Unterwegs

Wenn man heute von Pilgern spricht, dann fällt auch ganz schnell der Satz: »Der Weg ist das Ziel.« In dieser Aussage steckt viel Wahres, aber so ganz trifft sie die ursprüngliche Absicht des Pilgerns nicht. Er ist vielmehr Ausdruck einer postmodernen Unverbindlichkeit. Auch wenn ich noch so sehr im Augenblick bin und mich ganz auf das Gehen im Hier und Jetzt konzentriere, bin ich doch auf dem Weg auf ein Ziel hin unterwegs. Es ist gut, ganz beim Gehen zu sein und zu bleiben, aber Ankommen ist mindestens genauso wichtig. Die Weisen machten sich auf. Sie sind der Inbegriff des modernen Pilgers. Sie sind auf dem Weg auf ein Ziel hin, wissen aber nicht, was sie da erwartet.
Wenn vom Weg als Ziel gesprochen wird, dann ist da immer auch der Weg zu sich selbst gemeint. Viele, die einen Pilgerweg gehen, machen diese Erfahrung, dass sie mehr bei sich ankommen als bei dem ursprünglich anvisierten Ziel. Aber auch damit ist ein Ziel erreicht, das, wenn wir ehrlich sind, auch angestrebt wurde: Bei sich selbst ankommen. Die Wahrheit des Weges liegt deshalb irgendwo mittendrin. Wenn wir unterwegs sind, dann ist es wichtig, den Weg nicht aus dem Auge zu verlieren. Der wichtigste Schritt ist dabei immer der, den wir gerade tun, denn ohne diesen Schritt kommen wir nicht weiter. Und wir sind mit einem Ziel unterwegs, ob es nun in uns selbst liegt oder am Ende des Weges, den wir eingeschlagen haben. Wir brauchen Ziele. Wir dürfen sie nur nicht so sehr in den Mittelpunkt des Interesses stellen, dass wir darüber alles andere vergessen. Denn würden wir das tun, dann verlieren wir den Augenblick.
Nehmen wir den Schritt, den wir jetzt gerade tun, wichtig und verlieren nicht das Ziel aus den Augen, dann kommen wir auch an.
Ob bei uns oder an einem bestimmten Ort, das bleibt sich gleich, das ist wahrscheinlich gar nicht so wichtig. Aber eines müssen wir immer bedenken. Unterwegs sein, nur dass wir unterwegs sind, greift zu kurz. Das reicht nicht aus, um das Leben zu meistern. Wir brauchen ein Ziel, das wir anstreben, vielleicht ohne es zu wollen, aber mit all unserer Kraft!
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Was willst du mitnehmen?

Vor der Fahrt in den Urlaub steht das Packen. Ob mit dem Auto oder Flugzeug, ob mit Bus oder Bahn, immer kann man nur begrenzt Dinge mitnehmen. Fragen nach der richtigen Kleidung, den notwendigen Schuhen, Regenschutz, Wasch- und Freizeitutensilien, vielleicht noch ein Buch. Ganz schnell hat man eine Grenze erreicht und muss sich entscheiden, was daheimbleiben muss und was ich mitnehmen kann. Wenn es den Urlaub betrifft, dann fällt die Entscheidung nicht gar so schwer, weil man spätestens nach ein paar Wochen wieder auf alles, was man zum Leben braucht, zurückgreifen kann. Da kann man gerne mal auf etwas verzichten. Ganz anders sieht es aus, wenn man seine Heimat verlassen muss. Was packe ich ein, wenn ich nur einen kleinen Koffer mitnehmen kann? Wie packe ich, wenn ich nur ein paar Minuten Zeit habe, um das Haus zu verlassen vor einer drohenden Katastrophe. Es bleibt kaum Zeit, eine Auswahl zu treffen. Das, was man zurücklässt, ist in der Regel verloren.  Ganz schlimm ist es, wenn man nur das retten kann, was man am Leib trägt. Man konnte nichts mehr packen, man hatte gar keine Entscheidungsmöglichkeit bekommen, sondern musste Hals über Kopf fliehen.
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