Suchende

Satzzeichen haben keine Aussage, aber sie verstärken das, was gesagt wird. Mit besonderen Satzzeichen werden Frage und Antworten gekennzeichnet. Je nach Zeichen erkennen wir die Frage oder die klare Aussage. Und diese Satzzeichen sind nicht nur sichtbar, sondern in der gesprochenen Sprache auch hörbar. Und welches Satzzeichen ist heute am wichtigsten? Sofort kommt: die Antwort. Wir leben in einer Zeit von Antworten und möglichst schnell muss sie erfolgen. Experten werden herangezogen und wehe, sie wissen die Antwort nicht. Laut und unüberhörbar werden wir mit Antworten konfrontiert. Und im Konzert der Antworten haben wir kein Gespür mehr für die Fragen, manchmal scheint es als ob die Frage vergessen wurde oder schon gar nicht mehr gestellt wird. Hauptsache man hat eine Antwort!
Fragen dagegen sind eher unbequem. Sie lassen Vieles offen. Mit ihnen sollte vorsichtig umgegangen werden. Und wir wissen doch, dass jede Antwort neue Fragen aufwirft, meist mehr als beantwortet wurden. André Gide, der französische Nobelpreisträger für Literatur, hat einmal gesagt: »Glaube denen, die die Wahrheit suchen und zweifle an denen, die sie gefunden haben.« Wir Menschen suchen nach Antworten und das geht am besten, wenn wir Fragen stellen und vor allem mit einer fragenden Haltung durch die Welt gehen. Wir suchen die Wahrheit, wir streben nach Antworten. Wir müssen die Fragen aushalten und manchmal lange auf Antworten warten. Bei allem, was wir dabei zulassen müssen, können wir uns eines immer wieder vorsagen: Wer frägt, hat den Mut weiter zu gehen, wer nur Antworten hat, bleibt stehen und entwickelt sich nicht weiter.
Gerade unsere Zeit braucht vielmehr Fragezeichen als Ausrufezeichen. Wenn es um Glaubens- und Sinnfragen geht, dann sind es die Fragen, die weiterhelfen, nicht die Antworten. Als fragende Menschen stehen wir dazu, dass wir Suchende sind. Und nur das bringt uns weiter!
Ansprechpartner

Norbert Kasper

Pastoralreferent

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Faszinierend

Die beiden Brüder Jakobus und Johannes stehen da, mit offenen Mündern und aufgerissenen Augen. Sie können ihren Sinnen gerade nicht trauen. Sie verstehen nicht, was sie soeben erleben. Sie sind zusammen mit Petrus und Jesus auf den Berg Tabor gestiegen, ein mühsamer und beschwerlicher Weg. Jesus wird vor ihren Augen in eine strahlende Gestalt verwandelt und trägt herrliche weiße Kleide. Neben ihm tauchen zwei Männer auf, von denen sie sofort wissen, dass es Mose und Elia sind. Jesus unterhält sich mit ihnen, bis eine Stimmer ertönt: »Das ist mein geliebter Sohn, auf ihn sollt ihr hören!« Plötzlich ist alles vorbei, Mose und Elia sind verschwunden, Jesus steht wieder ganz einfach vor ihnen, auch das herrliche Strahlen ist nicht mehr. Ihre erste Reaktion ist, für immer an dem Ort zu bleiben, das Erlebte festzuhalten und drei Hütten zu bauen, was sie dann natürlich nicht tun, denn sie machen sich wieder an den Abstiegt vom Berg Tabor.
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