Unterwegs

Wenn man heute von Pilgern spricht, dann fällt auch ganz schnell der Satz: »Der Weg ist das Ziel.« In dieser Aussage steckt viel Wahres, aber so ganz trifft sie die ursprüngliche Absicht des Pilgerns nicht. Er ist vielmehr Ausdruck einer postmodernen Unverbindlichkeit. Auch wenn ich noch so sehr im Augenblick bin und mich ganz auf das Gehen im Hier und Jetzt konzentriere, bin ich doch auf dem Weg auf ein Ziel hin unterwegs. Es ist gut, ganz beim Gehen zu sein und zu bleiben, aber Ankommen ist mindestens genauso wichtig. Die Weisen machten sich auf. Sie sind der Inbegriff des modernen Pilgers. Sie sind auf dem Weg auf ein Ziel hin, wissen aber nicht, was sie da erwartet.
Wenn vom Weg als Ziel gesprochen wird, dann ist da immer auch der Weg zu sich selbst gemeint. Viele, die einen Pilgerweg gehen, machen diese Erfahrung, dass sie mehr bei sich ankommen als bei dem ursprünglich anvisierten Ziel. Aber auch damit ist ein Ziel erreicht, das, wenn wir ehrlich sind, auch angestrebt wurde: Bei sich selbst ankommen. Die Wahrheit des Weges liegt deshalb irgendwo mittendrin. Wenn wir unterwegs sind, dann ist es wichtig, den Weg nicht aus dem Auge zu verlieren. Der wichtigste Schritt ist dabei immer der, den wir gerade tun, denn ohne diesen Schritt kommen wir nicht weiter. Und wir sind mit einem Ziel unterwegs, ob es nun in uns selbst liegt oder am Ende des Weges, den wir eingeschlagen haben. Wir brauchen Ziele. Wir dürfen sie nur nicht so sehr in den Mittelpunkt des Interesses stellen, dass wir darüber alles andere vergessen. Denn würden wir das tun, dann verlieren wir den Augenblick.
Nehmen wir den Schritt, den wir jetzt gerade tun, wichtig und verlieren nicht das Ziel aus den Augen, dann kommen wir auch an.
Ob bei uns oder an einem bestimmten Ort, das bleibt sich gleich, das ist wahrscheinlich gar nicht so wichtig. Aber eines müssen wir immer bedenken. Unterwegs sein, nur dass wir unterwegs sind, greift zu kurz. Das reicht nicht aus, um das Leben zu meistern. Wir brauchen ein Ziel, das wir anstreben, vielleicht ohne es zu wollen, aber mit all unserer Kraft!
Ansprechpartner

Norbert Kasper

Pastoralreferent

Kalender
Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Faszinierend

Die beiden Brüder Jakobus und Johannes stehen da, mit offenen Mündern und aufgerissenen Augen. Sie können ihren Sinnen gerade nicht trauen. Sie verstehen nicht, was sie soeben erleben. Sie sind zusammen mit Petrus und Jesus auf den Berg Tabor gestiegen, ein mühsamer und beschwerlicher Weg. Jesus wird vor ihren Augen in eine strahlende Gestalt verwandelt und trägt herrliche weiße Kleide. Neben ihm tauchen zwei Männer auf, von denen sie sofort wissen, dass es Mose und Elia sind. Jesus unterhält sich mit ihnen, bis eine Stimmer ertönt: »Das ist mein geliebter Sohn, auf ihn sollt ihr hören!« Plötzlich ist alles vorbei, Mose und Elia sind verschwunden, Jesus steht wieder ganz einfach vor ihnen, auch das herrliche Strahlen ist nicht mehr. Ihre erste Reaktion ist, für immer an dem Ort zu bleiben, das Erlebte festzuhalten und drei Hütten zu bauen, was sie dann natürlich nicht tun, denn sie machen sich wieder an den Abstiegt vom Berg Tabor.
Facebook Like-Box
 Social-Media-Inhalte aktivieren
Schott Messbuch
Sonn- und Feiertagsgeläut
Meldungen der Erzdiözese
Aktuelles
Pfingstmontag, 25. Mai 2026
Hier können Sie sich den Meldebogen für das  "Buch der Verkehrstoten" herunterladen und uns zusenden.