Rettendes Wasser

Wo finden wir das, was wir zum Leben brauchen? Wie kommen wir zu dem, was uns das Überleben sichert. Diese Frage hat das Volk Israel auf dem 40-jährigen Zug durch die Wüste immer wieder beschäftigt. Und sie haben daran gezweifelt, ob sie noch auf dem richtigen Weg sind und ob sich die Flucht aus Ägypten auszahlen wird. Not und Mangel brachten sie an ihre Grenzen. Der Durst im wörtlichen Sinn hätte sie fast dazu gezwungen, wieder umzukehren. Wenn das Leben bedroht ist, wird die Vergangenheit beschworen, denn da war alles besser.
In solchen Situationen ist es gut, wenn Menschen wie Moses zur Stelle sind, die wissen wo und wie man das Überleben sichern kann. Er wusste um die versteckten Wasserreserven in der Wüste. Er kannte die Quellen, aus denen Lebenskraft kommt. Mit seinem Stab schlägt er gegen einen Stein und Wasser fließt heraus. Diese Menschen, die so handelten, wurden in der Vergangenheit Propheten genannt - und so heißen sie noch heute.
Propheten wissen um die verborgenen Quellen des Lebens. Sie kennen unbekannte Zugänge und sie haben die Fähigkeit, diese Quellen zu öffnen und anderen zugänglich zu machen. Ihnen verdanken wir, dass wir weiterleben können. Aber das ist nur die halbe Wahrheit. Denn wenn diese Quellen einmal zugänglich gemacht wurden, dann liegt es an uns, wie wir sie nützen. Da helfen keine Propheten weiter. Denn wer darum weiß, woher wir Lebenskraft bekommen, der kann nur noch nach vorne schauen. Wer sich mit den Quellen des Lebens verbunden weiß, kann weiterleben. Er oder sie hat noch Hoffnung. Erst wenn wir von allen Lebenskräften abgeschnitten sind, verlieren wir die Zukunft.
Wenn es Menschen gibt, die uns die Quellen zum rettenden Wasser zeigen, dann ist das ein wichtiger erster Schritt. Wir können dieses Wissen nutzen, uns zu eigen machen und aus diesen Quellen schöpfen. Es reicht nicht, nur gegen Felsen zu schlagen, wir brauchen auch die Fähigkeit, dieses Wasser zu schöpfen und zu trinken. Nur so bleiben wir lebendig.
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Norbert Kasper

Pastoralreferent

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Faszinierend

Die beiden Brüder Jakobus und Johannes stehen da, mit offenen Mündern und aufgerissenen Augen. Sie können ihren Sinnen gerade nicht trauen. Sie verstehen nicht, was sie soeben erleben. Sie sind zusammen mit Petrus und Jesus auf den Berg Tabor gestiegen, ein mühsamer und beschwerlicher Weg. Jesus wird vor ihren Augen in eine strahlende Gestalt verwandelt und trägt herrliche weiße Kleide. Neben ihm tauchen zwei Männer auf, von denen sie sofort wissen, dass es Mose und Elia sind. Jesus unterhält sich mit ihnen, bis eine Stimmer ertönt: »Das ist mein geliebter Sohn, auf ihn sollt ihr hören!« Plötzlich ist alles vorbei, Mose und Elia sind verschwunden, Jesus steht wieder ganz einfach vor ihnen, auch das herrliche Strahlen ist nicht mehr. Ihre erste Reaktion ist, für immer an dem Ort zu bleiben, das Erlebte festzuhalten und drei Hütten zu bauen, was sie dann natürlich nicht tun, denn sie machen sich wieder an den Abstiegt vom Berg Tabor.
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