Schwerter schwingen

Schwerter sind zwiespältig, im wahrsten Sinne des Wortes. Als Kriegs- und Verteidigungswaffe werden sie verwendet, um im schlimmsten Fall Menschen zu töten. Symbolisch werden sie herangezogen, um zu beschreiben, was es heißt, die Wahrheit zu finden und das Gute vom Bösen zu trennen. In der Fantasywelt haben sie oft eine übermächtige Wirkung und verleihen dem rechtmäßigen Träger neben besonderen Kräften auch eine entsprechende Autorität. Wer ein für ihn bestimmtes Schwert trägt hat besondere Macht. Ein Zauberschwert, das meist noch einen Namen und eine eigene Persönlichkeit hat, vermehrt die Kräfte des Besitzers.
Im Johannesevangelium nimmt Jesus für sich in Anspruch, dass er das Schwert bringt. Er ist ein Schwertträger, und das ist nicht so friedlich gemeint, wie es seine Botschaft sonst nahelegt. Er weiß darum, dass seine Botschaft viel Sprengstoff in sich birgt und zum Unfrieden unter den Menschen beitragen wird. Im Matthäus-Evangelium sagt Jesus: »Denkt nicht, ich sei gekommen, um Frieden auf die Erde zu bringen. Ich bin nicht gekommen, um Frieden zu bringen, sondern das Schwert.« (Mt 10,34) Doch diese Worte lassen sich nicht so deuten, dass das  Evangelium mit Waffengewalt verbreitet werden soll. Jesus spricht hier von der Auswirkung, die seine Botschaft haben wird, sie ist gefährlich, wie jede Botschaft, die Menschen in die Entscheidung ruft. Wer ihm nachfolgt, muss mit Konsequenzen rechnen. Und Jesus steht damit in einer langen Tradition von spirituellen Menschen. Er verwendet die Schwertmetapher um zu verdeutlichen, dass man klar zwischen dem richtigen und dem falschen Weg entscheiden muss. Emil Wachter zeigt den Moment, in dem das Schwert aus der Scheide bezogen wird. Es ist der Augenblick, in dem die Entscheidung ansteht.
Jetzt ist Klarheit gefordert. Wie ein scharfes Schwert mit einem Hieb etwas trennt, das bisher zusammengehörte, so trennt die klare Entscheidung das Richtige vom Falschen. Das Schwert sorgt für Klarheit. Sind wir auch so eindeutig in unseren Urteilen und Entscheidungen? Ist unser Urteil so scharf wie ein Schwert, das richtig und falsch trennt? Möchten oder können wir eindeutig sein?
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Norbert Kasper

Pastoralreferent

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Faszinierend

Die beiden Brüder Jakobus und Johannes stehen da, mit offenen Mündern und aufgerissenen Augen. Sie können ihren Sinnen gerade nicht trauen. Sie verstehen nicht, was sie soeben erleben. Sie sind zusammen mit Petrus und Jesus auf den Berg Tabor gestiegen, ein mühsamer und beschwerlicher Weg. Jesus wird vor ihren Augen in eine strahlende Gestalt verwandelt und trägt herrliche weiße Kleide. Neben ihm tauchen zwei Männer auf, von denen sie sofort wissen, dass es Mose und Elia sind. Jesus unterhält sich mit ihnen, bis eine Stimmer ertönt: »Das ist mein geliebter Sohn, auf ihn sollt ihr hören!« Plötzlich ist alles vorbei, Mose und Elia sind verschwunden, Jesus steht wieder ganz einfach vor ihnen, auch das herrliche Strahlen ist nicht mehr. Ihre erste Reaktion ist, für immer an dem Ort zu bleiben, das Erlebte festzuhalten und drei Hütten zu bauen, was sie dann natürlich nicht tun, denn sie machen sich wieder an den Abstiegt vom Berg Tabor.
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