Tragen und Halten

Es ist ein ziemlich schmuckloses Bauteil an der Autobahnkirche, ob wir es von außen oder von innen betrachten. Ein einfacher Betonpfeiler reicht von einer Ecke bis zur Spitze und das viermal. So schlicht diese Pfeiler auch sind, so wichtig und notwendig sind sie für das Gebäude. Jeder der vier Pfeiler wird dringend gebraucht.
Es braucht mindestens drei Träger, um ein dreidimensionales Gebilde standsicher zu machen. An der Autobahnkirche sind es vier und sie geben dem ganzen Gebäude den Halt, den es braucht. Sie sind wichtig, ohne dass das eigens kenntlich gemacht werden muss. Deshalb sind sie wohl auch nicht verziert. Die vier Pfeiler geben Halt und prägen eine bestimmte Form. Sie bilden den Raum, der vom Dach umschlossen wird. Ohne diese Pfeiler hält das Dach nicht und der Raum kann auch nicht aufgespannt werden.
Mit den vier Trägern wird bei der Autobahnkirche ein Zelt nachgebildet. Die vier Zeltstangen helfen, dass etwas Stabiles entsteht, auch wenn es nur vorläufig ist. Dieses Zelt gibt Schutz und Geborgenheit. Und es entsteht ein Rückzugsraum, der von außen nicht eingesehen werden kann. Die Autobahnkirche ist ein Schutzraum. Diese Funktion sagen wir unseren Kirchen selten nach. Sind sie wirklich Schutzräume, in denen Glaubenserfahrungen gemacht werden können, ohne dass gleich alles nach außen getragen werden wird? Bieten sie wirklich Schutz vor den Einflüssen von draußen, die uns und unser Leben bedrängen? Oder bieten sie gar zu viel Schutz, so dass das Außen, so hilfreich es auch wäre, nicht eindringen kann?
Sind die Pfeiler auch deshalb schmucklos, dass sie sich voll und ganz auf ihre Aufgabe, das Halten und Tragen konzentrieren können. Jeder Schmuck, jedes Relief würde sie dann wohl schwächen. Dann könnten sie nicht mehr zum Schutz beitragen. Gut, wenn wir uns auf diese Pfeiler verlassen können, auch im übertragenen Sinn.
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Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Kampf mit Gott

Die Ausgangslage schein klar zu sein: Wer sich anmaßt, mit Gott kämpfen zu wollen, wird verlieren! Es ist die Frage, ob man jetzt den Kampf sucht oder ob man herausgefordert wird. Im Buch Genesis lesen wir von Jakob, wie er diesen Kampf besteht: »23 Mitten in der Nacht stand Jakob auf und nahm seine beiden Frauen und die beiden Nebenfrauen und seine elf Söhne und brachte sie an einer seichten Stelle über den Jabbok; 24 auch alle seine Herden brachte er über den Fluss. 25 Nur er allein blieb zurück. Da trat ihm ein Mann entgegen und rang mit ihm bis zum Morgengrauen. 26 Als der andere sah, dass sich Jakob nicht niederringen ließ, gab er ihm einen Schlag auf das Hüftgelenk, sodass es sich ausrenkte. 27 Dann sagte er zu Jakob: »Lass mich los; es wird schon Tag!« Aber Jakob erwiderte: »Ich lasse dich nicht los, bevor du mich segnest!« 28 »Wie heißt du?«, fragte der andere, und als Jakob seinen Namen nannte, 29 sagte er: »Du sollst von nun an nicht mehr Jakob heißen, du sollst Israel heißen! Denn du hast mit Gott und mit Menschen gekämpft und hast gesiegt.« 30 Jakob bat ihn: »Sag mir doch deinen Namen!« Aber er sagte nur: »Warum fragst du?«, und segnete ihn. 31 »Ich habe Gott von Angesicht gesehen«, rief Jakob, »und ich lebe noch!« Darum nannte er den Ort Penuël. 32 Als Jakob den Schauplatz verließ, ging die Sonne über ihm auf. Er hinkte wegen seiner Hüfte.« (Genesis 32,23-32 Übersetzung Gute Nachricht)
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