Der Platz an seiner Seite

Die Darstellung der beiden Apostel, Johannes und Jakobus, die beiden Söhne des Zebedäus über dem unbesetzten Thron ist alles andere als zufällig. Emil Wachter beruft sich dabei auf den Streit der beiden, wer denn auf der rechten Seite, der wirklich wichtigen von Jesus im Himmelreich sitzen wird. Es ist der ewige Streit, wer der erste sein soll. Und ihre Mutter setzt sich für die beiden ein. In unserer Zeit geht es dabei um Karriere. Es ist ein menschliches Streben, es möglichst weit zu bringen. Das Leben soll ja einen Sinn haben. Mit dem, was wir erreichen, können wir diesen Sinn finden. Das ist menschlich und das gehört wohl zu unserem Mensch-Sein dazu.
Jesus zeigt einen anderen Weg auf, denn wer Karriere machen will, der setzt sich auch großen Gefahren aus. So heißt es im Markus Evangelium (Mk 10,35-41): Da gingen Jakobus und Johannes, die Söhne von Zebedäus, zu Jesus hin und sagten zu ihm: »Lehrer, wir möchten, dass du uns eine Bitte erfüllst!« »Was möchtet ihr denn?« fragte sie Jesus. »Was soll ich für euch tun?« Sie sagten: »Wir möchten, dass du uns rechts und links neben dir sitzen lässt, wenn du deine Herrschaft angetreten hast!« Jesus sagte zu ihnen: »Ihr wisst nicht, was ihr da verlangt! Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinke? Könnt ihr die Taufe auf euch nehmen, mit der ich getauft werde?« »Das können wir!« sagten sie. Jesus erwiderte: »Ihr werdet tatsächlich den gleichen Kelch trinken wie ich und mit der Taufe getauft werden, die mir bevorsteht. Aber ich kann nicht darüber verfügen, wer rechts und links neben mir sitzen wird. Auf diesen Plätzen werden die sitzen, die Gott dafür bestimmt hat.« Jesus ist ganz klar.
Es geht nicht um Karriere, es geht nicht darum, vornedran zu stehen. Es geht einzig darum, die Aufgabe zu erfüllen, die man zu erfüllen hat, was immer das auch sein mag. Den Sinn des Lebens finden wir dann, wenn wir zu den Menschen werden, als die wir gedacht sind, wenn wir das leben, was unseres ist. Nicht mehr und nicht weniger.
Ansprechpartner
Kalender
Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Gargolien

Wir kennen unzählige von ihnen und haben sie auch schon oft gesehen. Von alten gotischen Kathedralen blicken sie auf die Menschen in Form von Wasserspeiern, Brüstungen und als Zierwerk herab. Sie haben unterschiedliche Formen und Gestalten, mal halb Mensch, halb Tier, mal Teufel, mal mit einer dämonischen Fratze, mit Flügeln und aufgerissenen Mündern, zähnefletschend und scheinbar laut schreiend. Die Rede ist von Gargolien, die heute zwar beliebte Fotomotive sind, aber warum es sie gibt, ist weniger bekannt. Wir wundern uns darüber, was diese Früchte des Aberglaubens an einer Kirche verloren haben. Und in der Autobahnkirche taucht mindestens eine von diesen Gestalten in der Krypta auf. Grund genug, um über dieses Relikt abendländischer Geistesgeschichte nachzudenken. 
Die Menschen im Mittelalter und in der frühen Neuzeit hatten vor ihrer Umwelt Angst. Der Teufel trieb sein Unwesen, man musste sich hüten, nicht in seine Fänge zu geraten. Dämonen waren überall. Hinter jeder Ecke konnte der Verführer lauern und locken oder erschrecken. Göttliche Mächte standen mit den bösen in einem ständigen Kampf, die Seelen der Menschen sollten die Beute sein, das Leben der Menschen war der Kampfplatz.
Facebook Like-Box
 Social-Media-Inhalte aktivieren
Veranstaltungen
Di. 07.07.2026
Kontemplation
Di. 14.07.2026
Kontemplation
Di. 21.07.2026
Kontemplation
Di. 28.07.2026
Kontemplation

weitere Veranstaltungen ...
Schott Messbuch
Sonn- und Feiertagsgeläut
Meldungen der Erzdiözese
Hier können Sie sich den Meldebogen für das  "Buch der Verkehrstoten" herunterladen und uns zusenden.