie entscheidet sich nicht dafür, die Hände in den Schoß zu legen, sondern sie bleibt aktiv und gestaltet mit. Sie ist bereit, die Konsequenzen für ihr Handeln zu tragen. Sie hat das Amt, das sie innehat, nicht angestrebt, sie findet sich aber in der Verantwortung wieder. Sie erlebt an vorderster Front das mit, was ihr Volk durchmacht, alles Hoffen und Bangen, und ist doch gezwungen eher Hoffnung zu vermitteln als der Verzweiflung nachzugeben.
Miriam ist eine Gestalt, die man wohl als tragische Figur bezeichnen kann. Sie übernimmt Verantwortung und trägt all das mit, was damit verbunden ist. Sie scheut sich nicht, die Beschädigung
en an Leib und Leben in Kauf zu nehmen, um das zu tun, was sie tun muss und will. Sie erntet dafür kaum Ehre und Anerkennung - davon wird im Buch Exodus wenig geschrieben, sondern Erniedrigung, Schmerz und Scham. Sie teilt damit das Schicksal vieler Menschen, die trotz ihrer verantwortungsvollen Aufgaben, die sie haben, doch nicht die Wertschätzung erhalten, die sie verdienen, und eher Spott und Häme ernten.
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Was willst du mitnehmen?

Vor der Fahrt in den Urlaub steht das Packen. Ob mit dem Auto oder Flugzeug, ob mit Bus oder Bahn, immer kann man nur begrenzt Dinge mitnehmen. Fragen nach der richtigen Kleidung, den notwendigen Schuhen, Regenschutz, Wasch- und Freizeitutensilien, vielleicht noch ein Buch. Ganz schnell hat man eine Grenze erreicht und muss sich entscheiden, was daheimbleiben muss und was ich mitnehmen kann. Wenn es den Urlaub betrifft, dann fällt die Entscheidung nicht gar so schwer, weil man spätestens nach ein paar Wochen wieder auf alles, was man zum Leben braucht, zurückgreifen kann. Da kann man gerne mal auf etwas verzichten. Ganz anders sieht es aus, wenn man seine Heimat verlassen muss. Was packe ich ein, wenn ich nur einen kleinen Koffer mitnehmen kann? Wie packe ich, wenn ich nur ein paar Minuten Zeit habe, um das Haus zu verlassen vor einer drohenden Katastrophe. Es bleibt kaum Zeit, eine Auswahl zu treffen. Das, was man zurücklässt, ist in der Regel verloren.  Ganz schlimm ist es, wenn man nur das retten kann, was man am Leib trägt. Man konnte nichts mehr packen, man hatte gar keine Entscheidungsmöglichkeit bekommen, sondern musste Hals über Kopf fliehen.
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